Autor:
Dr Franjo Komarica

  I. kapitel II. kapitel III. kapitel IV. kapitel V. kapitel VI. kapitel VII. kapitel VIII. kapitel IX. kapitel X. kapitel XI. kapitel  
Eine Auswahl der Dokumente des Bischofs und des bischöflichen Ordinariats von Banja Luka aus den Kriegsjahren 1991-1995


- VII -
AN DIE POLITIKER DER "REPUBLIKA SRPSKA"


"WIR KÖNNEN UND DÜRFEN UNS AUF EINE ETHNISCHE SÄUBERUNG UND EINE ANDAUERNDE UNTERDRÜCKUNG FUNDAMENTALER MENSCHENRECHTE, GLEICH, WELCHER GESTALT, NICHT EINLASSEN"
Schreiben an den Führer der bosnischen Serben, Dr. R. Karad¾iæ
(Prot. Nr. 578/92 vom 12. August 1992)

Geehrter Herr Präsident Dr. Karad¾iæ,
ich erlaube mir, mich in meiner Eigenschaft als katholischer Bischof" von Banja Luka, d.h. als geistliches Oberhaupt von über 110.000 im nordwestlichen Teil von Bosnien und Herzegowina lebenden katholischen Gläubigen, an Sie zu wenden.
Dieser unglückselige Krieg hat, obwohl der größte Teil der Gläubigen meines Bistums Banja Luka ihn bestimmt nicht wollte, viele unserer Pfarreien in den Griff genommen, und in den letzten drei Monaten riesigen Schaden und ungeheures Unglück mit schwerwiegenden und tragischen Folgen verursacht.
Ohne jeden Grund und Anlaß, d.h. ohne daß es von Katholiken auf Basis irgendeiner selbstorganisierten oder territorialen Organisation initiierte bewaff­nete Überfälle oder Kämpfe gegeben hätte, wurden nach mir vorliegenden zu­verlässigen Informationen bis jetzt trotzdem über 150 Zivilisten, Kinder, Frau­en und alte Menschen getötet. Ohne daß es in der Nähe irgendwelche Kampf­handlungen gegeben hätte, wurden Kirchen niedergebrannt oder völlig zerstört: in Glamoè, Kotor Varo¹, Bosanska Dubica, Bosanska Kostajnica, Bosanska Krupa, Donja Ravska, Prnjavor, die griechischkatholische in Kula¹i, in Bri¹evo, Èatrnja, Kozarac und Liskovica, und weitere 25 Kirchen wurden mehr oder weniger beschädigt!
Ohne jegliches Verschulden, wie ihnen am Ende gesagt wurde, sind mir unterstellte Pfarrer in Lagern und Gefängnissen schwer mißhandelt (strengge­nommen gefoltert!) worden: einer 12, ein anderer 62 Tage lang, ein dritter ist noch immer, seit dem 15. Juni d. J. (!) in einem Lager, und im Falle eines vierten, den man am 16. Juni d. J. aus seinem Pfarrhaus entführt hat, ist mir noch immer nicht bekannt, wo er sich befindet und ob er überhaupt noch lebt. Von den zahlreichen Fällen der Mißhandlung von Geistlichen, Ordensbrüdern und -Schwestern sowie einer großen Anzahl von Gläubigen möchte ich hier nur die mehrmonatigen ununterbrochenen bewaffneten Angriffe auf das Nonnenkloster in Bosanski Aleksandrovac sowie die in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni d. J. von enthemmten bewaffneten Uniformierten begangenen, sadistischen Handlungen an Nonnen in Nova Topola erwähnen.
Nachdem mich bewaffnete Uniformierte und Zivilisten, die sich in deren Gesellschaft befanden, mehrmals in schwerwiegender und böser Weise belä­stigt hatten, wobei sie mich auch gern getötet hätten (!), hat mir der Komman­dant des 1. Krajina-Korps. Generalmajor Momir Taliæ, das Geleit der Militärpo­lizei angeboten, damit ich mit den meisten meiner Pfarreien, über die ich kei­nerlei Informationen hatte, in Verbindung treten konnte. Auf diese Weise war es mir möglich, an die zehn Pfarreien im Gebiet von Prijedor, Kotor Varo¹, Bosanska Gradi¹ka und Prnjavor zu besuchen, und ich kann jetzt folgendes sagen:
1. Bei den Katholiken herrscht überall Angst wegen häufiger Mißhand­lungen, ziemlich häufiger Fälle von Massenmord (Bri¹evo, Kotor Varo¹), Ver­schleppungen in Lager (Stara Rijeka, Vrbanjci, Kotor Varo¹, Mrkonjiæ Grad, Sanski Most, Bri¹evo), Plünderungen und Inbrandsetzungen von Häusern (Ravska, Bri¹evo, Kotor Varo¹, Vrbanjci).
2. Viele Menschen befinden sich bereits seit einigen Monaten in Flücht­lingslagern (©urkovac, Ljubija, Sanski Most, Liskovica, Vrbanjci).
3. Wegen der ihnen zugefügten Quälereien und der herrschenden Gewalt und Gesetzlosigkeit in Panik versetz, ziehen die Menschen weg oder haben vor, diesen Schritt zu tun, um ihr Leben zu retten. Dies betrifft konkret die Gläubigen der Pfarrgemeinden Kotor Varo¹, Vrbanjci, Sanski Most, Sasina, ©urkovac, Prijedor, Prnjavor, Dolina, Bosanska Gradi¹ka, Kula¹i, Dragalovci, Mrkonjiæ Grad, Liskovica, Kljuè, Bosanski Novi, Mahovljani, Nova Topola und Bosanski Aleksandrovac und eine große Anzahl von Gläubigen des Gebiets Banja Luka, wo ich zehn Pfarreien habe! In einigen Pfarrgemeinden (Dolina, Bosanska Gradi¹ka, Bosanski Aleksandrovac, Kotor Varo¹) haben verschiedene Uniformierte, die sich als öffentliche Organe der Behörden ausgaben, Katholi­ken für den Wegzug Ultimaten gestellt.
4. Das Gefühl der äußersten Schutzlosigkeit, der Entrechtung und der Unterdrückung fundamentaler Menschenrechte führt bei einer übergroßen An­zahl meiner Gläubigen in den genannten, aber auch in anderen Pfarrgemeinden zwangsweise dazu, daß sie sich wie gehetztes Wild fühlen, sie werden von Or­ten verjagt, wo sie jahrhundertelang ihre Heimat hatten und wo es nicht einmal der osmanischen Gewaltherrschaft gelungen war, ihr Herdfeuer auszutreten und ihre Heimat zu vernichten.
- Herr Präsident, ich sehe mich verpflichtet, Sie auf die zwangsläufig weitreichende Folgen nach sich ziehende schmerzliche Tatsache hinzuweisen, daß der größte Teil meines Bistums Banja Luka (nach der Katastrophe des Zwei­ten Weltkriegs, in dem mehr als ein Drittel der Pfarreien vollständig zerstört wurde) verschwinden wird, wenn in diesem Gebiet Gesetzlosigkeit und Willkür Einzelner und einzelner Gruppen weiter andauern.
- Ihnen ist das besonders gute Verhältnis zwischen den führenden Vertre­tern der katholischen und der serbisch-orthodoxen Kirche sowie den meisten unserer Gläubigen untereinander sowohl hier in Banja Luka als auch im gesam­ten Gebiet der Bosanska Krajina sicher nicht unbekannt!
- Sie konnten sich bisher ebenfalls von der ausgeprägten Friedfertigkeit des katholischen Teils der Bevölkerung der gesamten Region überzeugen, einer Tatsache, die in der letzten Zeit auch von den Militär- und Zivilbehörden mehr­fach hervorgehoben wurde!
- Sie werden auch ohne weiteres verstehen, daß es mir als dem höchsten Verantwortungsträger der katholischen Kirche in diesem Raum und gewiß auch allen anderen Katholiken inner- und außerhalb dieses Gebiets keineswegs gleich­gültig sein kann, was aus unseren Pfarreien, d.h. dem Bistum Banja Luka, wird!
Wir können und dürfen uns auf eine ethnische Säuberung und eine an­dauernde Unterdrückung fundamentaler Menschenrechte, gleich welcher Ge­stalt, nicht einlassen, nicht nur wegen unserer katholischen Gläubigen, sondern auch wegen des neben uns lebenden Volkes, konkret des serbischen bzw. des dem orthodoxen Glauben anhängenden Volkes, dem in diesem Falle leicht die Praktizierung einer solchen Form von Faschismus, Rassismus und Völkermord-Philosophie zugeschrieben werden könnte.
- Ich versichere Ihnen, daß meine Gläubigen, soweit ich sie kenne - und ich denke, daß ich sie gut kenne - in ihrer Mehrheit tatsächlich friedfertige Men­schen sind, Menschen, die bereit und fähig sind, wie auch bisher mit den An­hängern anderer Glaubensbekenntnisse und mit anderen Völkern in einem Kli­ma des Respekts gegenüber den Überzeugungen, Rechten und Besonderheiten der anderen zusammenzuleben.
- Die Zukunft der Gläubigen meines Bistums hängt in hohem Maße auch von Ihnen und Ihrer Humanität und Weilsicht ab. Dies haben mir auch viele Gesprächspartner, Vertreter örtlicher Zivil- und Militärbehörden, bestätigt.
Ich erlaube nur daher, Sie im Namen von einigen Zehnlausend Gläubi­gen, die von mir eine Antwort erwarten (die politischen Institutionen dieser Menschen sind zwangsweise völlig handlungsunfähig!), zu bitten, uns folgende Fragen zu beantworten:
1. Was hat die durch Sie vertretene Institution mit uns in diesem Ihrer Zuständigkeit unterstehenden Gebiet lebenden Katholiken vor?
2. Welche Rechte werden den in dem Ihrer Zuständigkeit unterstehenden Gebiet lebenden Katholiken (Kroaten, Ukrainern, Polen, Italienern, Tschechen u.a.m.) gewährleistet?
3. Was sollten Ihrer Meinung nach ich als Bischof, meine Geistlichen, unsere Ordensbrüder und -Schwestern und alle unsere übrigen Gläubigen noch tun, damit das entsetzliche Kriegsgeschehen, an dem wir nicht beteiligt sind und das wir nicht wollen, schnellstens ein Ende nimmt und es in den mehr als genug ins Wanken geratenen zwischenmenschlichen Beziehungen wieder zu Gleichgewicht und Frieden kommt?
Ich erwarte Ihre Antwort, für die ich mich hiermit im voraus bedanke! Hochachtungsvoll

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Schreiben übermittelt an
- die Apostolische Nuntiatur, Belgrad
- Herrn Dr. Branko Ðeriæ, Regierungschef der SR BiH
- das Sekretariat der BK BiH
- das Sekretariat der HBK

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STANDIGE BEDROHUNG UND GROSSE UNGEWISSHEIT FÜR DIE KATHOLIKEN IM GEBIET DER BOSANSKA KRAJINA - WIE LANGE NOCH?
Schreiben an den Präsidenten der Autonomen Republik Bosanska Krajina, Herrn V. Kupre¹anin
(Prot.-Nr. 717/92 vom 11. September 1992)

Geehrter Herr Präsident,
als sich vor einem Monat Herr Dr. Radovan Karad¾iæ, der Präsident der "Serbischen Republik Bosnien und Herzegowina", und Herr Dr. Branko Ðeriæ, der Regierungschef der "Serbischen Republik Bosnien und Herzegowina", in unserer Stadt Banja Luka aufhielten, habe ich über Ihr Kabinett die Bitte geäu­ßert, mich in meiner Eigenschaft als Bischof von Banja Luka wenigstens mit einer dieser Persönlichkeiten treffen zu dürfen. Man hat mir dies versprochen, aber die Versprechung blieb ohne Angabe irgendeiner Begründung unerfüllt. Ich mußte mich daher brieflich an die beiden Persönlichkeiten, die auch für das Schicksal bzw. die Zukunft von über 100.000 katholischen Gläubigen meines Bistums Banja Luka Verantwortung tragen, wenden, um ihnen die schwierige Lage und die Ungewisse Zukunft dieser Menschen darzulegen.
Bis heute habe ich von keiner der Persönlichkeiten irgendeine offizielle Antwort bekommen!
Sie, Herr Kupre¹anin, haben meinem Büro (ich war abwesend) telefo­nisch mitgeteilt, daß Herr Präsident Dr. Karad¾iæ Sie ermächtigt hat, in seinem Namen mit mir den Inhalt des erwähnten Briefes bzw. die zum Bistum Banja Luka gehörende Glaubensgemeinschaft betreffende aktuelle Fragen zu erörtern.
Ich danke Ihnen für Ihr geneigtes Interesse!
Ich erlaube mir, Ihnen wenigstens einen Teil des nicht nur mich, sondern auch einige Zehntausend Katholiken meines Bistums im Gebiet der Bosanska Krajina bedrückenden schweren Alptraums vorzutragen.
Da diese Menschen Schutz und ihre legitimen Rechte nicht Über ihre gewählten politischen Vertreter einfordern können, da man denselben ihre Tä­tigkeil völlig unmöglich gemacht bzw. sie inhaftiert und sogar getötet hat (Kotor Varo¹, Prijedor, Ljubija, Sanski Most, Bosanska Gradi¹ka, Kljuè, Mrkonjiæ Grad), verlangen sie als katholische Gläubige von mir, ihrem Bischof, daß ich sie vor den unerträglichen Quälereien, Plünderungen und Verfolgungen schütze und dafür sorge, daß ihre fundamentalen Menschenrechte wieder gesichert sind, die man ihnen in großem Umfang genommen bzw. über die man sich hinwegge­setzt hat. Dies sind u.a.: Das Recht auf Gleichberechtigung ohne Ansehen der nationalen Zugehörigkeit und der religiösen Überzeugung, das Recht auf für das Leben und den persönlichen Unterhalt notwendige Güter, das Recht auf Arbeit und auf gerechte Verteilung der Früchte der Arbeit (über 90 % dieser Menschen wurden aus ihrem Arbeits Verhältnis entlassen!), das Recht auf selbst­bestimmte Erziehung und Bildung der eigenen Kinder, das Recht auf freien Zusammenschluß und Mitbestimmung im öffentlichen und gesellschaftlichen Leben, das Recht auf einen guten Leumund und das Recht auf Gewissensfrei­heit sowie das Recht auf Gedanken- und Redefreiheit. All dies nur einige der Rechte, die in einem zivilisierten Umfeld für jedermann gewährleistet sind! In einigen Teilen meines Bistums - Bosanska Gradi¹ka, Prijedor, Ljubija, Sanski Most, Kljuè, Kotor Varo¹, und ständig zunehmend auch in Banja Luka - können die Gläubigen den seit mehreren Monaten andauernden entsetzlichen Druck und die große soziale Gefährdung nicht mehr ertragen und verlangen von mir, daß ich ihnen den Weggang ermögliche, gleich, wohin - was meistens der Weg in die totale Ungewißheit ist! Die Leute fühlen sich noch immer sehr oft wie ge­hetztes Wild, und sie können keinen rechtlichen Schutz seitens der für öffentli­che Ruhe und Ordnung zuständigen Organe erwarten!
Während der vergangenen anderthalb Monate ist es mir unter großen Schwierigkeiten gelungen, die meisten der Pfarreien im Gemeindegebiet von Banja Luka - Lakta¹i, Bosanska Gradi¹ka, Prnjavor, Èelinac, Kotor Varo¹, Mrkonjiæ Grad, Kljuè, Sanski Most und Prijedor - aufzusuchen und mir vor Ort ein Bild von der wahren Situation meiner Gläubigen, der im religiösen Dienst tätigen Mitarbeiter und der religiösen Gebäude zu machen. Bei der Gelegenheit habe ich im Gespräch mit den örtlichen Behörden wie auch mit den furchtbar verängstigten Menschen alles in meinen Kräften Stehende für eine Entspan­nung der sehr schwierigen und häufig auch dramatischen Lage getan. Von den Vertretern der Zivil- und der Militärbehörden hörte ich regelmäßig, daß die ka­tholische Bevölkerung sich im großen und ganzen friedfertig verhalte und kei­nerlei besondere Probleme verursache (...). Wir, sowohl ich als auch meine Geist­lichen und die Mehrheit unserer Gläubigen, haben alles getan, damit der Sturm des Krieges keine gefährlichen Fruchte in unser Gebiet trägt und die Katholiken dieses Gebiets die uns allen aufgezwungene schreckliche Kriegstragödie nicht noch größer werden lassen.
Trotzdem sind viele Zivilisten getötet worden (es sind über 150, von de­nen ich weiß), und es werden immer noch Zivilisten umgebracht (Ljubija, ©urkovac), und dies ohne Einschaltung eines Gerichts und ohne Urteil. Häuser werden angezündet und zerstört, bewaffnete Uniformierte plündern Eigentum und Einzelpersonen werden an unbekannte Orte verschleppt (z. B. der Bischöf­liche Rat, Herr Dipl.-mg. Marijan Vi¹tica aus Bosanska Gradi¹ka).
Ein besonderes Problem ist die Zerstörung und Schändung von Kirchen und anderen religiösen Gebäuden. In den letzten drei Monaten wurden ohne jeden Grund und Anlaß, und ohne daß es jeweils in der Nähe Kampfhandlungen gegeben hätte, in diesem Gebiet 40 % aller katholischen Kirchen zerstört und in Brand gesteckt, weitere 50 % sind mehr oder weniger beschädigt worden! Fünf Geistliche, Pfarrer, sind, ohne nachgewiesenes Verschulden, nach Folterungen über Zeiträume zwischen 12 und 80 Tagen in Lagern und Gefängnissen nun­mehr mehr oder weniger hochgradige Invaliden. Und bezüglich des Pfarrers von Nova Topola, Hochw. Ratko Grgiæ, der am 16. Juni d. J. aus dem Pfarrhaus entführt wurde, gibt es trotz meiner Interventionen bei den Militär- und den Zivilbehörden keine Spur und keine Hinweise.
Herr Kupre¹anin, Ihnen wurde in dieser "Wahnsinnszeit", im Sturm eines Krieges, und eben hier, wo wir jahrhundertelang gemeinsam gelebt haben, gro­ße Verantwortung übertragen, und daher richte ich im Namen vieler meiner Gläubigen dieselben Fragen, die ich den Herren Präsidenten Dr. Karad¾iæ und Dr. Ðeriæ gestellt habe, noch einmal an Sie:
- Was haben Sie persönlich bzw. was haben die durch Sie vertretenen Institutionen mit uns Katholiken vor? Wann werden wir eine klare Antwort be­kommen?
- Welche Rechte beabsichtigen Sie uns Katholiken - Kroaten, Ukrainern, Tschechen, Polen, Italienern und anderen - zu gewähren, und wann?
- Was sollten wir Ihrer Meinung nach noch für den Frieden und ein wür­diges Zusammenleben der Menschen in unserem Gebiet tun?
- Was soll ich den vielen Tausenden von schutzlosen und entrechteten Gläubigen, die die Grenze ihres psychischen und physischen Durchhaltevermögens erreicht haben, sagen, und wie soll ich künftig verfahren?
- Ich bin überzeugt, daß Sie meine bzw. unsere Nöte verstanden haben und daß Sie ernsthaft versuchen werden, sie einer Lösung zuzuführen, und Sie werden dies gewiß auch im Blick auf alle weitreichenden Folgen Ihrer Ent­scheidungen tun.
Ich bedanke mich im voraus für Ihre Antwort!
Hochachtungsvoll

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

 

Schreiben übermittelt an:
- den Kommandeur des 1. Krajina-Korps - Banja Luka
- die Apostolische Nuntiatur - Belgrad
- das Sekretariat der HBK - Zagreb
- das Sekretariat BK BiH - Sarajevo

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"MACHEN SIE SICH WENIGSTENS IN ZUKUNFT NICHT SCHULDIG, UNS INS UNGLÜCK GEBRACHT ZU HABEN"
Bischöflicher Appell an den Führer der bosnischen Serben, Dr. R. Karad¾iæ
(Prot. Nr. 591/93 vom 23. Februar 1993)

Geehrter Herr Präsident,
ich erlaube mir, Ihnen beiliegend eine lange Liste jener kirchlichen Ge­bäude meines Bistums Banjo Luka zu übermitteln, die in den vergangenen Mo­naten vollständig zerstört bzw. mehr oder weniger beschädigt worden sind, ob­wohl es in der Mehrzahl der Fälle in der Nähe derselben keine bewaffneten Auseinandersetzungen gegeben hatte, was auch der Haltung der Mehrheit mei­ner Gläubigen, die ausgeprägte und unermüdliche Friedensstifter sind, zu ver­danken ist. Diese Liste umfaßt 93 % aller Kirchen meines Bistums sowie dazu noch 33 % der übrigen religiösen Gebäude!
Ich übermittle Ihnen zugleich eine Kopie meines an den Bürgermeister von Banja Luka, Herrn Radiæ, gerichteten Schreibens vom 19. Februar 1993 anläßlich der für die katholischen Gläubigen in dieser Gemeinde immer drama­tischer und unerträglicher werdenden Lage sowie meines an den Bürgermeister von Kljuè, Herrn Banjac, gerichteten Schreibens vom 11. Februar 1993 anläß­lich der Zertrümmerung der direkt im Zentrum von Kljuè liegenden Pfarrkirche durch Zerstörungswütige.
Möglicherweise haben Sie meine mehrmals an Sie und an Ihre Mitarbei­ter gesandten Mitteilungen noch immer nicht richtig zur Kenntnis genommen, mit denen ich Sie über die nunmehr bereits rd. 10 Monate andauernde katastro­phale Lage und völlige Entrechtung, Schutzlosigkeit und Not der Angehörigen der katholischen Kirche in noch weiteren zum Bistum Banja Luka gehörenden Gemeindegebieten informiert habe. Es handelt sich um die Gemeinden Prijedor, Sanski Most, Bosanska Gradi¹ka, Lakta¹i, Bosanska Dubica, Mrkonjiæ Grad, Kotor Varo¹, Prnjavor, Bosanski Novi, Doboj und Glamoè. Alle hiesigen Lo­kalpolitiker haben mir regelmäßig versichert, daß die Katholiken - die überall eine Minderheit der Bevölkerung bilden - in absolut keinen Kampf mit den orthodoxen Serben verwickelt sind. Dennoch aber ist festzustellen, daß sie als unschuldige Menschen häufig leiden: sie kommen ums Leben, verlieren ihr Heim und ihren Besitz, und sie gehen gewöhnlich ihrer Arbeit und ihrer sonstigen fundamentalen Menschenrechte verlustig! Wenn ich die Lokalpolitiker frage, warum den Katholiken bei uns die fundamentalen Menschenrechte unterdrückt und entzogen werden, erhalte ich oft die Antwort: "Wir haben solche Weisungen erhalten; hier sind wir machtlos!" (!?)
Wer ist das, Herr Präsident, der derartige rassistische Weisungen erteilen kann und darf, wenn doch augenblicklich Sie für das gesamte genannte Gebiet die politische Persönlichkeit mit den höchsten Befugnissen sind? Wenn Sie, von Ihrem eigenen Gewissen geleitet, für die Rechte Ihres Volkes kämpfen, sind Sie gewiß in der Lage, Verständnis und Wohlwollen dafür aufzubringen, daß auch andere Völker ein Recht auf die Wahrung ihrer eigenen Identität und Wür­de und legitimen Anspruch auf alle fundamentalen Menschenrechte haben.
Ich kann nicht glauben, daß Sie als orthodoxer Christ mit Gewalt den größten Teil eines katholischen Bistums, im konkreten Falle meines Bistums Banja Luka, vernichten wollen, aber ausgerechnet ein solcher Vorgang spielt sich in diesem Gebiet gerade ab! Wenn ich persönlich als Mensch und Christ niemals die Bedrohung der Existenz und des Eigentums eines Einzelnen, eines Volkes oder einer religiösen Gemeinschaft und somit auch nicht der schwester­lichen serbisch-orthodoxen Kirche billigen kann und bei jeder Gelegenheit mei­ne Stimme energisch gegen jede Art des Vandalismus und des Verbrechens er­hebe, erwarte ich gleichzeitig von den verantwortlichen und einflußreichen Per­sönlichkeiten des serbischen Volkes und der serbisch-orthodoxen Kirche, daß sie sich ebenso verhalten und gleichfalls ihre Stimme energisch gegen Verbre­chen an anderen - im konkreten Falle an uns, den im Hoheitsgebiet der RS lebenden Katholiken, - erheben.
Die derzeitige Lage in meinem Bistum ist in der Tat dramatisch! Fast die Hälfte der Gläubigen hat wegen der 'Wahnsinnsidee der Schaffung ethnisch rei­ner Gebiete bereits ihre Häuser verlassen müssen! Die andere Hälfte hat wegen der ununterbrochenen Bedrohung von Leib und Leben, der völligen Entrech­tung und der unmittelbaren Gefahr einer Hungersnot (die örtlichen Behörden haben unsinnigerweise den Strom dringend benötigter Hilfslieferungen über die Caritas-Organisation unseres Bistums unterbrochen) die Grenzen der Geduld erreicht. Ich fürchte, daß auch bei all unseren unermüdlichen Anstrengungen weder ich noch meine Geistlichen die von schrecklicher Panik ergriffenen Ge­müter noch lange werden beruhigen können!
Ich versichere Ihnen, daß der größte Teil meiner Gläubigen, soweit ich sie kenne, wirklich imstande und willens ist, in Frieden und Eintracht und mit Respekt für ihre Mitmenschen mit anderen Völkern und mit Angehörigen ande­rer religiöser Gemeinschaften und somit auch mit orthodoxen Serben zusammenzuleben. Lassen Sie nicht zu, daß Sie, der derzeit höchste Verantwortungs­träger des serbischen Volkes in Bosnien und Herzegowina, mit schwerem Makel behaftet werden und daß Sie die Schuld dafür tragen müssen, daß Sie einige Zehntausend friedensstiftende gläubige Christen, Katholiken, vertrieben und ausgerottet haben, nur weil Sie persönlich bei engster Auslegung nicht deren Glaubensgemeinschaft angehören. Bei einem derart abscheulichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit würden Sie kein ruhiges Gewissen, geschweige denn den Segen des Herrn haben!
Seinerzeit hatten Sie mir mündlich versprochen, sich persönlich für eine positive Lösung aller Probleme einzusetzen, welche die Katholiken betreffen, die im unter Ihre Zuständigkeil fallenden Gebiet ansässig sind! Ich bin Ihnen dafür dankbar gewesen. Leider haben wir - von einigen lobenswerten Beruhigungsaktionen abgesehen - hauptsächlich das Gegenteil des uns Verspro­chenen erlebt, und zwar in sehr erschütternder Form!
Ich beschwöre Sie nochmals: machen Sie sich wenigstens in Zukunft nicht schuldig in dem Sinne, daß uns durch Sie neues, unvoraussehbares und unermeßliches Unglück gebracht wird! Es gehört zu Ihrer Verantwortung, den vielfältigen tagtäglich an uns verübten Verbrechen Einhalt zu gebieten, insbe­sondere in den Gemeinden Bosanska Gradi¹ka, Banja Luka, Lakta¹i, Prijedor, Sanski Most, Prnjavor, Doboj, Kotor Varo¹ und Bosanski Novi! Damit würden Sie gleichzeitig auch Ihrem Volk den besten Dienst erweisen!
Dürfen ich und die Angehörigen meines ohne jeden Grund und Anlaß niedergetretenen und dezimierten Bistums noch immer hoffen, daß Sie sich uns gegenüber als ein Mensch zeigen, der sich als gläubiger Christ an das Wort "Fürchte Gott und tue, was recht ist" (Apg 10, 35) hält?
Wir erwarten Ihre positive Antwort!
Hochachtungsvoll

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

1. Anlagen (3)
2. Übermittelt an
- die Apostolische Nuntiatur - Belgrad,
- das Sekretariat der Bischofskonferenz BiH - Sarajevo
- das Sekretariat der Bischofskonferenz von Kroatien - Zagreb

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WIEDER MUSS ICH MEINE STIMME ERHEBEN, UM WEGEN AN KATHOLIKEN IN DER GEMEINDE BOSANSKA GRADI©KA ERNEUT VERÜBTER VERBRECHEN ZU PROTESTIEREN
Schreiben an den Regierungschef der RS, Dr. Vladimir Lukiæ
(Prot. Nr. 611/93 vom 25. Februar 1993)

Geehrter Herr Premierminister,
in letzter Zeit erreichen mich besonders dramatische Nachrichten aus meinen Pfarreien Dolina und Bosanska Gradi¹ka in der Gemeinde Bosanska Gradi¹ka. Das verbliebene Drittel der katholischen Gläubigen, das trotz, bereits mehrere Monate andauernder ständiger Quälereien seine Heimat nicht verlas­sen hat, ruft inständig um Hilfe und fleht, daß man das Leben der Menschen, ihre Ehre und ihr Eigentum schützen möge.
Tagtäglich und allnächtlich werden zahlreiche katholische Familien von uniformierten Einzelpersonen oder Gruppen heimgesucht, die die Anwesenden körperlich mißhandeln und sie in der Absicht, sich darin selbst niederzulassen, aus ihren Häusern jagen.
Einzelne "Helden" vergewaltigen sogar Frauen und Mädchen. Es hat mehrere solcher Fälle gegeben. Der jüngste ist der in der Nacht vom 16. auf den 17. d. M. im Dorf Gornja Dolina geschehen, bei dem die über 60 Jahre alte Frau T. J. das Opfer war. Da die Täter Soldaten waren, hat sie nach ihrer eigenen Aussage bei deren Vorgesetzten Anzeige erstattet. Es ist nicht bekannt, was die­se unternommen haben, aber es scheint, daß keine wirksamen Maßnahmen er­folgt sind, da nur einige Tage später (am 19. Februar d. J.) im gleichen Dorf nochmals ein Soldat ein ähnliches Verbrechen an S. J. versucht hat. Daß der Gewaltakt nicht vollzogen wurde, ist nur einem Zufall zu verdanken.
Eine Woche zuvor (am 09. Februar d. J.) waren in Bosanska Gradi¹ka zwei bewaffnete Uniformierte gewaltsam in ein Nonnenkloster eingedrungen und hatten die Ordensschwestern (ältere Frauen) in äußerst abscheulicher Weise bedroht und ihnen, nachdem nicht weniger als zwei Stunden vergangen waren, gewaltsam zwei volle Gastlaschen weggenommen. Obwohl die Täter gedroht hatten, wiederzukommen, erschienen sie, nachdem die Schwestern den Vorfall bei der Polizei angezeigt hatten, nicht wieder. Inzwischen sind andere Unbe­kannte erschienen, die in der Absicht, die Klosterräume gewaltsam in Beschlag zu nehmen, den Schwestern Angst einjagten.
In der Nacht vom 08. auf den 09. d. M. wurde die im zur Pfarrgemeinde ©imiæi gehörenden Dorf Mièije gelegene Tochterkirche St. Anton durch ange­brachte Sprengladungen schwer beschädigt.
Außerdem wurde in der Nacht vom 24. auf den 25. d. M. die im zur Pfarrgemeinde Bosanska Gradi¹ka gehörenden Dorf Èatrnja gelegene Kirche "Roðenja Bla¾ene Djevice Marije" bis auf die Grundmauern zerstört, eine Kir­che, die bereits im November 1992 durch angebrachte Sprengladungen schwer beschädigt worden war und seither nicht mehr benutzt werden konnte. Jetzt sind auch andere religiöse Gebäude im Umkreis dieser Kirche beschädigt!
All diese ihnen widerfahrenden bösen Geschehnisse sehen die katholi­schen Gläubigen als eine gegen die Mitglieder der katholischen Kirche gerich­tete, planmäßige ethnische Säuberung dieses Gebiets, wo sie sich sowohl über die lange Zeit der vergangenen Jahrhunderte hinweg als auch besonders wah­rend der letzten kriegerischen Konflikte gegenüber allen Menschen in ihrem Umkreis als friedfertige und friedensstiftende Nachbarn erwiesen haben, was auch die Zivil- und Militärbehörden wissen und öffentlich bestätigen.
Nachdem bisher entsetzliche Verbrechen an Katholiken dieser Gemeinde begangen worden sind - die Entführung und die höchstwahrscheinlich erfolgte abscheuliche Ermordung des schuldlosen Pfarrers von Nova Topola, Hochw. Ratko Grgiæ, das bestialische Vorgehen hemmungsloser Bewaffneter gegen äl­tere Ordensschwestern im Kloster von Nova Topola, die Entführung und Niedermetzelung eines Mitglieds des Diözesanrats für seelsorgerische Angele­genheiten und des Parlaments von Bosnien und Herzegowina, des Herrn Dipl.-Ing. Marijan Vi¹tica, sowie ungefähr eines weiteren Dutzend unschuldiger Ka­tholiken und die zwangsweise Aussiedlung von zwei Dritteln der Katholiken in den letzten Jahren - gehen nun mit den jüngsten "Aktionen" eigenmächtig (oder auf Befehl!) Handelnder die Untaten an Katholiken offenbar weiter, solange noch welche in diesem Gebiet leben. Viele Male haben sowohl ich als auch meine Stellvertreter, der Dekan und die Pfarrer, um Schutz für diese bedrohten und völlig entrechteten Menschen gebeten. Bedauerlicherweise können oder wollen die örtlichen Behörden sie nicht schützen, was aus der bisherigen Praxis zu ersehen ist.
Gibt es jemanden, der diesen völlig schütz- und hilflosen unschuldigen Menschen wirkungsvoller helfen kann und so ihr Leben, ihre Existenz, ihre Würde und ihr Eigentum schützt? Gibt es jemanden, der der Fortsetzung der unerträglichen Verfolgung von Katholiken im Gemeindegebiet von Bosanska Gradi¹ka einen Riegel vorschiebt? Sind Sie persönlich in der Lage und willens, dies zu tun, oder gibt es jemanden, der befugt ist, im Namen der Regierung der RS entsprechende Maßnahmen zu ergreifen?!
Ich kann nicht umhin, auch diesmal wieder meine Summe zum Protest wegen erneuter Verbrechen an meinen Gläubigen zu erheben, und ich appelliere an Sie, an den Herrn Präsidenten Karad¾iæ und an alle Persönlichkeiten und Institutionen, die dem schweren Unrecht, das den schuldlosen Katholiken und anderen in der Gemeinde Bosanska Gradi¹ka zugefügt wurde, wirkungsvoll Ein­halt gebieten können!
Ich glaube noch immer an den Sieg der Vernunft und der Menschlichkeit, zumindest auf der Ebene der höchsten Verantwortungsträger unserer Völker, zu denen selbstredend auch Sie gehören!
Wir alle erwarten Ihre positive Antwort!
Hochachtungsvoll

 Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Schreiben übermittelt an:
1. den Präsidenten der RS, Herrn Dr. R. Karad¾iæ
2. den Parlamentspräsidenten der RS, Herrn M. Kraji¹nik
3. den Kommandeur des 1. Krajina-Korps, Herrn Generalmajor M. Taliæ
4. die Apostolische Nuntiatur - Belgrad
5. das Sekretariat der Bischofskonferenz BiH - Sarajevo
6. das Sekretariat der Bischofskonferenz von Kroatien - Zagreb

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WOLLEN UNSERE ORTHODOXEN BRUDER WIRKLICH DIE KATHOLISCHE KIRCHE IN DIESEM GEBIET AUSROTTEN?
Schreiben an den Führer der bosnischen Serben, Herrn Dr. R. Karad¾iæ
(Prot. Nr. 920/93 vom 26. März 1993)

Geehrter Herr Präsident,
dieser Tage erreichte mich Ihr Brief als erste Antwort auf meine an Sie und Ihre Mitarbeiter gerichteten wiederholten offiziellen Schreiben. Ich danke Ihnen! Dies ist - nicht nur für mich allein - ein Hoffnungssignal, das erkennen läßt, daß die vielen und dramatischen Rufe nach Hilfe und Schutz für die Gläu­bigen meines Bistums Banja Luka doch die Ohren und wohl auch die Herzen derer erreichen, die derzeit - ohne uns - über unsere Zukunft entscheiden und zu denen auch Sie gehören.
1. In Ihrem Brief drücken Sie Bedauern darüber aus, daß der Grund mei­nes letzten an Sie gerichteten Schreibens "ein durch vermeintliche Drohungen und Erpressungen verursachtes Gefühl der Unsicherheil und der Sorge um das eigene Leben" gewesen sei. Sie bitten mich deshalb, Ihnen "zum Zweck des Schutzes nicht nur meiner Person, sondern aller Bürger der "Republika Srpska", vollständigere Angaben zu den angeführten Geschehnissen mit allen für eine Ermittlung der jeweiligen Täter relevanten Einzelheiten" vorzulegen. Diese Angaben benötigen Sie, wie Sie anführen, deshalb, weil Sie an Hand meines Briefes "nicht unterscheiden können, ob es sich um meine subjektive, durch die erwähnten Unannehmlichkeiten zustandegekommene Sicht handelt oder ob die Lage tatsächlich so ist, wie ich sie darstelle, was alarmierend wäre. Zum Schluß heben Sie hervor, daß Sie "unabhängig davon, ob ich Ihnen die verlangten Angaben übermittle oder nicht, alles tun werden, um die ganze Situation zu prüfen, eventuelle Täter zu ermitteln und sie vor Gericht zu bringen und uns Frieden und Sicherheit zurückzugeben".
2. Hinsichtlich Ihrer an mich gerichteten Bitte, Ihnen konkrete Angaben über die verschiedenen Zwischenfälle, kriminellen Handlungen und echten Ver­brechen an der Zivilbevölkerung meines Bistums (aber auch an einer großen Zahl sonstiger Zivilisten in diesem Teil der "Republika "Srpska") zu Übermit­teln, darf ich Ihnen vorläufig folgende Tatsachen zur Kenntnis geben:
3. Sowohl vor als auch nach den ersten unglückseligen kriegerischen Zusammenstößen im Gebiet von Bosnien und Herzegowina im Frühjahr 1992 habe ich mich bemüht, jede Gelegenheit zu nutzen, um bei den sehr häufigen Begegnungen mit meinen Geistlichen und Gläubigen und den zahlreichen Kontakten mit den Vertretern der serbisch-orthodoxen Kirche und der islamischen Glau­bensgemeinschaft sowie mit den rechtmäßigen örtlichen Behörden zur Erhal­tung des Friedens und des bis zu dem Zeitpunkt ungestörten friedlichen Zusam­menlebens in unserem Gebiet beizutragen. In der Zwischenzeit kam es zu häu­figen Kontakten mit Militärs vom 1. und 2. Krajina-Korps. Dank dem Entge­genkommen und der Hilfe der Streitkräfte war es mir möglich, fast alle Ge­meinden zu besuchen, in denen sich Pfarreien meines Bistums befinden, und mir persönlich ein Bild von der Lage der mir anvertrauten Gläubigen zu ma­chen. Über die wahre Situation der Katholiken in den einzelnen Gemeinden und ihre Entrechtung und Bedrohung habe ich den wichtigsten Vertretern der derzei­tigen örtlichen Behörden in wiederholten Gesprächen Bericht erstattet. Es ist nicht nur wahrscheinlich, sondern sicher, daß sie in großen Zügen von allen Geschehnissen in ihrem Gebiet, und somit auch von der über die Katholiken - nach ihrer eigenen Einschätzung eine ausgesprochen friedfertige Bevölkerungs­gruppe ihrer Gemeinden - hereingebrochenen Bedrängnis wußten. Bei meinen Gesprächspartnern handelte es sich insbesondere um Bürgermeister, Vorsitzen­de und stellvertretende Vorsitzende von Gemeinde-Exekutivausschüssen, Vorsitzende bzw. Mitglieder von Krisenstäben, Leiter von Schutzpolizeikommissariaten und Kommandeure der Miliz.
Nachfolgend führe ich die Namen meiner Gesprächspartner in den ein­zelnen Gemeinden auf:
1. Banja Luka: P. Radiæ, Bürgermeister; A. Ru¾iæ, Stellvertretender Vorsitzen­der des Exekutivausschusses; V. Tutus, Leiter des Schützpolizeikommissariats
2. Lakta¹i: S. Joviæ, Bürgermeister (und Vorsitzender des Krisenstabs); B. Kovaèeviæ, Vorsitzender des Exekutivausschusses; S. Dobrijeviæ, Leiter des Schutzpolizeikommissariats
3. Bosanska Gradi¹ka: N. Iva¹tanin, Bürgermeister; B. Todoroviæ, Vorsitzender den Exekutivausschusses; V. Vesiæ, Leiter des Schutzpolizeikommissariats
4. Prnjavor: N. Vasiæ, Bürgermeister; N. N., Leiter des Schutzpolizeikommissariats
5. Prijedor: M. Stakiæ, Bürgermeister (und Vorsitzender des Krisenstabs); D. Kurnoga, neugewählter Bürgermeister; N. Savanoviæ, Stellvertretender Vor­sitzender des Exekutivausschusses; S. Drljaèa, Leiter des Schutzpolizei­kommissariats; Ð. Taranjac, Vorsitzender des Krisenstabs - Ljubija; D. Bajiæ, Kommandeur der Miliz - Ljubija
6. Sanski Most: N. Ra¹ula, Bürgermeister (und Vorsitzender des Krisenstabs); V. Vrke¹a, Vorsitzender des Exekutivausschusses; M. Vruèiniæ, Leiter des Schutzpolizeikommissariats
7.  Kljuè: J. Banjac, Bürgermeister; N. Tomiæ, Vorsitzender des Exekutivausschusses
8. Glamoè: P. Suba¹iæ, Bürgermeister; J. Herceg, Leiter des Schutzpolizeikommissariats
9. Kotor Varo¹: N. Ðekanovic, Bürgermeister (und Vorsitzender des Krisen­stabs); Z. Pejiæ, Leiter des Schutzpolizeikommissariats
10. Mrkonjiæ Grad: D. Are¾ina, Bürgermeister; Lj. Vasaliæ, neugewählter Bür­germeister
11. Bosanska Dubica: D. Krnjajiæ, Bürgermeister; N. N., Stellvertretender Bür­germeister
12. Bosanski Novi: D. Kutlija, Leiter des Schutzpolizeikommissariats; M. Vukoviæ, Kommandeur der Miliz; N. N., Kommandeur der Miliz in Bosanska Kostajnica
13. Doboj: N. N., Kommandeur der Miliz und der Schutzpolizei - Stanari – (für unsere Pfarrei Dragalovci)
Abgesehen von häufigen Gesprächen, die ich wegen der Verschlechte­rung der Lage meiner Gläubigen besonders in den Gemeinden Banja Luka, Bosanska Gradi¹ka, Prijedor, Sanski Most, Lakta¹i, Kotor Varo¹, Prnjavor und Kljuè führte, war ich genötigt, mich auch schriftlich mehrfach an verantwortli­che Amtsträger in den genannten Gemeinden zu wenden (an die Herren Radiæ, Iva¹tanin, Vesiæ, Stakiæ, Kurnoga, Ra¹ula, Joviæ, Dobrijeviæ, Ðekanoviæ und Vasiæ) und dieselben um stärkeren und wirksameren Schutz für die entrechteten und bedrohten Gläubigen, die im religiösen Dienst tätigen Mitarbeiter der Kir­che und die religiösen Gebäude in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsgebiet zu ersuchen. Nachdem Sie im September 1992 Herrn Voja Kupre¹anin (bis zu je­nem Zeitpunkt Präsident der "Autonomen Republik Bosanska Krajina") zu Ih­rem Vertreter für die Lösung aller die Gläubigen meines Bistums betreffenden Probleme ernannt hatten, habe ich denselben regelmäßig mündlich über das gesamte aktuelle Geschehen vor Ort und einige Male auch schriftlich über die ständige Verschlechterung der Situation unserer Gläubigen, von deren Friedfer­tigkeit sich Herr Kupre¹anin viele Male selbst überzeugen konnte, informiert. Ich habe Grund zu der Annahme, daß er Sie über unsere konkreten Interventio­nen, Ersuchen und Beschwerden auf dem laufenden zu halten hatte!
4. Aktuelle Bedrohungen von Leib und Leben und von Besitztümern der Angehörigen der katholischen Glaubensgemeinschaft, insbesondere im Gebiet bestimmter Gemeinden (Prijedor, Sanski Most, Bosanska Gradi¹ka, Lakta¹i, Kljuè, Banja Luka, Prnjavor, Kotor Varo¹ und Mrkonjiæ Grad) habe ich bei einige n Treffen mündlich und schriftlich auch dem Kommandeur des l. Krajina-Korps, Herrn Generalmajor bzw. General Oberstleutnant M. Taliæ, und dessen Stellvertretern bzw. Mitarbeitern - den Herren Bogojeviæ, Bogdaniæ, Te¹iæ, Vejnoviæ, Vukeliæ, Peuliæ, Arsiæ und Simiæ - gemeldet, wobei ich die Betreffen­den um Schutz und Hilfe für alle Bedrohten und Entrechtelen ersuchte.
In der gleichen Angelegenheit und mit dem gleichen Ziel habe ich mich mehrfach mündlich und schriftlich an den CSB-Leiter in Banja Luka, S. ®upljanin, und an den verstorbenen S. Markoviæ gewandt.
Ich war bemüht, alle an die genannten Persönlichkeiten gerichteten schrift­lichen Eingaben regelmäßig per Post auch den höchsten Regierungsorganen der RS - der Regierung, dem Parlament oder Ihnen persönlich! - zugehen zu lassen.
5. Sofern es also um die Katholiken meines Bistums geht, verfügen somit alle zuständigen Persönlichkeiten und Behörden der genannten Gemeinden über "alle erforderlichen Angaben mit vielen für die Ermittlung der jeweiligen Täter relevanten Einzelheiten", um die Sie mich gebeten haben, weil wir diese Per­sönlichkeilen und Behörden rechtzeitig und konkret auf die zahlreichen, häufigen Fälle hingewiesen haben, die u.a. betreffen: die Bedrohung von Leib und Leben sowie von Eigentum und von sonstigen fundamentalen Menschenrech­ten, die Bedrohung des Rechts auf Leben, auf Wohnung, auf Gleichberechti­gung ohne Ansehen der nationalen Zugehörigkeit oder der religiösen Überzeu­gung, auf Arbeit und auf ehrliche Verteilung der Früchte der Arbeit, auf lebens­notwendige Güter, auf Gewissensfreiheit, auf selbstbestimmte Erziehung und Bildung der Kinder, auf Gedanken- und Redefreiheit, auf Gesundheitsschutz und soziale Sicherheit, auf Bewegungs- und Reisefreiheit, auf einen guten Leu­mund, auf Vereinigungsfreiheit und auf Mitbestimmung im öffentlichen und gesellschaftlichen Leben (...). Diese Persönlichkeiten und Behörden sind ver­pflichtet, Ihnen diese Angaben zu machen, und sie sind dazu in der Lage! - Wenn ich Ihnen alle erforderlichen und bekannten Daten vorzulegen hätte, wür­de das Ganze einige Dutzend Seiten umfassen! Da die Vorlage der Daten nicht meines Amtes ist, überlasse ich diese sehr ernst zu nehmende Aufgabe den zuständigen Organen der Behörden bzw. der Polizei.
6. Allen zuständigen Persönlichkeiten der örtlichen Behörden und des Militärs, aber auch Hunderten und Tausenden meiner Gläubigen und ihrer Nach­barn sind das vielfache Unglück und die tragischen Schicksale vieler Katholi­ken (und anderer unschuldiger Zivilisten) und ihrer Familien, einzelner Grup­pen von Gläubigen, vieler Dörfer und Siedlungen und ganzer Pfarreien bzw. Dekanate in meinem Bistum bekannt. Viele kennen auch die Haupttäter von Verbrechen, und ebenso deren Vorgesetzte bzw. Auftraggeber!
Sie wissen ebenfalls, wer die unschuldig Hingemordeten, Niedergemet­zelten, Gefolterten, Verhafteten und körperlich Mißhandelten sind und wo diese Taten geschahen: vor allem in den Gemeinden Prijedor, Bosanska Gradi¹ka, Kotor Varo¹, Sanski Most, Bosanski Novi, Prnjavor, Banja Luka, Lakta¹i, Bosanska Dubica, Kljuè, Glamoè, Mrkonjiæ Grad und Doboj. Sie wissen auch die genauen Tatsachen über der überfallenen, zerstörten und geplünderten Bau­ernhöfe; wo Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben und wer diese Men­schen sind - in einzelnen Gemeinden handelt es sich sage und schreibe um Tau­sende! - (Menschen, die Opfer einer unmenschlichen Verordnung wurden, die aus Gewissensgründen der Wehrpflicht nicht Folge geleistet haben, bei denen ein Familienmitglied bereits eingezogen und an der Front ist...); wem das Recht auf Unterhalt und Gesundheitsschutz verweigert wird; wo man alle Leute aus einem Autobus gejagt oder Leuten keine Busfahrkarte gegeben hat, weil sie Katholiken bzw. Kroaten waren; wessen Kinder in der Schule ihren katholi­schen Religionsunterricht nicht haben können, während die Kinder orthodoxer Eltern sehr wohl ihren Religionsunterricht haben; wo Menschen ihre jahrhun­dertealte Heimat verlassen mußten, wer diese Vertriebenen sind und wie viele Zehntausende es waren - daß sie völlig unschuldig waren bzw. nur deshalb ge­hen mußten, weil bewaffnete Uniformierte es so wollten und sie seitens der Behördenorgane niemand ernsthaft geschützt hat; wo - in Ortsgemeinschaften oder Gemeindeorganen - alle örtlichen Behördenvertreter wegen ihrer Zugehö­rigkeit zur kroatischen (oder zu einer anderen nichtserbischen) Volksgruppe bzw. zur katholischen Kirche mit Gewalt an ihrer Tätigkeit gehindert oder abgelöst worden sind und wer die so Behandelten waren; wann und wo bewaffnete und uniformierte Personen Frauen und Mädchen vergewaltigt haben (...).
Selbstverständlich wissen alle Verantwortlichen, und natürlich auch viele von uns, sehr wohl von den durch nichts provozierten Überfällen, bei denen sogar Morde geschahen (Prijedor, Bosanska Gradi¹ka, Doboj) bzw. Geistlichen, Ordensbrüdern und -Schwestern und sonstigem kirchlichen Personal Eigentum weggenommen wurde. Ebenso ist es bekannt, daß trotz ausdrücklichen Verbots seitens des Kommandeurs des 1. Krajina-Korps fast alle unsere religiösen Ge­bäude des Bistums in der Mehrzahl der Gemeinden dieser Region (systema­tisch!) beschädigt, verwüstet oder zerstört worden sind (95 % der Kirchen und 40 % der anderen kirchlichen Gebäude).
Nach gegen das Leben und das Eigentum von Angehörigen der katholi­schen Kirche gerichteten Straftaten (wie auch in ähnlichen anderen Fällen in diesem Gebiet) hätten jeweils amtliche Kommissionen eine Tatbestandsaufnahme durchführen und ein entsprechendes Protokoll aufsetzen und an die zuständigen Behörden weiterleiten müssen!
Es ist also so, daß die öffentlichen Organe über alles Bescheid wissen, daß die Bevölkerung Bescheid weiß und daß auch wir Bescheid wissen, und tagtäglich erfahren wir von neuen schlimmen Geschehnissen, sogar von sol­chen mit äußerst tragischen Folgen! Ich möchte Ihnen gegenüber an dieser Stel­le erneut betonen, daß, von wirklich seltenen Ausnahmen abgesehen, - im Un­terschied zu anderen Gegenden von Bosnien und Herzegowina - hier in diesem Gebiet keinerlei bewaffnete Zusammenstöße zwischen Katholiken und anderen stattgefunden haben bzw. stattfinden, was Ihnen sicher bekannt ist! Wir, die Katholiken, haben hier niemanden bedroht! "Wir hofften auf Frieden, aber es kommt nichts Gutes." (Jer 8,15).
- Warum geschieht uns dies alles, wenn wir doch keine Schuld tragen? Warum unterdrückt und verfolgt man uns ohne Gerichtsverfahren und Urteil?
- Kann und wird man endlich der Anarchie, dem Gesetz der Gewalt und der Brutalität und der Rücksichtslosigkeit einzelner Tyrannen, die sowohl ihr eigenes Volk als auch die anderen in diesem Gebiet lebenden Völker mit Un­glück überziehen, ein Ende setzen?
Solche und ähnliche existentielle Fragen stellen mir viele, und sie stellen sie über mich auch Ihnen!
7. Ich habe Ihnen in meinen Briefen bereits früher dargelegt, daß sich viele Angehörige meines Bistums (aber auch viele andere Menschen) an ihre Pfarrer bzw. an mich, den Bischof, als ihre einzigen "Zufluchtsstätten" wenden und um Intervention, Hilfe und Schulz bei den örtlichen und den höheren Be­hörden bitten, weil ihre rechtmäßig gewählten politischen Vertreter ohne Ur­teilsspruch getötet, an unbekannte Orte verbracht oder inhaftiert oder aber zur Flucht gezwungen worden sind (Prijedor, Sanski Most, Bosanska Gradi¹ka, Kotor Varo¹, Mrkonjiæ Grad, Lakta¹i).
Wir sind uns des überwiegend geistlichen Charakters unserer Sendung und unseres Wirkens unter unseren Gläubigen bewußt. Andererseits ist es uns nicht möglich, über das mannigfache Unheil, das unsere Gläubigen heimge­sucht hat, und über die schweren Ungerechtigkeiten, die sie völlig unschuldi­gerweise schon monatelang zu erdulden haben, hinwegzusehen und ihre Hilfe­rufe und Bitten um Schutz für ihr nacktes Leben und ihre Existenz zu überhö­ren! Tm übrigen müssen und wollen auch wir heutigen geistlichen Führer der uns anvertrauten Gläubigen so, wie es in der Geschichte der Kirche immer war, mit ihnen (und auch mit den anderen uns umgebenden Menschen) "Freude und Hoffnung, Leid und Angst" teilen (vgl. 2. Vatikanisches Konzil, GS 1). Diese Verpflichtung ist uns durch Jesus Christus selbst, durch sein Beispiel, durch seine Lehre und durch sein Gebot auferlegt (vgl. Mt 28, 20).
Ihnen müßte von früher her ganz gewiß bekannt sein, daß ich gewöhnlich in allen zitierten wie auch in vielen anderen Gesprächen bemüht gewesen bin, nichts zu dramatisieren, sondern jeweils die konkrete schwere und oft auch tra­gische Situation unserer Gläubigen zu mildern. Ich hielt es jedoch trotzdem für erforderlich, meine Gesprächspartner darauf aufmerksam zu machen, daß ein jedes Verbrechen früher oder später an den Tag kommt und daß es aufgedeckt und das entsprechende Urteil gelallt wird, und daß daher eventuelle weitere Verbrechen mit allen legalen Mitteln verhindert werden müssen. Die Heilige Schrift lehrt uns nämlich: "Wer mit dem Bösen schwanger geht, gebiert Un­glück!" (Hiob 15,35).
Ich glaube, daß bei meinen Gesprächspartnern guter Wille und Bereit­schaft, der Anarchie ein Ende zu setzen, vorhanden waren, jedoch nicht in aus­reichendem Maße, und nicht überall gleichmäßig! So wurde leider dem Bösen nicht nur kein Einhalt geboten, sondern es hat in den letzten Wochen und Tagen noch größeren Umfang angenommen, einmal in Gestalt der Tötung unschuldi­ger Menschen (Prnjavor, Sanski Most, Bosanski Novi, Doboj, Banja Luka), ein andermal in Gestalt der Zerstörung oder Beschädigung kirchlicher Gebäude und privater Hauser und der Plünderung von Eigentum (Banja Luka, Bosanska Gradi¹ka, Prnjavor, Kljuè, Sanski Most, Prijedor) - und überall in Gestalt der Panik wegen der Bedrohung der Existenz, ständiger Drohungen mit Massakern, Akten der Vertreibung und ethnischer Säuberung, eines Zustands, der neuerdings im Fernsehen, im Rundfunk und in der Presse durch äußerst perfide Unterstellungen, Lügen und Verleumdungen auf Rechnung des Bischofs von Banja Luka und der katholischen Kirche angeheizt wird, indem man den Anschein erweckt, daß der Bischof und die katholische Kirche (!) irgendeine Inszenierung vorbereiten, auf deren Basis sie angeblich ihre katholischen Gläubigen aus ihrer jahrhundertealten Heimat wegbringen und irgendwohin in die völlige Unge­wißheit führen möchten!
8. Angesichts dessen, daß sie in all unseren Pfarrgemeinden zahlreiche Leiden, Repressionen und Vertreibungen bzw. Nötigungen erleben mit dem Ziel, sie zur Flucht zu veranlassen, sowie die häufige Unterdrückung fundamentaler Menschenrechte ertragen müssen, stellen viele Gläubige meines bereits dezi­mierten Bistums zwangsläufig sowohl mir als auch Ihnen die unumgängliche Frage: "Ist unter derartigen Bedingungen für uns, die Katholiken des Bistums Banja Luka, in den Gemeindegebieten von Banja Luka, Lakta¹i, Bosanska Gradi¹ka, Bosanska Dubica, Srbac, Prnjavor, Bosanski Novi, Prijedor, Sanski Most, Bosanska Krupa, Kljuè, Bosansko Grahovo, Drvar, Bosanski Petrovac, Glamoè, Mrkonjiæ Grad, ©ipovo, Jajce, Èelinac und Kotor Varo¹ - also in Ge­bieten, wo unsere Vorfahren während viel stürmischerer Zeiten ihr Herdfeuer, ihre Wurzeln und ihre Identität (die religiöse und die nationale) bewahrt und gemeinsam mit Angehörigen anderer Völker und Religionsgemeinschaften ge­lebt haben - überhaupt noch ein normales, menschliches und zivilisiertes Leben möglich?"
Ich persönlich glaube, daß keiner, der human denkt und fühlt, uns völlig unschuldigerweise ausrotten und uns aus diesem Gebiet, das jahrhundertelang unsere Heimat war, vertreiben will. Zum anderen kann ich solchen überaus un­menschlichen und unzivilisierten Akten wie dem einer ethnischen Säuberung nicht zustimmen, gleich, wen sie betreffen, was somit auch für den Fall meiner katholischen Gläubigen gilt. Dies wäre gleichbedeutend mit einer Zustimmung zum Verbrechen nicht des Jahrhunderts, sondern des Jahrtausends, d.h. zur völ­ligen Ausrottung der katholischen Kirche in diesem Gebiet, wo sie schon seit 17 Jahrhunderten besteht. Sie hat sich hier behauptet, obwohl sie unchristliche Hunnen, Avaren, Mongolen und Osmanen und in jüngerer Zeit atheistische Kom­munisten zum Darniederliegen brachten und ihre Gläubigen vertrieben wurden, aber jetzt könnte es geschehen, daß sie verschwindet, weil unsere orthodoxen christlichen Brüder, d.h. unsere Nachbarn und Freunde - und sogar unsere Ver­wandten!? - dies angeblich so wollen!
Daher meine ich und auch meine Geistlichen, Ordensbrüder und - Schwestern und der größte Teil meiner Gläubigen, daß eine negative Antwort der derzeitigen politischen Führer inner- und außerhalb der "Republika Srpska" für uns alle sehr schmerzlich, zugleich aber auch furchtbar vernichtend und zutiefst unmoralisch und unmenschlich für den- oder diejenigen wäre, der oder die mit Gewalt und Gesetzlosigkeit dahinter stehen würden.
9. Die Worte am Ende Ihres Briefes, mit denen Sie versprechen, daß Sie "alles tun werden, um die gesamte Situation zu prüfen, eventuelle (?!) Täler zu ermitteln und dieselben vor Gerichte bringen und uns Frieden und Sicherheit zurückzugeben", klingen in der Tat beruhigend! Ich danke Ihnen aufrichtig da­für! Bis zur Stunde ist unseren Gläubigen, Geistlichen und Ordensbrüdern und-schwestern ohne jeden Grund und Anlaß schon allzu viel des Bösen und der Ungerechtigkeit zugefügt worden, als daß man derartiges noch weiter unge­straft zulassen dürfte. Was mich, den Bischof von Banja Luka persönlich, die physische Bedrohung meiner Person und die Erpressungsversuche mir gegen­über sowie die Verleumdungen über die Medien angeht, so möchte ich dazu keinen besonderen Kommentar abgeben, wenngleich es hier nicht um, wie Sie sich ausdrücken, vorgebliche, sondern um tatsächliche - üble und äußerst argli­stig geplante - Aktionen geht, von denen sowohl die Zivilbehörden als auch das Militär in Banja Luka wissen. Dies alles zeugt eindeutig vom moralischen Ni­veau derer, die dahinterstehen. Ich glaube, daß Sie nicht zu diesen Leuten zäh­len, und deshalb mache ich Sie auf die Möglichkeit negativer Folgen aufmerk­sam, die eine Fortsetzung des jetzigen Zustands mit sich brächte, vor der uns der Herr bewahren möge und die weder für mich noch für Sie noch für die Sie umgebenden Übrigen Verantwortungsträger wünschenswert ist!
Daher teile ich auch Ihre Ansicht, daß es wirklich höchste Zeit ist, die Gesamtsituation der Katholiken in den genannten Gebieten mit Unterstützung einer gemischten Kommission zu überprüfen, von einer Gemeinde und von ei­ner Ortschaft zur anderen und, wenn nötig, von Pfarrei zu Pfarrei und von den Vertretern einzelner Gruppen von Gläubigen bis hin zu den vielen verzweifelten Familien und Einzelpersonen. Wir erwarten begründetermaßen, daß wir von der maßgeblichsten Instanz der "Republika Srpska" endlich die feste Zusicherung erhalten, daß wir für Sie und die über unsere Zukunft mitentscheidenden Per­sönlichkeiten Ihrer Umgebung Menschen sind, die Wertschätzung und die Re­spektierung fundamentalen Menschenrechts und aller sonstigen Menschenrech­te verdienen, daß wir nicht nur Gegenstände, Sachen oder handelbare Güter sind, als die uns leider auch einige Minister Ihrer jetzigen Regierung ansehen (R. Boðanin; vgl. "Glas Srpski", Banja Luka, vom 20. März 1993, S. 1). Das wünschen wir sowohl für uns alle, die wir noch in unserer Heimat verblieben sind, als auch für alle jene, die unschuldigerweise unier dem Druck von Gewalt und Gesetzlosigkeit in den vergangenen Monaten ihre Häuser verlassen mußten und sich nun danach sehnen, dorthin zurückkehren zu können! Alle Menschen in dieser unserer einzigen Heimat haben doch wohl - wie auch alle anderen zivilisierten Völker und Länder dieser Welt - das Recht auf einen Rechtsstaat und ein zivilisierter Menschen würdiges Dasein.
Auch dieses Mal - wie stets, wenn ich in legitimer Weise um Hilfe und Schutz für meine Gläubigen und das Volk, dem ich zugehöre, bitte - erhebe ich meine Summe zugleich für das Anliegen der Wiedergewährung entzogener fun­damentaler Menschenrechte, wobei ich an alle Menschen dieser Welt einschließ­lich der Angehörigen der serbisch-orthodoxen Kirche und des serbischen Vol­kes denke, an alle Menschen, gleich, welcher anderen Glaubensgemeinschaft oder welchem anderen Volk der Betreffende im Einzelfall angehört, wo und wann dieses Anliegen auch immer aktuell ist!
Als Christen kennen wir alle die Worte Jesu Christi, des Retters und Rich­ters aller Menschen; "Wie ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, also tut ihnen auch!" (Lk 6, 31).
Es ist mit vollem Recht zu erwarten, daß der Respekt gegenüber diesen Worten Jesu Christi bei uns, aber auch bei Ihnen in die Tat umgesetzt wird!
Angesichts dessen, daß Sie uns wieder die ungestörte Lieferung humani­tärer Hilfe über die Caritas unserer Diözese ermöglicht haben, wofür ich Ihnen im Namen einiger Tausend hilfsbedürftiger Menschen aufrichtig danke, bin ich auch zuversichtlich, daß Sie sieh auch weiter dafür einsetzen werden, das Böse, das über uns alle gekommen ist und über das ich Sie pflichtgemäß unterrichten mußte und wollte, möglichst weilgehend zu besänftigen, daß sich die Liebe der Menschen untereinander im Geiste des Evangeliums weitmöglichst behauptet!
Hochachtungsvoll 

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

 

Schreiben übermittelt an:
1. die Apostolische Nuntiatur - Belgrad
2. das Sekretariat der BK BiH - Sarajevo
3. das Sekretariat der HBK - Zagreb
4. den Hl. Synod der SPC - Belgrad

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ERGREIFEN SIE WIRKUNGSVOLLERE MASSNAHMEN, DAMIT DIE MORDTATEN AN UNSCHULDIGEN MENSCHEN AUFHÖREN!
Schreiben an den Stellvertretenden Premierminister der RS. Herrn Dr. Vitomir Popoviæ
 (Prot. Nr. 1081/93 vom 11. Mai 1993)

Geehrter Herr Stellvertretender Premierminister,
bei unserem letzten Gespräch über die derzeitige Situation der Angehöri­gen meines Bistums auf dem Gebiet der "Republika Srpska" hatten Sie mich gebeten, die wichtigsten und schwersten Probleme auch schriftlich für Sie fest­zuhalten, was ich hiermit tue.
Daß in einigen unserer Pfarrgemeinden unschuldige Zivilpersonen in ih­ren Häusern ermordet worden sind, habe ich Ihnen schon mitgeteilt.
Hier sind nun auch die Namen der Opfer (nach meinem Treffen mit Herrn Mag. M. Kraji¹nik, dem Parlamentspräsidenten der RS, am 10. April 1993):

DOLINA (Bosanska Gradi¹ka):
1. Matkoviæ, Ilija und
2. Matkoviæ, Julka.
Die beiden betagten Menschen wurden in der Nacht vom 18. auf den 19. April d. J. in ihrem Hause ermordet.
3. Ilija Martinoviæ war zuvor in seinem Haus ermordet und verbrannt worden.

PETRIÆEVAC:
1. Baru¹iæ Juro (Mitglied des Kirchenausschusses) - am 26. April 1993 in seinem Hause ermordet; vor ihm waren in ihren Häusern folgende Personen ermordet worden:
2. Jerkoviæ Marko - ermordet am 15. Dezember 1992- und seine Ehefrau
3. Jerkoviæ Borka - ermordet am 15. Dezember 1992
4. Keziæ Adolf - ermordet am 14. April 1993
5. Josipoviæ Anto - ermordet am 08. Januar 1993
6. Mariæ Miroslav - ermordet am 07. Oktober 1992 

©URKOVAC:
1. Juriæ Mirko und seine Ehefrau
2. Juriæ Ana
3. Solaja Ana
4. Tukariæ Stipica
5. Juriæ Ilija
6. Gavranoviæ Mande
Sie alle sind in ihren Häusern ermordet worden. 

BARLOVCI:
1. Bumbar Janja, eine alle Frau von 80 Jahren, die am 25. April 1993 gegen 01.30 Uhr in ihrem eigenen Hause ermordet wurde.
2. Vidakoviæ Stjepan und
3. Vidakoviæ Marija, die beide am 25. März 1993 gegen 16.00 Uhr in ihrem Haus bzw. Hof ermordet wurden.
4. Bartuloviæ Ivo
5. Anu¹iæ Tomo
6. Anu¹iæ Vid
Ermordet am 24. März 1993.
7. Lukenda Stipo, der am 02. Februar 1993 entführt, ermordet und ver­brannt wurde,
8. Lipovac Anto
9. Anu¹iæ Joso, der am 01, November 1992 in seinem Hause brutal nie­dergeschlagen wurde und einen Monat später an den Folgen der Mißhandlun­gen starb. 

JAJCE:
1. ©imunoviæ Drago und
2. Pranjko Vilma und
3. Pranjko Franjo, beide ältere Menschen, die um den 10. April 1993 herum ermordet wurden.

 MOTIKE:
1. Kovaèeviæ Manda und
2. Kovaèeviæ Niko, ihr Sohn, die beide am 08, Mai 1993 (!) in ihrem Hause ermordet wurden.
Dies sind die jüngsten Morde, die die völlig schutzlose Bevölkerung sehr in Angst versetzt haben.

Abgesehen von diesen Mordtaten wird auch weiterhin auf Häuser und Wohnungen, besonders in einigen Teilen der Gemeinde Banja Luka, geschos­sen, wodurch sich die Menschen zusätzlich gedrängt fühlen, ihr Heim zu ver­lassen.
Ich bitte Sie daher, gemäß Ihrer Einstellung, gemäß der Verfassung der RS und gemäß allem, was mir von Ihnen persönlich und von Herrn Krajisnik versprochen wurde, wirkungsvollere Maßnahmen zu ergreifen, damit unschul­dige und friedfertige Menschen -Angehörige der katholischen Kirche - wirklich anfangen können, sich als geachtete Mitbürger zu fühlen, deren fundamentale Menschen- und Bürgerrechte tatsächlich gewährleistet sind.
Zugleich werden davon mit Sicherheit sämtliche Einwohner unserer Stadt und der ganzen Gegend allseitigen Nutzen haben!
Hochachtungsvoll 

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

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SPRENGUNG DER PFARRKIRCHE IN SASINA BEI SANSKI MOST - BEWAFFNETE ÜBERFÄLLE AUF KIRCHLICHE GEBÄUDE IM GEMEINDEGEBIET VON BANJA LUKA
Schreiben an das Religionsministerium der RS
(Prot. Nr. 1220 A/93 vom 30. Juni 1993)

Geehrte Empfänger dieses Schreibens,
in tiefem Schmerz muß ich Ihnen hiermit mitteilen, daß sich in die lange Kette der zerstörerischen Vandalenakte, die an religiösen Gebäuden meines Bis­tums begangen wurden, ein weiterer gereiht hat.
In den Morgenstunden des 28. Juni 1993 ist die große Pfarrkirche St. Peter und Paul in der Pfarrei Sasina bei Sanski Most fast bis auf ihre Grundmau­ern zerstört worden. Dies geschah trotz des erneuten Versprechens der Behör­den, daß unsere religiösen Gebäude den größtmöglichen Schutz bekommen, und trotz der Tatsache, daß in der Nähe der zerstörten Kirche ein Wachposten stationiert ist. Damit ist im Gebiet der Gemeinde Sanski Most, wo es gemäß den Versicherungen der örtlichen Behörden nie irgendwelche Zusammenstöße zwischen Katholiken und Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften oder Volksgruppen gegeben hatte und Katholiken auch niemanden in irgendeiner Weise bedroht hatten, die vierte katholische Kirche zerstört worden.
Der wirklich tiefe Kummer und die große Angst der verbliebenen Gläubi­gen, die auch bisher in vielfältiger Weise bedroht wurden und von denen viele völlig unschuldigerweise getötet worden sind, ist leicht zu verstehen!
Unzählige Male im Verlauf dieser letzten Jahre habe ich mich an alle Behörden im Gebiet der RS gewandt und sie gebeten, energischere Schutzmaß­nahmen für die völlig schutzlosen Gläubigen meines Bistums und das kirchli­che Eigentum zu ergreifen!
Dieses Mal tue ich es auch wegen der ständigen Bedrohung meiner Gläu­bigen, besonders in den Gebieten der Pfarreien Stara Rijeka (Gemeinde Sanski Most), Dolina und Bosanska Gradi¹ka sowie Barlovci und Petriæevac (Gemein­de Banja Luka), wo in den letzten zehn Tagen auch Filialkirchen in den Dörfern Kuljani und Novakoviæi zerstört bzw. unbenutzbar gemacht worden sind.
Darf ich gemeinsam mit meinen Geistlichen und Gläubigen dennoch darauf hoffen, daß der furchtbaren zerstörerischen Anarchie Einzelner bzw. ein­zelner organisierter Gruppen, die über 90 Prozent der Gesamtheit, unserer reli­giösen Gebäude teils vollständig zerstört, teils mehr oder weniger beschädigt und das Leben von Tausenden unserer Gläubigen unmittelbar bedroht haben, endlich ein Ende gemacht wird und Chancen aufgetan werden, die das Dasein und Leben der katholischen Glaubensgemeinschaft in diesen Gebieten, in de­nen sie sich sogar in viel stürmischeren Zeiten behaupten konnte, auch weiter­hin ermöglichen?
Ich erwarte von Ihnen eine Antwort, die wirklich etwas bringt!
Hochachtungsvoll 

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Schreiben übermittelt an:
1. Herrn J. Turanjanin, den Stellv. Religionsminister - Banja Luka
2. die Zentralstelle der Schulzpolizei - Banja Luka
3. die Apostolische Nuntiatur - Belgrad
4. das Sekretariat der BK BiH - Sarajevo
5. das Sekretariat der HBK - Zagreb

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STÄNDIGE BEDROHUNG DES LEBENS UND DES EIGENTUMS DER KATHOLIKEN - NOCH IMMER HERRSCHEN DIE MACHT DER GESETZLOSIGKEIT UND DAS RECHT DES STÄRKEREN!
Schreiben an den Stellvertretenden Premierminister der RS. Dr. V. Popoviæ
(Prot. Nr. 1389/93 vom 25. August 1993)

Geehrter Herr Stellvertretender Premierminister,
bei unseren wiederholten Gesprächen im Verlauf der letzten Monate habe ich Ihnen unter anderem auch die konkreten Nöte und Leiden der im Gebiet der RS ansässigen und zum Bistum Banja Luka gehörenden katholischen Bevölke­rung dargelegt, Sie haben mir regelmäßig entgegenkommend zugehört und mir konkrete Hilfe und konkreten Schutz für alle meine bedrohten Gläubigen, Or­densbrüder und -Schwestern und Geistlichen sowie auch für die kirchlichen Gebäude versprochen. Sie haben mich auch gebeten, Sie schriftlich über alle eventuell Menschen und Eigentum der katholischen Kirche berührenden Zwischenfälle in diesem Gebiet zu informieren.
Mit diesem Schreiben möchte ich Sie im Namen vieler meiner Gläubigen nochmals um größeren Schutz für ihr Leben und ihre Habe sowie ihre anderen fundamentalen Menschen- und Bürgerrechte und Freiheiten bitten.
Ich hoffe begründetermaßen, daß Sie sich entsprechend Ihren Befugnis­sen noch energischer dafür einsetzen werden, daß in diesem Gebiet wieder ein funktionierender Rechtsstaat hergestellt wird.
1. In den letzten Wochen hat es - leider - einige Überfälle bewaffneter Gruppen auf im kirchlichen Dienst stehende Personen meines Bistums gegeben: einen Überfall auf die Pfarrwohnung und den Pfarrer von ©urkovac, ferner Überfälle in Mrkonjiæ Grad, Vrbanjci und Kotor Varo¹ und auf die Ordensschwestern im Kloster Nova Topola. Dem Herrn sei Dank, daß es nicht zu schweren Folgen gekommen ist! Die örtlichen Behörden und die Miliz werden regelmäßig in Kenntnis gesetzt. Wir vertrauen darauf, daß sie die erforderlichen Maßnahmen für einen besseren Schutz dieser Menschen unseres Gebiets treffen werden.
2. Tagtäglich erreichen uns leider inständige Hilferufe unserer schutzlo­sen Gläubigen, die häufig von bewaffneten Gruppen mißhandelt werden, wel­che sie - meistens aus Gewinnsucht bzw. zwecks Plünderung - überfallen und sogar ermorden, insbesondere in den Gemeindegebieten von Kotor Varo¹, Bosanska Gradi¹ka, Lakta¹i, Prijedor und Banja Luka sowie - in letzter Zeit - von Mrkonjiæ Grad und Kljuè. Über die konkreten Tatsachen wissen zwar auch wir Bescheid, aber sie müssen auch den zuständigen Stellen der genannten Ge­meinden vorliegen.
3. Leider gehen die durch nichts gerechtfertigte Zerstörung und Vernich­tung des Eigentums unserer Pfarreien und Klöster und die vielen unserer Gläu­bigen zugefügten Mißhandlungen weiter. Ihnen ist bekannt, daß in den letzten Jahren, ohne daß es irgendwelche Kampfhandlungen oder sonstige Anlässe ge­geben hätte, über 40 Prozent unserer Kirchen vollständig zerstört und weitere 50 Prozent derselben mehr oder weniger beschädigt sowie über 30 Prozent an­derer kirchlicher Gebäude teils vernichtet, teils beschädigt worden sind. In letz­ter Zeit hat es bei dieser traurigen Bilanz eine Fortsetzung gegeben: die Pfarrkir­chen in Sasina (Sanski Most) und Kotor Varo¹ und die Tochterkirchen in Drenova (Prnjavor) und Maèkovac (Bosanska Gradi¹ka) wurden zerstört, und die Kirche in Mahovljani (Lakta¹i) wurde schwer verwüstet Das vor zwei Jahren von Grund auf renovierte Seelsorgezentrum in Nova Topola (Bosanska Gradi¹ka) wurde niedergebrannt, sowie das Nonnenkloster und das Wirtschaftsgebäude beschä­digt; die Pfarrkirchen in Barlovci (Banja Luka) und in Trn (Lakta¹i) wurden beschädigt und die Seelsorgezentren in ©urkovac (Prijedor) und Mahovljani (Lakta¹i) demoliert.
4. In noch größerem Umfang werden Häuser und materielle Güter unse­rer Gläubigen beschädigt, sowohl solche, die vorübergehend Abwesenden (als Gastarbeiter im Ausland Beschäftigten oder Flüchtlingen) gehören, als auch - in steigendem Maße - solche, deren Eigentümer anwesend sind. Dies gilt beson­ders für die Gemeinden Bosanska Gradi¹ka, Lakta¹i, Banja Luka, Prijedor, Sanski Most, Kotor Varo¹, Mrkonjiæ Grad und Kljuè.
5. Wenngleich sich bei globaler Sicht Anzeichen einer Beruhigung aus­machen lassen, herrschen vor Ort noch immer und allzuoft die Macht der Ge­setzlosigkeit und das Recht des Stärkeren vor! Dies schafft bei einer großen Anzahl von Menschen dieses Gebiets, die Minderheiten angehören, ständige Unruhe und Unsicherheit! Da ich Sie sowie die offizielle Hallung der Regie­rung der RS bezüglich der Zukunft aller loyalen Bürger dieses Gebiets kenne, wo wir schon jahrhundertelang ansässig sind, appelliere ich im Namen aller zu Unrecht Bedrohten nochmals inständig an Sie und an alle zuständigen Persön­lichkeiten Ihrer Umgebung, das, was Sie als Errungenschaft der europäischen Zivilisation proklamiert haben und verwirklichen wollen, noch energischer in die Tat umzusetzen, solange Sie diese verantwortungsvolle Stellung innehaben!
Ich danke Ihnen auch bei dieser Gelegenheit für alles, was Sie bisher für die Wiederherstellung eines gerechten Friedens und der einem jeden Menschen eigenen Würde geleistet und beigetragen haben!

 Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Schreiben übermittelt an:
1. die Apostolische Nuntiatur - Belgrad
2. das Sekretariat der BK BiH - Sarajevo
3. das Sekretariat der HBK - Zagreb

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UNTERNEHMEN SIE ETWAS, DAMIT DEN GEWALTAKTEN GEGEN KATHOLIKEN EIN ENDE GESETZT WIRD!
Schreiben an den Premierminister der RS, Dr. V. Lukiæ
(Prot. Nr. 213/94 vom 20. Mai 1994)

Geehrter Herr Premierminister.
in Ihrem an den Premierminister der HR HB, Herrn Dr. Jadranko Prliæ, gerichteten Schreiben Nr. 01-214/94 vom 21.04.1994, von dem Sie auch mir eine Kopie übersandten, haben Sie ausgeführt, "es ist trotz der schweren Zeiten und des noch immer andauernden Kriegszustands unser Wunsch, daß in der Republika Srpska jeder Kroate tatsächlich sicher ist... Ich bitte Sie daher, von jedem einzelnen Ihnen zu Ohren kommenden Fall einer Störung des friedlichen Lebens der in der Republika Srpska lebenden Kroaten die Regierung der Republika Srpska zu unterrichten, denn wir werden jeweils die vom Gesetz vorgesehenen Maßnahmen ergreifen".
Leider zeugen die Geschehnisse der letzten Zeit vom ganzen Gegenteil. Ich gebe Ihnen nachstehend nur einige Beispiele, die die schwere und alles andere als beneidenswerte Lage der auf dem Territorium der Republika Srpska leben­den Kroaten anschaulich illustrieren.
1. Massakrierung, Mord und Verprügelung
a) Am 15.05. d. J. gegen 22.30 Uhr wurde in der Gemeinde Kotor Varo¹ das Haus von Anto Kuzek überfallen. In dem Haus wohnen Anto und Anica Kuzek. Bei dem von Unbekannten verübten Überfall in seinem Haus erlitt Anto schwere Körperverletzungen im Bereich des Kopfes und der Arme, Anica erlitt leichtere Verletzungen.
b) Am gleichen Tage, also am 15.05. d. J., um 22.45 Uhr ereignete sich ebenfalls in der Gemeinde Kotor Varo¹ ein Überfall auf das Haus von Marijan Kljajiæ, in dem seine fünfköpfige Familie wohnt. Marijan, Kate und Mara Kljajiæ wurden von den maskierten Angreifern körperlich mißhandelt. Marijan und Kate erlitten schwerere Verlegungen am Kopf, Mara wurde leichter verletzt. Die Angreifer nahmen Geld und Wertsachen mit.
Diese Familie war auch im November vergangenen Jahres überfallen und ausgeplündert worden.
c) Vor etwa zwanzig Tagen wurde Anto Aniæ in seinem Haus in der David-©trbac-Straße in Banja Luka überfallen und schlimm zugerichtet. Die An­greifer schlugen ihn auf den Kopf und verletzten ihn mit Messern am ganzen Körper.
d) Am 18.05.1994 gegen 04.00 Uhr wurde in der Jovan-Bijeliæ-Straße Nr. 82 in Banja Luka das Haus von Pejo und Zora Pranjiæ von Bewaffneten überfallen. Dabei wurde Zora (Jahrgang 1949) mit drei aus einer kleinkalibrigen Waffe auf die Schläfengegend abgefeuerten Schüssen getötet. Ihr Mann wurde verletzt (Durchschuß des linken Ellbogens und des linken Oberschen­kels).
e) Am 19.05. d. J. gegen 21.00 Uhr wurde in der Majevièka-Straße in Banja Luka in seinem Haus Zvonko Dujmenoviæ ermordet, und seine Ehefrau Jelena ringt infolge der bei diesem Überfall davongetragenen Verletzungen mit dem Tode. Zvonko ist Vater von drei minderjährigen Kindern. Sein Sohn Zoran erhielt einen Schlag auf den Kopf. Wie wir erfahren haben, wurde der verstorbe­ne Zvonko mit Eisenslangen, mit denen die Angreifer auch auf seine Frau ein­geschlagen haben, gelötet.
2. Katholiken und Zwangsarbeit - Mobilmachung
Trotz zahlreicher Versprechungen, wonach man Kroaten nicht zur Zwangs­arbeit in Gebiete verbringen werde, in denen gekämpft wird, und man sie wäh­rend der Ableistung menschlich behandeln werde, sagen die Tatsachen etwas ganz anderes aus.
Viele heben an den Trennungslinien Stollen und Schützengräben aus, wobei ihnen vielfältige Demütigungen und Leiden zugefügt werden und ihr Leben tagtäglich in Gefahr ist. Es geschieht auch nicht selten, daß kranke und zu schwerer Arbeit unfähige Menschen zur Zwangsarbeit weggebracht werden. Ich betone erneut, daß meine Gläubigen nichts gegen einigermaßen humane Arbeitseinsätze haben.
Bei verschiedenen "Razzien" werden Menschen ohne jede Erklärung von zu Hause weggebracht, und oft wissen ihre nächsten Angehörigen nicht, wohin man sie verbracht hat.
Tagtäglich erreichen mich Beschwerden und laute Klagen von Menschen, die während der Ableistung der Zwangsarbeit erniedrigt werden.
Mir sind auch Falle bekannt, wo meine Gläubigen gewaltsam zum Mili­tärdienst eingezogen wurden und sich i» den Streitkräften der "Republika Srpska" befinden, trotz Ihrer Versicherung, "was die Mobilmachung von Kroaten, auch in Einzelfällen, betrifft, so haben die Behörden diese verhindert oder abgelehnt".
Im Zusammenhang damit richtete ich am 27.04.1994 an General Kovaèeviæ, den Verteidigungsminister der "Republika Srpska", das Schreiben Nr. 146/94, auf welches ich bis heute noch keine Antwort erhalten habe.
3. Vertreibung aus Wohnungen
Auch weiterhin dauert die Vertreibung (Ausquartierung) von Katholiken aus Wohnungen an, die sie mit jahrelanger mühsamer Arbeit erworben hatten. Ich versichere Ihnen, daß es sich dabei keineswegs um eine "Wohnraumrationalisierung" handelt, wie die hiesigen Behören mir gegenüber oft äußern, und ebensowenig stimmt die Äußerung der Behörden, daß niemand auf der Straße liegen werde. Viele Menschen haben schon lange kein Dach mehr über dem Kopf, und auch der kleinen Zahl der Verbliebenen droht diese Gefahr.
4. Plünderung und widerrechtliche Inbesitznahme privaten Eigentums
Ich weiß nicht, ob man überhaupt noch sagen muß, daß Plünderungen und Wegnahme des Eigentums von Katholiken in allen Gemeinden bzw. Pfar­reien meines Bistums fast tagtäglich zu beoachten sind. Die Menschen haben Glück, wenn die Plünderer sie bei ihrem schmutzigen Tun nicht auch noch ver­prügeln, niederschlagen oder töten.
Neuzugezogene, die die Katholiken als notleidende Nachbarn empfan­gen haben und denen sie insbesondere mit von unserer bischöflichen Caritas angelieferten und verteilten Hilfsgütern halfen, nehmen ihren katholischen Nach­barn oft Wald, Boden und anderes weg. Sie äußern gegenüber den katholischen Nachbarn die Drohung, daß diese wegziehen müssen und ihre "serbische Erde" verlassen bzw. "zu ihrem Tuðman gehen" müssen.
Herr Premierminister, ich wäre wirklich froh, wenn ich schreiben und der ganzen Welt verkünden konnte, daß die Katholiken in der Republika Srpska "sicher" sind. Leider ist das, was ich obenstehend dargelegt habe, nur ein Bruchteil dessen, was meine Gläubigen täglich durchmachen.
Ich schreibe Ihnen dies im Vertrauen darauf, daß Sie im Geiste Ihrer humanistischen Einstellung etwas unternehmen werden, damit dieser Gewalt, die den Katholiken angetan wird, die, wie Sie gut wissen, eine solche Behand­lung in keiner Weise verdient haben, ein Ende gemacht wird. Während ich dies niederschreibe, klingen mir die Wehklagen all der unschuldigen Menschen in den Ohren, die Opfer frecher und vor nichts zurückscheuender Gewalttäter sind, für die menschliches Leben, Würde und Menschenrechte nichts bedeuten.
Hochachtungsvoll

Im Auftrag von Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka:
(Mag. Ivica Bo¾inoviæ, Kanzleivorsteher)

 Schreiben übermittelt an:
Dr. R. Karad¾iæ, Präsident der RS - Sarajevo
die Regierung der HR HB - Mostar
die Apostolische Nuntiatur - Belgrad
das Sekretariat der BK BiH - Sarajevo
das Sekretariat der HBK - Zagreb

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ZU IHREM SCHREIBEN KANN ICH NUR MEINER VERWUNDERUNG UND MEINEM BEDAUERN AUSDRUCK GEBEN
Schreiben an den Religionsminister der RS, Dragan Davidoviæ
(Prot. Nr. 716 A/94 vom 28. Dezember 1994)

Geehrter Herr Minister,
ich habe, gewissermaßen als eigenartigen "Weihnachtsgruß", Ihr Schrei­ben Nr. 208/94 vom 24. Dezember 1994 erhalten. Sie beantworten darin die Schreiben unseres bischöflichen Ordinariats, mit denen wir nur eine Aktualisie­rung bezüglich IHRER Versprechen zur Frage der Garantien und des Schutzes für die religiösen Rechte und Freiheiten der Katholiken in der "Republika Srpska" sowie der ungestörten Arbeit der Caritas des Bistums Banja Luka im gleichen Gebiet beabsichtigten.
Dafür, daß Sie unsere Schreiben beantwortet haben, sage ich Ihnen hier­mit meinen Dank!
Bezüglich des Inhalts Ihrer Antwort kann ich jedoch nur meiner Verwun­derung und meinem Bedauern Ausdruck geben.
Meine Verwunderung bezieht sich auf Ihre für uns unbegreifliche und selbstverständlich nicht annehmbare Verwechslung der religiösen und der hu­manitären Problematik mit der politischen und der des Krieges. Ich kann nicht glauben, daß Sie mich, den katholischen Bischof, als offiziellen politischen oder militärischen Vertreter auch des kroatischen Volkes oder gar als einen offiziel­len politischen oder militärischen Vertreter der Republik Kroatien sehen wol­len. Trotzdem schreiben Sie mir in einer Weise, als ob ich für alle jetzigen, aber auch für alle vergangenen Handlungen kroatischer Politiker, sowohl der von Herzegbosna als auch der der Republik Kroatien, verantwortlich sei! Warum tun Sie das, wo Sie doch gut wissen, in welcher Situation ich mich diese ganze wahnsinnige Zeit hindurch sowohl als Mensch als auch als römisch-katholi­scher Bischof befinde, hier in diesem Gebiet, wo mich die göttliche Vorsehung zur Welt kommen ließ, wo sie mich hingestellt hat, damit ich da lebe?!
Wenn ich mich nicht bemuht hatte, daß in dieser für alle Bewohner dieser Gebiete dramatischen Zeit nicht noch mehr Böses erwächst, wenn ich nicht mit allen Kräften trotz zahlreicher Schwierigkeilen und Gefahren für Leib und Le­ben bestrebt gewesen wäre, zu einem friedlichen Miteinander der Angehörigen der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft und aller anderen um uns herum, besonders der Serben (der orthodoxen und der anderen), beizutragen, und wenn Sie dies bis jetzt nicht bemerkt hätten, gäbe es für mich Ihnen gegenüber wahrhaftig weder etwas zu tun noch etwas zu sagen. Der Umstand, daß leider viel von dem, was ich so innig wünschte, nicht eingetreten ist, bzw. daß viel von dem, was ich verhütet haben wollte, nicht verhindert wurde, ist nicht meine Schuld; die Verantwortung dafür tragen viele andere, die "Despoten" dieses be­klagenswerten, in Sünde und im Bösen versunkenen Landes!
Von Ihnen als der zuständigen Persönlichkeit, die für die mit der wün­schenswerten ungestörten Arbeit aller religiösen Gemeinschaften in diesem Ge­biet zusammenhängenden Fragen in der derzeitigen Regierung der RS betraut ist, habe ich erwartet und erwarte ich, daß Sie die Zuständigkeiten eines Bi­schofs von denen eines Ressortkollegen bei der Regierung oder denen anderer Verantwortungsträger in Verwaltungs- oder Staatseinheiten wie die bereits er­wähnten - Herzegbosna und die Republik Kroatien - unterscheiden können.
Was mein Bedauern angeht, bezieht es sich primär auf die Ereignisse der letzten Wochen im Gebiet von Grahovo und Glamoè. Obwohl es sich, wie Sie sehr gut wissen, dabei nicht um die ersten und auch nicht um die einzigen schmerzlichen Geschehnisse in dieser vom Hauch des Satans verdorbenen Zeit handelt, habe ich, wie jeder human denkende Mensch, dem nicht eine Ideologie oder Politik, sondern der Mensch heilig ist, schon längst mündlich und schrift­lich meine Stimme dagegen erhoben. Ich führe nur ein Zitatbeispiel ausländi­scher Agenturen (DT/KNA) an: "Schärfsten Protest müsse er (Bischof Komarica) beim kroatischen Präsidenten einlegen, wenn wahr sein sollte, was die serbi­sche Seite über Greueltaten von Kroaten an Serben berichtet" (Vatikanstadt, 20. Dezember 1994).
Ich bedaure zutiefst, daß auch dieses Mal weder diejenigen, an die sich meine Proteste richteten, noch diejenigen unter uns, die von ihnen wußten und sie hätten veröffentlichen können, diese Proteste unserer breiten Öffentlichkeit bekanntgegeben haben. Der Herr weiß um die Dinge, und ER wird uns überaus genau nach dem, was wir getan oder aber unterlassen haben, richten!
Böses wird nicht vermindert oder verhindert, indem neues Böses began­gen wird, und schon gar nicht, wenn es Menschen angetan wird, die in keinerlei Verbindung zu jenen stehen, die an einem anderen Ort Böses tun! Dieses Böse in seinen sehr unterschiedlichen Formen, das man uns, den Katholiken dieses Gebiets, trotz unserer erwiesenen Friedfertigkeit bereits seit zweieinhalb Jahren systematisch antut, können die derzeitigen hiesigen Politiker und all jene, die uns von Amts wegen als Menschen mit einem Recht auf die Gewährung der fundamentalen Menschenrechte betrachten müßten, mit nichts rechtfertigen. Man schlägt uns unablässig auf beide Wangen; wir haben keine dritte, die wir auch noch hinhalten könnten, aber wir haben - wie Jesus Christus - auch nicht das Recht, denen, die uns schlagen, zu sagen: Wenn wir schuldig sind, soll man sie beweisen, sind wir es aber nicht, warum schlägt man uns?! (vgl. Joh 18, 23).
Ich bringe hiermit außerdem mein Bedauern (keinen Vorwurf!) angesichts der Tatsache zum Ausdruck, daß Sie sich mir gegenüber verhalten wie in der Fabel der Wolf gegenüber dem Schaf. Während ich nach der Rückkehr nach Banja Luka - wegen der Unterbrechung der Telefon- und Faxverbindungen zu Ihrer Geschäftsstelle in Pale - wiederholte Male durch Ihre Mitarbeiter und Ih­ren S teil vertrete r in der Geschäftsstelle Banja Luka, Herrn Jovo Turanjanin, habe mitteilen lassen, daß ich mich unbedingt schnellstmöglich mit Ihnen und den übrigen Persönlichkeiten, die Sie für die Zusammenkunft angeführt hatten, treffen wolle, haben Sie, obwohl Sie laut Auskunft aus Ihrer Geschäftsstelle zu dem Zeitpunkt in Banja Luka waren, nicht nur nicht auf meine wiederholten Angebote geantwortet. Sie nehmen mir obendrein noch "übel", daß ich es "nicht für angemessen" gehalten habe, auf Ihr "Anerbieten" zu antworten. Hier ist je­der weitere Kommentar überflüssig!
Ebenso drücke ich mein Bedauern wegen des letzten Teils Ihres Briefes aus, wo Sie mir - in wirklich unüblicher drohender Art und Weise - einige ver­meintliche und zwar fremde "Sünden" imputieren und wegen derselben bereits das Urteil gegen mich aussprechen! Aber, im Namen Gottes, nennt sich das etwa Freiheit des religiösen Lebens und Ermöglichung ungestörter seelsorgerischer Arbeit für die im Gebiet der RS lebenden Angehörigen der römisch-katho­lischen Glaubensgemeinschaft?! Ich kann nicht glauben, daß dies auch die offi­zielle Haltung der Regierung der RS ist! Falls dies, was der Herr verhüten möge, zuträfe, wäre die Lage für uns römisch-katholische Christen in diesen Gebieten, wo wir seit Jahrhunderten ansässig sind, viel schlimmer als in der Zeit der wildesten hiesigen Christenverfolgungen seitens der osmanischen Unterdrücker oder der antikirchlichen und antireligiösen Machthaber der jüngeren Vergangenheit!
Ich glaube, daß dieser an mich gerichtete "Weihnachtsgruß" von Ihnen nach irgendjemandes Diktat geschrieben wurde. Dieser Jemand aber tut nicht nur uns, den Katholiken, sondern auch Ihnen nichts Gutes! Schade für Sie per­sönlich. Herr Davidoviæ, daß dieses Schreiben weiter als offizielles Dokument und als ein eigenartiger "Weihnachtsgruß" an die hiesigen Katholiken - die von anderen hohen Vertretern der orthodoxen Serben der RS bis jetzt oft als "ausge­sprochene Friedensstifter" bezeichnet wurden - existieren wird.
Diesen Ihren "Weihnachtsgruß" möchte ich dennoch nicht als Ouvertüre zu den jüngsten schweren körperlichen und psychischen Mißhandlungen unse­rer Gläubigen in der Gemeinde Banja Luka (Pfarrei Barlovci) werten, die er­folgten, als sich dieselben am Weihnachtsmorgen zu einer Gottes Liebe und Güte gewidmeten Feier versammelten! Das, was im Dienst befindliche Ange­hörige der Polizei und des Militärs der RS diesen unschuldigen Zivilisten an jenem Tage angetan haben, ist nicht nur unzulässig, sondern wegen des Verharrens in der faschistoiden Praxis der Zerstörung des Lebens Unschuldiger - heu­tiger und zukünftiger - auch überaus schmerzlich!
Nach meinen bisherigen zahlreichen, aber vergeblichen Appellen und Gesuchen, daß man den Genozid an uns einstellen möge, bin ich tatsächlich nicht mehr sicher, daß es hier jemanden gibt, an den ein Mensch sich wenden kann, wenn es um ein Mindestmaß an Schutz für seine Person und seinen Besitz, geht!
Handeln Sie im übrigen auch zukünftig so, wie Sie wollen, solange Ihnen Gott dies erlaubt!
Wenn ich Ihnen etwas wünschen darf, dann ist es nur dies - möge der Geist Gottes Sie erleuchten, damit Sie Gutes tun, und zwar so viel wie möglich davon! Gleiches wünsche ich mir auch für mich selbst!
Hochachtungsvoll

 Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Schreiben übermittelt an:
den Premierminister der RS - Pale
den orthodoxen Episkopus von Zvornik und Tuzla, Herrn Vasilij - Bijeljina
das Sekretariat der BK BiH - Sarajevo

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ICH PROTESTIERE ENERGISCHST WEGEN DES ZULASSENS EINES SCHWEREN VERBRECHENS AN DEN VERBLIEBENEN KATHOLISCHEN ORDENSSCHWESTERN UND IHREM EIGENTUM
Schreiben an die Zentralstelle der Schutzpolizei und die Kommandantur des 1. Krajina-Korps in Banja Luka
(Prot. Nr. 300/95 vom 04. Mai 1995)

Geehrte Empfänger dieses Schreibens,
nachdem ich Sie telefonisch von der in den Nachmittagsstunden erfolg­ten gewaltsamen Entführung der in den uralten Klöstern Bosanski Aleksandrovac und Nova Topola verbliebenen Nonnen unterrichtet habe, informiere ich Sie hiermit auch schriftlich. Die dramatische Situation bei den Nonnen dieser beiden Klöster ist Ihnen noch von 1992 her gut bekannt, und hatte sich eben auch dadurch, daß Sie sich eingeschaltet hatten, in der letzten Zeit normalisiert.
Dieses ganz neue, schwere Verbrechen an völlig unschuldigen Ordens­schwestern, größtenteils betagten Frauen, das vor den Augen Ihrer amtlichen Organe begangen wurde, hat die katholische Öffentlichkeit der ganzen Gegend sehr erregt, und ich fürchte, daß es nicht nur für uns, die verbliebenen hiesigen Katholiken, sondern auch für die derzeitigen hiesigen Behörden sehr negative Folgen haben wird.
Ich protestiere daher auch in schriftlicher Form energischst wegen des Zulassens eines derart schweren Verbrechens an katholischen Ordensschwestern und ihrem Eigentum (den uralten Klöstern). Während ich mich persönlich uner­müdlich und besonders in der letzten Zeit in jeder nur möglichen Weise für den Schutz der in Westslawonien lebenden schutzlosen serbisch-orthodoxen Bevöl­kerung einsetze und von allen Verantwortungsträgern und verantwortlichen In­stitutionen verlange, daß sie diesen Menschen die fundamentalen Menschen-und Bürgerrechte und Freiheiten sichern, zu denen auch das Recht auf Leben, ein Heim, Eigentum und Heimat gehören, werden sowohl Leben als auch Ei­gentum der Katholiken meines Bistums im Gebiet von Banja Luka und Bosanska Gradi¹ka mehr und mehr gefährdet; wir, die wir Ihnen bisher keinerlei Proble­me bereitet haben, werden von den Orten vertrieben, die jahrhundertelang unse­re Heimat waren.
Ich erwarte mit Recht, daß Sie sich entschlossen für den Schutz von Le­ben und Eigentum aller Bürger der RS, zu denen auch wir, die Katholiken, Kroaten und andere zählen, einsetzen.
Ich bitte Sie, alles in Ihrer Macht stehende zu tun, damit der Gewalt Ein­halt geboten und größeres Unheil verhindert wird.
Hochachtungsvoll 

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

 Schreiben übermittelt an:
- das Religionsministerium der RS - Pale
- den Generalstab der Truppen der RS - Pale
- das Innenministerium der RS - Pale
- die Apostolische Nuntiatur - Sarajevo (Rom)

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ERMÖGLICHEN SIE UNS DEN ZUTRITT ZU UNSEREN KLÖSTERN IN NOVA TOPOLA UND BOSANSKI ALEKSANDROVAC
Schreiben an den Religionsminister der RS, Dragan Davidoviæ
(Prot. Nr. 303/95 vom 05. Mai 1995)

Geehrter Herr Minister,
ich habe Sie bereits von der gestrigen gewaltsamen Entführung der ver­bliebenen Nonnen aus unseren uralten Klöstern Bosanski Alcksandrovac und Nova Topola in Kenntnis gesetzt. Heute konnte ich bei einem Telefongespräch mit dem Chef des Polizeikommissariats Bosanska Gradi¹ka, Herrn Vesiæ, fol­gendes in Erfahrung bringen: "Die Nonnen der beiden Klöster sind in einer Aktion einer selbsternannten Gruppe aus ihren Klöstern zusammengeholt und, ohne daß es zu Mißhandlungen gekommen ist, zur Save-Brücke transportiert worden, über die sie zu Fuß in das Gebiet der Republik Kroatien geschickt wurden. Die Mitarbeiter des Polizeikommissariats Bosanska Gradi¹ka wollten das verhindern, aber es ist ihnen nicht gelungen. Inzwischen sind in das Klostergebäude in Nova Topola mit Wissen der städtischen Behörden Flüchtlinge so­wie alte und kranke Menschen eingewiesen worden. Vom Kloster in Bosanski Aleksandrovac ist nichts bekannt".
Mir und meinen Geistlichen "wird geraten, keines der beiden Klöster aufzusuchen".
In einem Gespräch mit Ihrem Stellvertreter, Herrn J. Turanjanin, habe ich diesem die ganze Vielschichtigkeit der Problematik hinsichtlich der Vertreibung der Nonnen aus ihren Klöstern mit ihren weittragenden Folgen vor Augen ge­führt. Die Art und Weise, in der sich das Geschehen abgespielt hat, bringt die derzeitigen hiesigen Behörden, die mir versichert hatten, daß sie die augen­blicklichen Verhältnisse voll unter Kontrolle haben, in ein sehr ungünstiges Licht.
Als zuständiges kirchliches Oberhaupt muß ich den höheren kirchlichen Institutionen und dem Heiligen Vater selbst von der gewaltsamen Vertreibung der Nonnen und der Wegnahme des klösterlichen Eigentums Bericht erstatten, was, ohne daß ich zur Stunde auch nur ein einziges Mal konsultiert wurde, geschehen ist.
Ich halte es für notwendig, Sie, der Sie die maßgeblichste Persönlichkeit sind, wenn es um Menschen der Kirche und um kirchliches Eigentum geht, zu ersuchen, so rasch wie möglich dringend notwendige Gespräche zwischen dem Bischöflichen Ordinariat in Banja Luka und denen, die die Klostergebäude und das Gut übernommen haben, zu ermöglichen. Da zu den betreffenden Klöstern auch sakrale Objekte - Pfarrkirchen und Klosterkapellen mit ihrem gesamten Inventar - gehören, bitte ich Sie, uns schnellstens den Zutritt zu diesen Räum­lichkeiten und ihrem Inventar zu ermöglichen. Besonders liegt uns am Herzen, daß der Umzug des Allerheiligsten Altarsakraments so vor sich geht, wie es die kirchlichen Vorschriften sowohl der katholischen als auch der orthodoxen Kir­che verlangen.
Von Ihnen, Herr Minister, wie auch von den anderen Verantwortungsträgern im Gebiet der Gemeinden Lakta¹i und Bosanski Alcksandrovac hängt es ab, wie dieser unnötige schwere Schlag gegen sehr wichtige Institutionen der katholischen Kirche und Menschen, deren Wirken ausgesprochen menschen­freundlich und wohltätig war (besonders auch gegenüber der im Umkreis leben­den serbisch-orthodoxen Bevölkerung), nicht nur in der jetzigen aktuellen Si­tuation, sondern auch in Zukunft bewertet wird.
Ich erwarte Ihre schnellstmögliche Antwort!
Hochachtungsvoll

 Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

 Schreiben übermittelt an:
- die Außenstelle des Religionsministeriums der RS - Banja Luka
- den Heiligen Erzpriesterlichen Synod der SPC - Belgrad
- den Episkopus von Banja Luka, Herrn Jefrem - Banja Luka
- die Apostolische Nuntiatur - Sarajevo (Rom)
- die Provinzialverwaltung der Schwesterngemeinschaft "Klanjateljice Krvi Kristove" - Zagreb
- die Generalverwaltung der Schwesterngemeinschaft "Klanjateljice Krvi Kristove" - Rom.

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 TRAGISCHE ÜBERFALLE AUF MITARBEITER UND EIGENTUM DER KATHOLISCHEN KIRCHE - FORTFÜHRUNG DER PLANMÄSSIGEN VERNICHTUNG DES BISTUMS BANJA LUKA!
Protestschreiben des Bischofs an den Innenminister der RS, Herrn ®ivko Rakis
(Prot. Nr. 310A/95 vom 08. Mai 1995)

Geehrte Empfänger dieses Schreibens,
die dramatischen Ereignisse, von denen in diesen letzten Tagen die ka­tholische Glaubensgemeinschaft des Bistums Banja Luka im Gebiet der Ge­meinden Banja Luka, Lakta¹i, Bosanska Gradi¹ka und Mrkonjiæ Grad betroffen ist, müßten Ihnen bereits bekannt sein. Unser Bischöfliches Ordinariat sieht sich wegen unzulänglicher elementarer Schutzmaßnahmen seitens der für Ruhe und Ordnung zuständigen Behörden verpflichtet, Sie zusätzlich über die allerneuesten schweren Verbrechen zu informieren, die an im religiösen Dienst ste­henden Personen, Gebäuden und Einrichtungen der katholischen Kirche im Gebiet der RS begangen wurden.
1. In den späten Abendstunden des 02. Mai 1995 (um 22.40 Uhr) wurde aus dem Garten der Diözese Banja Luka auf in unserem (umfriedeten) Hof vor dem Ordinariatsgebäude geparkte Fahrzeuge (Pkws und Lkws) des Bischöfli­chen Ordinariats und der Caritas des Bistums Banja Luka ein Sprengkörper geworfen. An einigen Fahrzeugen ist großer Sachschaden entstanden. Es wur­den das Polizeikommissariat Banja Luka-Zentrum, die Zentralstelle der Schutz­polizei Banja Luka, das Religionsministerium der RS in Sarajevo und die Au­ßenstelle des Religionsministeriums der RS in Banja Luka benachrichtigt. Am 03. Mai 1995 hat eine amtliche Kommission eine Inaugenscheinnahme durch­geführt und den Sachverhalt festgestellt.
2. In den Nachmittagsstunden des 04. Mai fuhr eine Gruppe bewaffneter Soldaten mit einem Autobus vor dem katholischen Nonnenkloster in Bosanski Aleksandrovac vor, holte die Nonnen gewaltsam von ihrer Arbeit weg und ver­sammelte sie, wobei es hieß: "Keinerlei Einwand! Binnen fünf Minuten!", so daß sie nicht einmal ihre persönlichen Dokumente und schon gar nicht irgendetwas anderes mitnehmen konnten. Die gleichen Täter begaben sich mit den entführten Nonnen anschließend in ein anderes - rd. 10 km entferntes - Kloster in Nova Topola, wo sie mit den dortigen Nonnen in der gleichen Weise verfuh­ren. Unterwegs mußten die Nonnen in ein gekapertes Fahrzeug des Internatio­nalen Roten Kreuzes umsteigen. Sie wurden bis zur Save-Brücke in Bosanska Gradi¹ka gefahren, wo sie "zur Verwunderung und mit Mißbilligung der Grenz­polizei" genötigt wurden, zu Fuß über die Brücke in die Republik Kroatien zu gehen.
Über die gewaltsame Entführung und Vertreibung der katholischen Or­densschwestern wurden auch die Zentralstelle der Schutzpolizei in Banja Luka, die Kommandantur des 1. Krajina-Korps in Banja Luka, der Vorsitzende des Exekutivkomitees der serbischen Staatssicherheitsbehörde ("SDS") in Pale und das Religionsministerium der Regierung der RS informiert.
Das gesamte in den beiden Klöstern befindliche Eigentum der Ordens­schwestern wie auch ein Teil des Wirtschaftsbetriebs des Bistums Banja Luka sind seither für offizielle Vertreter der katholischen Kirche ausnahmslos unzu­gänglich. Obwohl ich (mir ist die Bewegungsfreiheit genommen!) sofort per Telefon und auf schriftlichem Wege, direkt und über das Religionsministerium der RS, eindringlich darum ersuchte, mir und meinen Mitarbeitern Gelegenheit zu einer Kontaktaufnahme mit den Stellen, die diesen riesigen kirchlichen Be­sitz übernommen haben, zu geben, hat man mir bis jetzt nicht geantwortet, ge­schweige denn die notwendige Kontaktaufnahme ermöglicht! Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß sowohl hinter der brutalen Vertreibung im religiösen Dienst stehender Personen und unschuldiger (hauptsächlich älterer) Ordensschwestern als auch hinter der unrechtmäßigen Aneignung von Eigen­tum der katholischen Kirche - Klöster, Kirchen und Pfarrwohnungen - amtliche Behörden der RS stehen.
3. In den Abendstunden des gleichen Tages, also des 04. Mai, kamen mehrere von Militärpersonen eskortierte Busse in die Siedlung Dragocaj (Pfar­rei Barlovci) am Stadtrand von Banja Luka, und rd. 20 bewaffnete Uniformierte begannen, die verbliebenen Katholiken hausweise gewaltsam zusammenzuholen und dieselben unter Mißhandlungen in die Busse zu treiben. In der Zwischen­zeit war dann offenbar, wie es scheint, ein anderer Befehl ergangen, und die Menschen wurden wieder aus den Bussen gejagt und in ihre Häuser entlassen. Furcht und Ungewißheit haben die ganze Gegend erfaßt, und aus Angst vor Mißhandlungen, gewaltsamer Entführung und Mord wagen die Menschen nicht, die Nacht in ihren Häusern zu verbringen.
4. Am folgenden Tage, dem 05. Mai, in den frühen Morgenstunden wur­de die "Bla¾ene Djevice Marije" im Dorf Vujnoviæi (Pfarrei Petriæevac) im Gemeindegebiet von Banja Luka in Brand gesteckt. Der Schaden ist groß. Uns ist nichts von einer Inaugenscheinnahme seitens der für öffentliche Ruhe und Ordnung zuständigen Organe bekannt, obwohl wir diese unverzüglich infor­miert haben.
5. Besonders dramatisch und tragisch waren die Geschehnisse in der Nacht vom 06. auf den 07. Mai 1995. In der gleichen zu Banja Luka gehörenden Pfarrei (und der gleichen Siedlung), in Petriæevac, wurden die drei übriggeblie­benen religiösen Gebäude der katholischen Kirche vernichtet: die große Kirche "St. Anton" und in der Siedlung ©argovac die Kirche "St. Philipp und Jakob" (diese bereits am 06. Mai gegen 22.00 Uhr) durch Sprengung und das uralte Kloster der Franziskanermönche durch Brandstiftung.
Am 07. Mai 1995 gegen 02.00 Uhr drang eine Gruppe bewaffneter und maskierter Uniformierter gewaltsam in die Räume des Klosters ein und zerrte die Ordensbrüder und Ordensschwestern sowie zwei weitere Zivilisten, Arbei­ter des Klosters, aus ihren Zimmern und mißhandelte sie. Bei diesen Mißhand­lungen kam ein außerdem herzkranker Ordensbruder, Alojzije Atlija, ums Le­ben. Dieses Geschehen, das sich inner- und außerhalb der klösterlichen Räum­lichkeiten abspielte, zog sich über mehr als anderthalb Stunden hin. Die Angrei­fer zogen sich zurück, nachdem sie das Kloster angezündet und die Kirche ge­sprengt hatten.
Obwohl die Polizei bereits gegen 02.30 Uhr wußte, daß "das Franziskanerkloster Petriæevac überfallen worden" war (es war aus dem Walkie-Talkie eines der Angreifer zu hören), und vor 03.00 Uhr auch die Polizei des nahegelegenen Kommissariats Bud¾ak verständigt worden war, wurde das furchtbare Verbre­chen an Menschen und Eigentum nicht verhindert. Interessant ist, daß in diesem Fall wie bei den Ordensschwestern der beiden weiter oben genannten Klöster vorher das Telefon abgeschaltet worden war.
Die Polizei im Bezirkskommissariat Bud¾ak bekam um 03.45 Uhr eine weitere Meldung, mit der man sie vom Brand des Klosters unterrichtete und bat, sich einzuschalten und die Feuerwehr zu schicken. Die Antwort war: "Gut!" Kurz vor 04.00 Uhr wurden die Kirche und der Glockenturm gesprengt. Erst gegen 09.00 Uhr erschien eine Untersuchungskommission, und zwischen 09.00 und 09.30 Uhr trafen auch zwei Feuerwehrfahrzeuge ein. Die Feuerwehrleute begannen nach 10.00 Uhr mit den Löscharbeiten, löschten den Brand teilweise und zogen gegen 12.30 Uhr ab, ohne das Feuer vollständig gelöscht zu haben.
Obwohl der "Untersuchungsrichter" gestattet hatte, daß man aus der groß­artigen Klosterbibliothek die Bücher, die nicht zur Gänze verbrannt sind, "eva­kuierte", jagten Polizisten, die zum Dienst bei den Ruinen und der Brandstätte erschienen waren, die Geistlichen und Ordensbrüder, die gekommen waren, um in den Trümmern ihres Klosters Überreste, zumindest einen Teil der übrigge­bliebenen Bücher von unschätzbarem Wert einzusammeln, in sehr grober Weise weg. Der an den vernichteten kirchlichen Gebäuden entstandene Schaden ist unermeßlich!
Ein Mensch ist durch Gewalteinwirkung ums Leben gekommen, ein Mensch ist schwer verletzt worden, und acht Menschen haben schwere psychi­sche Schäden und leichtere Körperverletzungen davongetragen!
- All dies ist das Ergebnis eines gut vorbereiteten unerhörten Vandalenakts, den die staatlichen Behörden hätten verhindern können und müssen!
- Obwohl ich bereits am frühen Morgen der Zentralstelle der Schutzpoli­zei, der Kommandantur des 1. Krajina-Korps und dem stellvertretenden Religionsminister der RS mitgeteilt hatte, was mit den Geistlichen bzw. Or­densbrüdern und den Ordensschwestern in Petriæevac geschehen war und noch geschah, haben die staatlichen Organe bzw. die Militärbehörden der RS weder an diesem noch am folgenden Tage reagiert, und sie haben uns auch nicht ge­stattet, aus den Trümmern wenigstens die Überreste unserer Heiligtümer und unserer Kulturschätze zu bergen. Alle Zuständigen gehen einem Treffen und einem Gespräch mit uns aus dem Wege. Wir haben, so scheint mir, niemanden, den wir um Hilfe angehen könnten, obwohl mir die Schutzpolizeibehörden kürz­lich versichert haben, daß man gerade im kirchlichen Dienst stehende Personen und Einrichtungen besonders schützen werde.
Ein solch befremdendes Verhalten behördlicher Organe gibt zusätzlichen Grund zur Beunruhigung!
- Außerdem hinterlassen Tatsachen wie die Abschaltung von Telefonen, das Nichtreagieren der Polizei auf die Meldung eines Überfalls auf Menschen und Eigentum von Klöstern, die Abschaltung der Stromzufuhr, die ungeheure Verspätung der Feuerwehr (um mehr als fünf Stunden!) und nicht zuletzt die riesige Menge Sprengstoff, deren es bedurfte, um eine sehr große neue Kirche und einen Glockenturm zu vernichten, die Einzelne ohne eine "Rückendeckung" nicht beschafft haben können, sowie die Unmöglichkeil einer solchen Spren­gung durch Laienhand und einige andere uns bekannte Indizien den Eindruck einer Mitwirkung von Personen aus den Kreisen der Staats- und/oder Militär­organe. Diese Tat ist als Völkermord, Kulturausrottung und Verbrechen gegen die katholische Kirche, ihre Mitarbeiter und ihr Eigentum und als Verbrechen an unschuldigen Bürgern der RS zu definieren, denen laut der geltenden Verfassung, aber auch laut den Äußerungen führender Politiker "jeder erforderliche Schutz und alle sonstigen fundamentalen Menschen- und Bürgerrechte und Frei­heiten garantiert" werden.
6. Heute nacht (in der Nacht vom 07. auf den 08. Mai 1995) wurde die zur Pfarrei Mrkonjiæ Grad gehörende katholische Kirche des Dorfes Majdan in Brand gesteckt. Sie war bisher die einzige nur geringfügig beschädigte Kirche im gesamten südlich von Banja Luka liegenden Gebiet des Bistums gewesen.
7. Bei bisher 39 zerstörten und 48 beschädigten Kirchen sowie 18 zer­störten bzw. beschädigten anderen religiösen Gebäuden im Zuständigkeitsbe­reich der Zentralstelle der Schutzpolizei in Banja Luka, wo es keinerlei Gefech­te gegeben hat, lassen sich die jüngsten Geschehnisse, die Zerstörung dieser vier Kirchen und eines uralten großen Klosters und die Enteignung von zwei uralten großen Klöstern sowie die Vertreibung völlig Unschuldiger, bezeugtermaßen friedfertiger katholischer Geistlicher bzw. Ordensbrüder und Ordens­schwestern nur als eine Fortführung einer durch nichts provozierten, planmäßi­gen, unbarmherzig betriebenen Ausrottung der katholischen Kirche im Gebiet des Bistums Banja Luka deuten.
- Hierfür wird früher oder später sicher jemand zur Verantwortung gezo­gen werden! Abgesehen davon, daß ich als der oberste Verantwortung tragende Vertreter der katholischen Kirche im Gebiet der RS auch bei dieser Gelegenheil meinen allerenergischsten Protest wegen dieser jüngsten Verbrechen einlege, die durch nichts provoziert an Angehörigen und an Eigentum der katholischen Kirche verübt wurden, verlange ich von Ihnen wie auch von den anderen zu­ständigen Staatsorganen der RS, sich öffentlich von diesen Verbrechen zu di­stanzieren und uns friedfertige Mitbürger wirksamer zu schützen!
Hochachtungsvoll

 Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Übermittelt an:
- den Premierminister der RS
- den Präsidenten der RS, Dr. R. Karad¾iæ
- den Vorsitzenden des Präsidiums der HR HB
- den Synod der SPC - Belgrad
- die Apostolische Nuntiatur - Sarajevo - Rom
- das Sekretariat der BK BiH

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WISSEN SIE, WARUM DAS BISTUM BANJA LUKA IM GEBIET DER RS SYSTEMATISCH VERNICHTET WIRD?
Bischöflicher Protest an den Führer der bosnischen Serben, Herrn Dr. R. Karad¾iæ
(Prot. Nr. 315/95 vom 11. Mai 1995)

Geehrter Herr Präsident,
als katholischer Bischof von Banja Luka möchte ich Sie abermals auf direktem Wege über neueste schwere Verbrechen an völlig unschuldigen Bür­gern der RS unterrichten, von denen insbesondere Mitarbeiter der katholischen Kirche, katholische Geistliche und Ordensleute sowie Eigentum der katholi­schen Kirche - Kirchen und Klöster - betroffen waren.
Als ich in den vergangenen Tagen das Religions- und das Innenministeri­um (wie auch die örtlichen Behörden) über die einzelnen, schweren Verbrechen in Kenntnis setzte, erwartete ich berechtigtermaßen, mindestens eine Antwort zu bekommen. Ohne Verschulden meinerseits konnte ich bis zur Stunde mit keiner einzigen zuständigen Persönlichkeit zwecks Lösung der Probleme, die mit der Bedrohung von Menschen und Besitz der katholischen Kirche zusam­menhängen, Verbindung aufnehmen.
1. Sie wissen bereits, daß am 04. Mai 1995 aus den uralten Klöstern in Bosanski Aleksandrovac und Nova Topola die verbliebenen Ordensschwestern, die im übrigen bekannt dafür waren, daß sie der im Umkreis lebenden serbi­schen Bevölkerung viel Gutes taten, unbarmherzig vertrieben worden sind. Weder mir noch irgendeinem meiner Mitarbeiter hat man bisher (11. Mai 1995) mitge­teilt, wer dies erlaubt und getan hat und warum dies geschehen ist. Außerdem wurde uns nicht gestaltet, uns in die Nähe der besetzten Klöster, in deren Be­reich auch die Wirtschaftsgüter des Bistums Banja Luka liegen, zu begeben. Seitens der offiziellen Organe hat niemand, weder der Religionsminister noch dessen Vertreter in Banja Luka noch irgendein örtlicher Politiker bezüglich der Zukunft des in den betreffenden Klöstern befindlichen, beträchtlichen kirchli­chen Eigentums mit uns Verbindung aufgenommen, nicht telefonisch, nicht schriftlich und schon gar nicht persönlich! Wir fragen uns zu Recht, wer uns eine Erklärung zu diesem zumindest sonderbaren Verhalten der derzeitigen Ob­rigkeit geben wird?
2. Sie haben auch von einem wirklich völlig ungerechtfertigten schweren Verbrechen gegen die katholische Kirche und einem Verbrechen mit den Tatmerkmalen des Ethnozids und der Kulturvernichtung an den friedfertigen Kroa­ten des Gebiets Banja Luka gehört und sich bei Ihrem kürzlichen Aufenthalt in diesem Gebiet persönlich entsprechend informieren können. Es geht um die Zerstörung des uralten Franziskanerklosters der "Presvetog Trojstva" und eines bedeutenden Heiligtums im Viertel Petriæevac von Banja Luka in den frühen Morgenstunden des 07. Mai 1995, der großen Pfarr- und Wallfahrtskirche "St. Anton". Ferner geht es um die schweren Mißhandlungen und Verletzungen von Mitgliedern der Klostergemeinschaft - wobei ein betagtes krankes Mitglied der­selben, Franziskanerpater Alojzije Atlija, sein Leben verlor sowie um das Des­interesse der benachrichtigten örtlichen Polizeiorgane und der Feuerwehr hin­sichtlich einer Verhinderung oder zumindest einer Verringerung der Auswirkun­gen des Verbrechens. Tatsachen, die den Eindruck einer bewußten und geplan­ten Fortsetzung der vollständigen Vernichtung des Bistums Banja Luka seitens der derzeitigen Obrigkeit der RS hinterlassen. - Wenn dazu noch die Inbrandsetzung der Kirche der "Bla¾ene Djevice Marije" in Vujnoviæi am 05. Mai 1995 und die Zerstörung der Kirche "St. Philipp und Jakob" in ©argovac am 06. Mai 1995 (beide im Gebiet der gleichen Pfarrei Petriæevac gelegen) sowie der Kirche des "Erzengels Michael" im Dorf Majdan bei Mrkonjiæ Grad am 08. Mai 1995 kommen, verstärkt sich der Eindruck, daß auch die bloßen Spuren der Anwesenheit der Katholiken in diesem Gebiet vernichtet werden sollen!
- Ihnen ist bekannt, daß es in diesem Krieg im Bereich meines Bistums keine bewaffneten Zusammenstöße zwischen Kroaten und Serben gegeben hat.
- Ihnen ist bekannt, mit welcher Entschiedenheit und Konsequenz wir bestrebt sind, friedliche Beziehungen zu allen unseren Nachbarn zu unterhalten.
- Ihnen ist bekannt, daß sowohl ich als auch meine Geistlichen, unsere Ordensbrüder und -Schwestern und unsere katholischen Gläubigen weitestgehend um die Verbreitung einer Atmosphäre der Gewaltlosigkeit, der Vergebung und der Liebe gegenüber denen, die uns in den vergangenen drei Jahren viel Böses und viel Ungerechtigkeit angetan haben, bemüht waren!
- Ihnen ist bekannt, daß bis zur Stunde - trotz des ausgesprochen friedli­chen Verhaltens der kroatischen und der sonstigen Katholiken im Gebiet des Bistums Banja Luka - zwei Drittel meiner Gläubigen, d.h. mehr als 55.000 Personen, ihre Häuser und ihre Heimat verlassen mußten, daß mehr als 400 völlig unschuldige Zivilisten in ihren Häusern ermordet und massakriert wurden und daß die Täter noch immer nicht ermittelt und bestraft worden sind.
- Ihnen ist bekannt, daß von unseren Kirchen 39 völlig vernichtet und außerdem 25 stark und 23 geringfügiger beschädigt worden sind, daß 17 Pfar­rei- und Seelsorgezentren vernichtet oder beschädigt worden sind, daß zwei große Klöster vernichtet worden sind, daß von weiteren zwei Klöstern wider­rechtlich Besitz ergriffen wurde und daß man über 100 Ordensbrüder und -Schwestern verjagt hat.
- Sie wissen von den schweren Mißhandlungen an einigen Zehntausend Katholiken dieser Region, die in ihrem angestammten Heim bleiben und in Frieden und gegenseitiger Achtung mit ihren Nachbarn leben wollen.
- Ihnen ist bekannt, daß wir trotz unserer friedfertigen Haltung bereits drei volle Jahre lang nicht im Besitz der fundamentalen Menschen- und Bürger­rechte sind, obwohl uns dies sowohl durch die Verfassung der RS als auch durch Ihre Erklärungen und die einiger Ihrer engsten Mitarbeiter verbürgt worden ist.
- Ihnen ist bekannt, daß ich persönlich bei jeder Gelegenheit als Christ und als katholischer Bischof beharrlich und unermüdlich meine Stimme zur Wahrung des göttlichen Gesetzes und der von Gott gegebenen Würde und zum Schutz der Rechte eines jeden Menschen und einer jeden religiösen bzw. natio­nalen Gemeinschaft und ebenso zum Schutz der serbisch-orthodoxen Kirche und des serbischen Volkes erhoben und klar und eindeutig alle Verbrechen, die, gleich von wem, an Menschen bzw. Völkern, ihrem materiellen Eigentum und ihrem Volks- und Kulturgut begangen wurden, verurteilt habe.
Ich frage Sie als maßgeblichsten Politiker der RS:
- Geschieht dies alles mit uns tatsächlich ohne Ihr Wissen und ohne Ihre Billigung?
- Warum sind wir, Menschen, die Sie als unermüdliche Friedenstifter ken­nen, schon drei Jahre lang Opfer schwerer Verbrechen und des Revanchismus wegen von irgendjemandem begangener möglicher Untaten?
- Wollen uns unsere von Ihnen als erklärtem orthodoxen Gläubigen ge­führten orthodoxen Brüder tatsächlich aus den hiesigen Gebieten herausreißen, was während der vielen vergangenen Jahrhunderte weder Nichtchristen noch Ungläubige getan haben?
- Was hätten wir Katholiken, die wir hier, in unseren jahrhundertealten Heimstätten leben möchten, noch für unsere Nachbarn, die orthodoxen Serben, tun sollen, die uns weder als Bruder im gleichen Glauben noch als willkommene friedfertige Nachbarn annehmen wollen?
- Hoffen Sie als erklärter orthodoxer Christ wirklich auf Gottes Segen und Güte für sich persönlich und Ihr Volk und die schwesterliche serbisch-or­thodoxe Kirche, wenn Sie derartige Untaten an Ihren Nächsten zulassen bzw. zumindest nicht wirksam verhindern?
Herr Präsident, sowohl ich als auch Sie werden eines Tages vor unserem göttlichen gerechten Richter stehen! Es ist unsere Pflicht, zuvor Gerechtigkeit in Wahrheit und Liebe walten zu lassen! Und Gott und unseren Nächsten zu lieben!
Im Namen aller Katholiken meines fast zur Gänze vernichteten Bistums erwarte ich zu Recht von Ihnen, daß Sie beginnen, uns als Menschen zu behan­deln, die ein Recht auf alle jene fundamentalen Menschenrechte und Freiheiten haben, die auch Sie und Ihr Volk besitzen!
Ich erwarte, daß Sie tätig werden, damit es für uns bald zu einer positiven Lösung aller offenen Fragen und aktuellen Probleme kommt, die uns als in einem Ihrer Zuständigkeit unterstehenden Gebiet lebende katholische Glaubens­gemeinschaft bedrücken.
Darf ich darauf hoffen, daß Sie mich richtig verstanden haben und zu­künftig mit uns, Ihren friedfertigen Nachbarn, im Geiste des göttlichen Geset­zes verfahren werden, das Sie, wie Sie selbst sagen, respektieren?
Hochachtungsvoll 

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Übermittelt an:
den Vorsitzenden des Präsidiums der HR HB
den Präsidenten der RH, Herrn F. Tuðman
den Präsidenten der RS, Herrn S. Milo¹eviæ
Seine Heiligkeit, den Serbischen Patriarchen, Herrn Pavle
die Apostolische Nuntiatur in BiH
das Sekretariat der BK BiH

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 GEWALTSAMER TOD EINES GEISTLICHEN UND EINER NONNE
Bischöflicher Protest an den Innenminister der RS, Herrn ®. Rakiæ
(Prot. Nr. 319/95 vom 13. Mai 1995)

Geehrter Herr Minister,
gestern habe ich Sie telefonisch von der Entführung eines Geistlichen und Hüters eines Heiligtums und einer Ordensschwester, von der Sprengung der Pfarr- und Bischofskirche "Hl. Theresa" und von der in den frühen Morgen­stunden erfolgten Einäscherung des Seelsorgezentrums der Pfarrei von Banja Luka - Presnaèe unterrichtet.
Unsere bangen Ahnungen hinsichtlich des Ungewissen Schicksals des Geistlichen, Hochw. Philipp Lukenda, und der Ordensschwester, der seelsorgerischen Mitarbeiterin Schwester Cäcilia (Pave) Grgiæ, haben sich bewahrheitet. Der Untersuchungsrichter hat uns heute morgen mitgeteilt, daß in einem Raum des Seelsorgezentrums, im Pfarrbüro, "zwei verkohlte Leichen" gefunden wor­den seien. Ein Gerichtsmediziner hat nach der Identifizierung in seinem Bericht über die Todesursache geschrieben: "Partes corporis humani in statione carbonificationis. Mors violenta. Homicidium."
So hatten die Sprengung der Kirche und des Heiligtums "Hl. Theresa" und das Niederbrennen des Seelsorgezentrums der Pfarrei Presnaèe einen noch tragischeren Epilog in Form des Todes völlig unschuldiger Zivilisten, diesmal eines Geistlichen und einer Nonne.
Es handelt sich hier bereits um den fünften in der Reihe der völlig un­schuldigen Geistlichen des Bistums Banja Luka im Gebiet der RS, die im Ver­lauf dieser letzten drei Jahre ums Leben gekommen sind!
Nach allem, was (offensichtlich nicht zufällig) in den letzten Tagen mit im Dienst der katholischen Kirche stehenden Menschen und kirchlichen Gebäu­den geschehen ist, fragen wir uns bestürzt, wie lange noch mit uns ungestraft in einer derart verbrecherischen Weise verfahren wird, mit Menschen, die sich als Friedensstifter, Versorger und Beschützer auch vieler unserer Nachbarn - Ser­ben, erwiesen haben? Gibt es in diesem vollständig von den Behörden der RS kontrollierten Gebiet irgendeinen humanen Menschen, der willens und bereit wäre, die offenkundigen Verbrecher an ihren Untaten an völlig unschuldigen Menschen und an kirchlichen Gebäuden und Eigentum von Katholiken in die­sem Gebiet zu hindern?
Erneut appelliere ich an alle zuständigen Organe in der RS und beschwö­re sie: Machen Sie den Verbrechen an Ihren unschuldigen nichtserbischen Mit­bürgern ein Ende, damit auch Ihren serbischen Mitbürgern eine bessere und sonnigere Zukunft zuteil wird! Heißt es doch in der Heiligen Schrift: "Wer Bö­ses tut, kann nicht auf Gutes hoffen." (vgl. Hos 8, 7).
Hochachtungsvoll

 Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Übermittelt an:
den Bürgermeister von Banja Luka
den Religionsminister der RS - Sarajevo
die Apostolische Nuntiatiur - Sarajevo (Rom)
das Sekretariat der BK BiH
das UNHCR - Banja Luka
das IKRK - Banja Luka

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 "GEGEN DIE ANGEHÖRIGEN DER KATHOLISCHEN KIRCHE IST EIN REGELRECHTES POGROM IM GANGE"
Schreiben an den Innenminister der RS, Herrn ®. Rakiæ
(Prot. Nr. 325/95 vom 18. Mai 1995)

Geehrter Herr Minister Rakiæ,
die direkte Bedrohung des Lebens von im religiösen Dienst tätigen Mit­arbeitern der katholischen Kirche und katholischen Gläubigen und die direkte Bedrohung religiöser Institutionen und Gebäude im Zuständigkeitsgebiet der Zentralstelle der Schutzpolizei in Banja Luka geht trotz des mir von Ihnen am 12. Mai dieses Jahres mündlich gegebenen Versprechens weiter.
In der Nacht vom 14. auf den 15. Mai 1995 gegen 21.30 Uhr haben Un­bekannte in der Pfarrei (und dem Dorf) Motike ältere Zivilpersonen - den 65-jährigen Franjo Grgiæ und dessen 64-jährige Ehefrau Zlata - in deren in Famili­enbesitz befindlichem Hause umgebracht.
In der Nacht vom 13. auf den 14. Mai 1995 wurde unter dem Glocken­turm der Kirche auf dem Berg Durbiæa Brdo in der Pfarrei Motike eine Spreng­ladung angebracht. Es kam zu schweren Beschädigungen sowohl des Turms als auch der Kirche.
Am frühen Abend des 17. Mai 1995 (gegen 19.00 Uhr) kamen drei unbe­kannte Zivilisten in das Seelsorgezentrum der Pfarrei Trn. Nach Betreten des Gebäudes richteten sie Pistolen auf den Pfarrer, fesselten ihn und plünderten ihn aus. Sie mißhandelten dabei auch eine im seelsorgerischen Dienst dieser Pfarrei tätige betagte Ordensschwester.
In den Nachtstunden des 18. Mai 1995 (gegen 03.00 Uhr) wurde die neue große Pfarrkirche St. Josef der Pfarrei Trn, die bereits dreißig(I) Mal angegrif­fen worden war, durch Sprengung zerstört. Dabei wurde das neue Seelsorge­zentrum der Pfarrei, das letzten Herbst durch einen ebenfalls gelegten Brand schwer beschädigt worden war, niedergebrannt. Durch die starke Explosion wurden die umstehenden Häuser in Mitleidenschaft gezogen.
Die tagtäglich unter Morddrohungen vor sich gehenden gewaltsamen Vertreibungen vieler unserer Gläubigen aus ihren eigenen Häusern in den Sied­lungen Bud¾ak, Dervi¹i, Dragocaj, ©argovac, Motike, Presnaèe und Debeljaci sowie im engeren Bereich des Stadtzentrums sind ein zusätzlicher Beweis da­für, daß im Gebiet von Banja Luka ein regelrechtes Pogrom gegen die Angehö­rigen der katholischen Kirche im Gange ist! Womit können die derzeitigen Zen­tral- und Ortsbehörden dies rechtfertigen? Gegen wen und in welchem Grade hätten sich die Katholiken von Banja Luka derart schuldig gemacht, daß ihre Nachbarn, orthodoxe Serben, sie systematisch in so entsetzlicher Weise verfol­gen und vernichten?
Wenn seitens der höchsten politischen Instanz und seit kurzem "allen Bürgern der RS jede Sicherheit für Leib, Leben und Besitz" gewährleistet wird, heißt dies dann, daß wir Angehörigen der katholischen Kirche, denen, was "Leib, Leben und Besitz" betrifft, hier in diesem Gebiet derart unbarmherzig Leiden zugefügt wird, wirklich kein Recht auf ein Mindestmaß an möglichem Schutz hätten? 

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Schreiben übermittelt an:
den Präsidenten der RS, Dr. R. Karad¾iæ - Sarajevo
die Zentralstelle der Schutzpolizei - Banja Luka
den Heiligen Synod der SPC - Belgrad
die Apostolische Nuntiatur - Sarajevo (Rom)
das Sekretariat der BK BiH - Sarajevo

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AN WEN - VON UNS KIRCHENLEUTEN ABGESEHEN - KÖNNEN SICH DIE KATHOLIKEN VON BANJA LUKA WENDEN, UM SICH VOR GEWALTSAMER DEPORTATION ZU SCHÜTZEN?
Bischöfliches Schreiben an den Stellvertretenden Präsidenten der RS, Dr. N. Koljeviæ
(Prot. Nr. 395/95 vom 30. Mai 1995)

Geehrter Herr Stellvertretender Präsident,
mit Schreiben des Bischöflichen Ordinariats Nr. 385/95 vom 27, Mai d. J. habe ich bereits den Präsidenten der RS, Herrn Dr. R. Karadzic, davon in Kenntnis gesetzt, daß an jenem Tage "die gewaltsame Vertreibung der Katholi­ken der zu Banja Luka gehörenden Siedlungen ©argovac und Prijeèani aus ihren Häusern begonnen hat, wobei diese Menschen in Busse getrieben wurden, die das Kennzeichen von Okuèani tragen". Ich habe den Herrn Präsidenten Karadzic ersucht, gemäß dem von ihm gegebenen Versprechen seine Mitbürger in der RS vor direkter Bedrohung von Leib, Leben und Besitz zu schützen.
Erst heute morgen, am 30. Mai 1995, haben wir erfahren, daß 50 Perso­nen, bzw. 15 Familien, im Alter zwischen 6 Monaten und 69 Jahren, die am Samstag gemäß eines "Beschlusses der offiziellen Behörden" unter Androhung eines gewaltsamen Todes aus ihren Häusern in der Vorortsiedlung ©argovac gejagt wurden, in die Republik Kroatien deportiert werden sollen. Diese "offizi­ellen Behörden" werden durch Herrn Rade Bojiæ vertreten, der die Funktion eines Vertreters des Flüchtlingskommissariats der RS innehat.
Weder vom Bürgermeister von Banja Luka, Mag. R. Radiæ, noch von irgendeiner anderen Amtsperson habe ich trotz vieler Versuche Informationen hinsichtlich des Schicksals dieser unserer völlig unschuldigen Gläubigen erhal­ten. Ich kenne jedoch Ihre Stellungnahme und die des Herrn Bürgermeister, wonach hinter solchen gewaltsamen Aktionen gegen uns Alteingesessene der Stadt Banja Luka "keine offizielle Behörde" steht.
Diesmal bitte ich auch Sie als eine auf höchster Ebene stehende politi­sche Persönlichkeit, uns folgende Fragen zu beantworten:
- Was bat man tatsächlich mit diesen unseren "Flüchtlingen" vor, Flücht­lingen in ihrer eigenen Heimatstadt, in der sie ihre Häuser und ihren privaten Besitz haben? Will man sie tatsächlich und offiziell aus der RS vertreiben?
- Ist die offizielle Obrigkeit wirklich willens und imstande, als im Geiste der bestehenden Gesetze und der Verfassung handelnde Obrigkeit aufzutreten?
- An wen, von uns Kirchenleuten abgesehen, können sich unsere katholi­schen Mitbürger wenden, um ihre fundamentalen Menschenrechte zu schützen?
Ich danke Ihnen im voraus für Ihre Antwort.
Hochachtungsvoll

 Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

 Übermittelt an:
den Präsidenten der RS, Herrn Dr. R. Karad¾iæ - Sarajevo (Pale)
den Präsidenten der HR HB, Herrn K. Zubak - Mostar
den Bürgermeister von Banja Luka, Herrn Mag. P. Radiæ - Banja Luka
die Apostolische Nuntiatur - Sarajevo (Rom)
das Sekretariat der BK BiH - Sarajevo

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 DIE DURCH NICHTS GERECHTFERTIGTE, AUF ANORDNUNG AMTLICHER ORGANE ERFOLGENDE, GEGEN DIE KATHOLIKEN DER REGION BANJA LUKA GERICHTETE ETHNISCHE SÄUBERUNG GEHT WEITER
Schreiben an den Führer der bosnischen Serben, Dr. R. Karad¾iæ
(Prot. Nr. 414/95 vom 02. Juni 1995)

Geehrter Herr Präsident,
vor sieben Tagen, am 27. Mai 1995, war ich gezwungen, Ihnen mitzutei­len, daß die gewaltsame Vertreibung der Katholiken, hauptsächlich Kroaten, aus ihren Häusern und ihrer jahrhundertelangen Heimat im Gebiet der Gemein­de Banja Luka und in den Vorortsiedlungen ©argovac und Prijeèani begonnen hat. Ich hatte Sie gebeten, "gemäß des von Ihnen gegebenen Versprechens Ihre Mitbürger vor der direkten Bedrohung von Leib, Leben und Besitz zu schüt­zen".
Fünfzehn Familien sind an jenem Tage mit einem das amtliche Kennzei­chen von Okuèani tragenden Bus in unbekannte Richtung weggebracht worden, zu einer echten Odyssee, wie wir erst vier Tage später erfahren haben. Da die Vertreibung meiner schutzlosen Gläubigen aus ihren Häusern, außer in den er­wähnten auch in anderen Teilen unserer Stadt und Gemeinde weiterging, habe ich mich erneut an den Bürgermeister von Banja Luka, Herrn Mag. Predrag Radiæ, an das Innenministerium in Pale und an den Stellvertretenden Präsiden­ten der RS, Prof. Dr. Nikola Koljeviæ, gewandt und dieselben gebeten, dafür zu sorgen, daß den jüngsten Verbrechen ethnischer Säuberung an der unschuldigen und schutzlosen Zivilbevölkerung, den Katholiken, alteingesessenen Bürgern der Region Banja Luka, Einhalt geboten wird.
Auch dieses Mal habe ich von niemandem eine Antwort bekommen, von einer positiven ganz zu schweigen. Die einzigen Antworten, die viele meiner mißhandelten und mit Gewalt aus ihren Häusern vertriebenen Gläubigen von den zuständigen Personen der örtlichen Behörden in Zalu¾ani, ©argovac, Bud¾ak, Dragocaj, Trn usw. bekamen, waren im großen und ganzen die gleichen: "Ihr Ustaschas müßt gehen, weil es von oben, von Herrn Mag. Rajko Kasagiæ, dem Vorsitzenden des Exekutivkomitees des Stadtparlaments von Banja Luka, so angeordnet wurde".
In den letzten Wochen sind im Gebiet der städtischen Pfarrei Petriæevac 56 Familien aus ihren Häusern vertrieben worden und weiteren fast 500 Famili­en wurde gedroht, daß sie ihre Häuser und ihre Heimat verlassen müssen!
Im Bereich der städtischen Pfarrei "Marija Zvijezda" wurden 38 Famili­en gewaltsam auf die Straße geworfen, weitere rund 350 Familien sind "an der Reihe"!
Im Bereich der städtischen Pfarrei Bud¾ak wurden dieser Tage 16 Fami­lien hinausgeworfen, und "bewaffnete Amtspersonen" drohen mit dem Hinaus­wurf weiterer rund 380 Familien!
Im Bereich der städtischen Pfarrei Motike wurden dieser Tage 10 Famili­en gewaltsam verjagt, und weiteren rund 180 Familien steht der Hinauswurf bevor!
Im Bereich der zentralen städtischen Pfarrei wurden 43 Familien hinaus­geworfen, und noch fast l .000 Haushalte warten "in der Sehlange"!
In der Vorortpfarrei Presnaèe wurden dieser Tage auf fünf katholische Häuser Sprengkörper geworfen, und fast 380 Familien droht dort die Vertrei­bung!
In der Vorortpfarrei Barlovci wurden auf zwei Häuser Sprengkörper ge­worfen, 23 Familien aus ihren Häusern vertrieben und weiteren rund 500 Fami­lien wird mit dem Hinauswurf gedroht!
In der Vorortpfarrei Ivanjska wurden fast 80 Familien ausgeplündert, die Angst hüben, sich zu Hause aufzuhalten, und den übrigen Gläubigen, rund 570 Familien, wird mit Hinauswurf gedroht!
In der Vorortpfarrei ©imiæi wurden rund 50 Häuser vollständig ausge­plündert, ihre Eigentümer können nicht wieder dorthin zurückkehren, und wei­tere rund 150 Familien bangen um ihr Leben und ihr Eigentum!
Listen der katholischen Bevölkerung mit genauen Angaben über die An­zahl der Personen und die Eigentumsverhältnisse, die im Gemeindegebiet von Banja Luka bereits erstellt wurden und auf deren Basis die Vertreibung unserer Menschen erfolgt, werden auch in einigen anderen Gemeinden der Region Banja Luka angefertigt, konkret gesprochen in den Gemeinden Lakta¹i, Prijedor, Prnjavor und Sanski Most. Die uns aus diesen Gemeinden erreichenden Nach­richten besagen, daß dort in der gleichen Weise wie in den erwähnten Pfarreien im Gemeindegebiet von Banja Luka vorgegangen wird!
Seit Beginn des Krieges sind im Gemeindegebiet von Banja Luka über 20.000 Katholiken gewaltsam gezwungen worden, das Gemeindegebiet zu ver­lassen, und allein im Gebiet meines Bistums Banja Luka wurden über 55.000 Katholiken zum Verlassen des Territoriums der RS gezwungen!
Sie, Herr Präsident, wissen ebenso wie alle Personen Ihrer Umgebung sehr gut, daß wir unsere serbischen Nachbarn (aber auch andere) in diesem Ge­biet, wo wir seit langem als Alteingesessene mit ihnen leben, in keiner Weise bedroht haben und daß wir uns während dieser ganzen unglücklichen Kriegszei­ten gegenüber allen ausgesprochen friedfertig verhalten haben!
Ich weiß nicht, wie viele Male ich mich dies schon gefragt habe, und ich frage auch Sie und alle anderen Verantwortungsträger in diesem Gebiet: "Ist es möglich, daß wir trotz unserer humanen und christlichen Haltung für Sie ein unerträglicher Ballast geworden sind, dessen Sie sich um jeden Preis entledigen wollen und müssen?" Ich kann nicht glauben, daß Sie bzw. die Serben dieses Gebiets, in dem auch wir unsere einzige Heimat haben, nicht in der Lage und nicht bereit sind, mit uns friedfertigen Nachbarn wie mit Menschen statt wie mit Sklaven zusammenzuleben.
Beim Niederschreiben dieser wenigen bitteren Wahrheiten über die äu­ßerst inhumanen Verhältnisse, in denen wir uns als Katholiken im Gebiet der RS derzeit ohne eigenes Verschulden befinden, beschwöre ich Sie, den Unge­rechtigkeiten, die uns die offiziellen Gemeindebehörden und deren Mitarbeiter in der Region Banja Luka antun, Einhalt zu gebieten und sich nicht an uns, Ihren völlig unschuldigen Mitbürgern, zu rächen!
Wir alle, sowohl ich als auch Sie, werden eines Tages vor unserem göttli­chen Richter stehen!
Hochachtungsvoll 

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Schreiben übermittelt an:
den Vorsitzenden des Präsidiums der HR HB, Herrn K. Zubak
den Präsidenten der RH, Herrn F. Tuðman
den Präsidenten der RS, Herrn S. Milosevic
den Heiligen Erzpriesterlichen Synod der SPC
die Apostolische Nuntiatur
das Sekretariat der BK BiH
das Sekretariat der HBK

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IN DIESEM GEBIET ROTTEN DIE BEHÖRDEN DIE KATHOLISCHE KIRCHE RADIKAL AUS - WARUM?
Schreiben an den Führer der bosnischen Serben, Dr. R. Karad¾iæ
(Prot. Nr. 519/95 vom 17. Juli 1995)

Geehrter Herr Präsident,
seit 1992 bis zum vergangenen Monat war ich viele Male genötigt, mich wegen der großen und vielfältigen Leiden von katholischen Gläubigen, Ange­hörigen meines Bistums Banja Luka, an Sie sowie eine größere Anzahl Ihrer politischen Mitarbeiter zu wenden. Ich war dazu verpflichtet, denn es geht um die radikale Ausrottung der katholischen Kirche in dieser Gegend, in der sie schon über ein Jahrtausend existiert.
1. Sie wissen gut, daß der altergrößte Teil der Katholiken in den Pfarrge­meinden meines Bistums sich während der ganzen Zeit dieses schrecklichen Krieges beharrlich friedlich verhalten hat. Die Geistlichen, ihre religiösen Füh­rer, haben sie mit Wort und Tat ständig entsprechend ermahnt. Um so unbegreif­licher ist die seit September 1991(!) bis zur Stunde vor sich gehende, durch nichts provozierte und nicht zufällige, sondern systematische Vernichtung unse­rer kirchlichen Gebäude. Bis jetzt wurden 20 Pfarrkirchen und 22 Filialkirchen völlig zerstört bzw. unbenutzbar gemacht. Zwei Pfarrkirchen und 13 Filialkirchen wurden schwer beschädigt. Acht Pfarrkirchen und acht Filialkirchen wurden leichter beschädigt. Außerdem wurden noch 27 Seelsorgezentren bzw. Pfarr-und Klostergebäude zerstört oder schwer beschädigt! Auf rund zehn Friedhöfen - besonders in den Gemeinden Banja Luka und Lakta¹i - wurden zahlreiche Gräber bzw. Grabmale geschändet und verwüstet!
2. Die Vernichtung und Konfiszierung kirchlichen Eigentums hat noch immer nicht aufgehört. Viele konkrete Fälle zeigen, daß dies in einzelnen Ge­meinden bzw. Ortsgemeinschaften sehr häufig, um nicht zu sagen regelmäßig, mit Wissen und auf Anordnung der derzeitigen Vertreter der Behörden oder Parteien geschieht. In der letzten Zeit betrifft dies die Gemeinden Banja Luka (Vernichtung und Konfiszierung von Eigentum des Klosters und der Pfarrei in Petriæevac und des Seelsorgezentrums und der Diözesanwallfahrtskirche in Presnaèe), Lakta¹i (Vernichtung, Konfiszierung und unrechtmäßige Aneignung kirchlichen Eigentums im Kloster, in der Pfarrei und im Gut des Bistums in Bosanski Aleksandrovac und im Seelsorgezentrum in Trn) und Gradi¹ka (un­rechtmäßige Aneignung und Konfiszierung von Eigentum des Klosters und der Pfarrei in Nova Topola).
Der neueste Fall der Vernichtung von Eigentum der katholischen Kirche aufgrund amtlicher Anordnung ereignete sich dieser Tage in Mrkonjiæ Grad. Im Gebiet jener Gemeinde, wo es keinerlei bewaffnete Zusammenstöße gegeben hatte, war bereits im Juni 1992 in der Pfarrei Liskovica das neue Seelsorge­zentrum in Brand gesteckt worden sowie die dortige Pfarrkirche "St. Elias der Prophet" zuerst in Brand gesteckt und danach durch Sprengung zerstört wor­den. Von der ganzen Pfarrgemeinde sind nur ein paar Familien verblieben! Im Dorf Majdan wurde im Mai dieses Jahres die neue Filialkirche "St. Nikolaus" in Brand gesteckt.
In Mrkonjiæ Grad selbst wurde am 18. Oktober 1992 die große, von Grund auf renovierte Pfarrkirche "Hl. Apostel Philipp und Jakob" niedergebrannt. Die Mauern der Kirche und das neue Seelsorgezentrum der Pfarrei waren übrigge­blieben. Das Ganze war vor acht Jahren durch Spenden und freiwilligen Ar­beitseinsatz der Gläubigen mit einer 120 cm hohen und rund 100 m langen schmiedeeisernen Umzäunung umgeben worden.
Vor einigen Tagen, am 12. Juli 1995, haben in Polizeibegleitung erschie­nene Unbekannte die Umzäunung zerstört und in den Hof des Unternehmens "Gradnja" gebracht (wie Slobodan Rajkoviæ, der in der Gemeinde zuständige Leiter für Wirtschafts- und Kommunalangelegenheiten, auf mündlich erteilte Anordnung des Leiters der staatlichen Sicherheitsbehörde "SDS" in Mrkonjiæ Grad, Dr. Luka Èuliæ, später erklärte). Alle Interventionen des Pfarrers und des Dekans sowie eines Vertreters des Seelsorgerates der Pfarrei waren vergeblich. Herr Èuliæ sagte mir, daß "die Kämpfer sehr starken Druck ausüben, damit die katholische Kirche gezwungen wird, Mrkonjiæ Grad aufzugeben...". Nach der Kirchenumzäunung sollen auch die Mauern des niedergebrannten Kirchen­gebäudes abgerissen werden, weil man, wie inoffiziell zu erfahren war, vorhat, an der Stelle einen Marktplatz zu schaffen!
Ich frage Sie, als oberste politische Persönlichkeit und als orthodoxen Christen, ist dies tatsächlich die Einstellung der staatlichen Sicherheitsbehörde und auch Ihre persönliche? Zwar ist mit meinen Kirchen derartiges schon an anderen Orten geschehen, wo uns der Zutritt bis jetzt verwehrt wurde; aber die Tatsache, daß solche Anordnungen nun auch in dieser Stadt ergehen, in der (wie auch in vielen anderen Orten) ein katholischer Pfarrer während des 2. Welt­kriegs das Leben und das Eigentum vieler orthodoxer Serben (u. a. auch das des Vaters des Schriftstellers Du¹ko Are¾ina, Pero Are¾ina) rettete, kann denen, die jetzt derartiges im Namen des serbischen Volkes tun, wirklich nicht zur Ehre gereichen! Während ich mich seinerzeit persönlich bei den Gemeindebehörden und beim Vertreter der "HDZ" in Livno verwendet habe, damit die dortige, durch einen Brand teilweise beschädigte orthodoxe Kirche instandgesetzt wur­de, und die dortigen katholischen Gläubigen sich bemüht haben, alle Kostbar­keiten aus jener Kirche vor der Vernichtung zu retten, ordnen hier Gemeinde-und Partei Vertreter des serbischen Volkes die vollständige Vernichtung auch der letzten Spuren katholischer Kirchen an! Im Namen welches Gottes tut man dies? Bestimmt nicht im Namen des Christengottes, an den auch Sie glauben! Wollen auch Sie derartiges und ähnliches Vorgehen örtlicher Behörden billigen, das auf die völlige Vernichtung der katholischen Kirche in dieser Gemeinde und überall da, wo es sonst noch praktiziert wird, hinausgeht?
3. In der Nacht vom 11. auf den 12. Juli 1995 wurde im Gemeindegebiet von Banja Luka noch eine Kirche, "St. Josef in der Vorortsiedlung Èesma, niedergebrannt. Außer Klöstern und Seelsorgezentren ist dies in dieser Gegend die achte(!) in den letzten zweieinhalb Monaten vernichtete katholische Kirche! Dieser Tage wurde die Glocke des Turms der unlängst zerstörten Kirche in der Ortschaft ©argovac, und die vom uralten Friedhof "St. Johannes" in Trapisti weggeschafft. Es wurde erneut eine größere Anzahl von Gräbern und Grabma­len in Deliba¹ino Selo und Maðir beschädigt. In der Nacht vom 25. auf den 26. Juni 1995 wurde in die Seelsorgezentren der Pfarrgemeinden Barlovci und Motike eingebrochen! Teile des geplünderten Mobiliars einiger unserer Seelsorgezentren sind in Büros hiesiger Ortsverwaltungen oder im Polizeirevier zu finden!
4. Abgesehen davon, daß die Problematik des schwierigen und völlig Ungewissen derzeitigen und zukünftigen Lebens einiger Hundert unserer katho­lischen Familien noch immer nicht gelöst ist, die in den letzten zweieinhalb Monaten insbesondere in der Gemeinde Banja Luka aus ihren Häusern bzw. Wohnungen vertrieben oder gezwungen wurden, diese zu verlassen, befinden sich alle hiesigen Katholiken und ein großer Teil der nichtkatholischen Bevöl­kerung, Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes von der Caritas des Bis­tums Banja Luka ernährt werden, am Rande einer Hungersnot! An rund 40.000 Menschen konnte die Caritas im Zeitraum zwischen dem 01. April und dem 15. Juli, d.h. im Verlauf von dreieinhalb Monaten, pro Person 4,5 kg verschiedener Lebensmittel, aber nur rund 600 g Hygieneartikel (usw.) verteilen! Man erlaubt den Lkws unserer Caritas nicht, die dringend benötigten Nahrungsmittel, Hygieneartikel usw. herbeizuschaffen! Wir können eine derartige, äußerst inhu­mane Bestrafung der Zivilbevölkerung (nicht nur der nichtserbischen, sondern auch einer großen Anzahl der serbischen), durch Menschen, denen die Caritas regelmäßig hilft, nicht begreifen und schon gar nicht billigen. Warum wird uns seitens der obersten zuständigen Instanzen amtlich immer wieder von neuem untersagt, unseren Mitbürgern, die ohne jede soziale Versorgung dastehen und die uns tagtäglich um Hilfe bitten, zu helfen?!
Von Ihnen, Herr Präsident, hängt es ab, ob die Akte der Willkür und der Gesetzlosigkeit einzelner Personen oder Gruppen, die die Obrigkeit der RS dar­stellen, auch weiterhin fortgesetzt werden! Wird sich allen Ernstes mit Ihrem Wissen und Ihrer Erlaubnis der Wunsch einzelner mächtiger Extremisten aus den Reihen des orthodoxen serbischen Volkes erfüllen, auch noch den kleinen zurückgebliebenen Rest der katholischen Bevölkerung und die wenigen uns Katholiken verbliebenen religiösen Gebäude und Einrichtungen zu vernichten? Wird man tatsächlich und mit Ihrem Wissen unserer bischöflichen Caritas auch weiterhin den Antransport dringend benötigter Hilfssendungen für die bedrohte Bevölkerung (nicht nur die katholische!) in der Region Banja Luka verwehren? Wird es hier für uns ein eines normalen zivilisierten Menschen würdiges Leben geben?
Wem außer Ihnen müssen diese Fragen noch gestellt werden, damit wir die erwarteten positiven Antworten bekommen? Von Ihren Mitarbeitern wie auch von den Vertretern der Gemeindebehörden, an die wir sie bisher richteten, ha­ben wir entweder keine oder negative Antworten erhalten!
Ich bitte Sie um etwas, was ihnen leicht möglich ist und was Sie als erklärter Christ auch tun müssen - geben Sie uns die Möglichkeit, auch weiter in unseren jahrhundertealten Heimstätten als friedliche Menschen in menschlicher Würde und mit menschlichen Rechten zu leben!
So wäre es für Sie und auch für Ihr Volk besser - sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits!
Hochachtungsvoll

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

 Schreiben übermittelt an:
den Vorsitzenden des Präsidialrats der HR HB, Herrn K. Zubak - Mostar
die Apostolische Nuntiatur - Sarajevo (Rom)
den Heiligen Erzpriesterlichen Synod der SPC - Belgrad
das Sekretariat der BK BiH - Sarajevo
das Sekretariat der HBK - Zagreb

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UNTERBRINGUNG VON VERTRIEBENEN UND FLÜCHTLINGEN IN KIRCHLICHEN RÄUMLICHKEITEN DER RÖMISCH-KATHOLISCHEN KIRCHE IM GEBIET DER RS - WIR MÜSSEN WENIGSTENS EIN MINIMUM AN SCHUTZ HABEN
Promemoria an Herrn Bo¾o Stojanoviæ, den stellvertretenden Chef des für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständigen Stabes
(Prot.-Nr. 705A/95 vom 06. Oktober 1995)

In den Räumen des Bischöflichen Ordinariats fand auf Wunsch eines staat­lichen Repräsentanten am 04. Oktober 1995 ein Arbeitstreffen statt, an dem neben dem Unterzeichner dieses Memorandums, dem Bischof von Banja Luka, auch der Leiter der Kanzlei des Bischöflichen Ordinariats, Mag. Ivica Bo¾inoviæ, und Herr Bo¾o Stojanoviæ, Stellvertreter von Herrn Klièkoviæ, Chef des für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständigen Stabes, sowie Herr Nedjeljko Vujoviæ, der Direktor der Zentralstelle für Sozialarbeit für das Gemeindegebiet von Banja Luka, teilnahmen. Es wurde über die aktuelle Lage der sich augen­blicklich im Großraum Banja Luka aufhallenden Flüchtlinge und Vertriebenen, vor allem der serbischen, aber auch der kroatischen (und muslimischen), und über die Möglichkeit ihrer Unterbringung in Gebäuden der römisch-katholi­schen Kirche gesprochen. Insbesondere wurde die Möglichkeit der Schaffung einer Zusatzunterkunft für Flüchtlinge und Vertriebene in den zwei verbliebe­nen katholischen Klöstern, dem Männerkloster der Trappisten in Deliba¹ino Selo und dem Frauenkloster der Gemeinschaft "Klanjateljice Krvi Kristove" in Bud¾ak, erörtert.
I. Auch bei dieser Gelegenheit wurde die ständige Bereitschaft der katho­lischen Glaubensgemeinschaft, d.h. des Vertreters des Bistums Banja Luka, be­tont, im Rahmen des Möglichen aktiv bei der Lösung der aktuellen sozialen Probleme und der Befriedigung der Bedürfnisse der Gesamtheit der hiesigen Bevölkerung mitzuwirken, was bereits viele Male im Rahmen der Tätigkeit der Caritas des Bistums Banja Luka und des Bischofs von Banja Luka selbst ge­schehen ist.
Es wurde gleichfalls betont, daß die zuständigen staatlichen Organe lei­der von dieser Bereitschaft nicht ausreichend Notiz genommen haben und daß die Tätigkeit der Caritas als solche oft grundlos erschwert worden ist, wodurch ausgerechnet unsere notleidenden Mitbürger die dringend notwendige Hilfe nicht bekamen, die ihnen wie bisher ohne Rücksicht auf ihre religiöse bzw. nationale Zugehörigkeit hätte zuteil werden können.
II Hinsichtlich des aktuellen Bedarfs an Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge und Vertriebene wurde festgestellt, daß außer einer großen An­zahl Flüchtlinge serbischer Nationalität aus Gebieten anderer Gemeinden, in denen in letzter Zeit gekämpft wurde bzw. noch gekämpft wird, auch einige Hundert Vertriebene kroatischer Nationalität aus dem Gemeindegebiet Banja Luka zu berücksichtigen sind, die völlig unschuldigerweise aus ihren Häusern verjagt wurden und die nicht wissen, wohin; Menschen, um die die derzeitigen Behörden sich nicht kümmern. Die einen wie die anderen Obdachlosen (es gibt auch noch eine drille Gruppe davon) haben ein Recht auf Hilfe und auf wenig­stens ein Minimum an Versorgung.
Es wurde ebenfalls ausgesprochen, daß selbst die in diesem Gebiet ansäs­sige katholische Glaubensgemeinschaft wegen gewaltsamer Vertreibung von über 95 % ihrer Angehörigen und grundloser Vernichtung und widerrechtlicher Kon­fiszierung kirchlichen Eigentums durch jene Personen und Institutionen, die in diesem Gebiet über Waffen oder Macht verfügen, außerordentlich betroffen ist; eine Bevölkerungsgruppe, von der bekannt ist, daß sie sich während der ganzen Zeit der kriegerischen Zusammenstöße im Gebiet von Bosnien und Herzegowina besonders für Frieden einsetzte. Trotz dieser bedauerlichen Tatsachen wurden für die Bedürfnisse von Flüchtlingen serbischer Nationalität durch eine zwi­schen Flüchtlingen und offiziellen Vertretern der katholischen Kirche getroffe­ne Vereinbarung einige kirchliche Gebäude vorübergehend abgetreten.
Hier eine Übersicht bezüglich unserer kirchlichen Gebäude:
a) der gewaltsam konfiszierten,
b) der absichtlich zerstörten und unbenutzbar gemachten,
c) der auf Vereinbarungsbasis Flüchtlingen serbischer Nationalität zur Verfügung gestellten:
a) Gewaltsam konfiszierte kirchliche Gebäude:
1. das Frauenkloster der Gemeinschaft "Klanjateljice Krvi Kristove" in Aleksandrovac (Lakta¹i): 3 Wohn- und 3 Wirtschaftsgebäude
2. das Frauenkloster der gleichen Gemeinschaft in Nova Topola (Gradi¹ka): 3 Wohn- und 3 Wirtschaftsgebäude;
3. das Pfarrseelsorgezentrum in Banja Luka - Bud¾ak-Dervi¹i in der Straße Put srpskih branilaca (früher Gradi¹ka cesta): i Wohngebäude
4. das Pfarrseelsorgezentrum in Banja Luka - Motike: 1 Wohn- und 1 Wirtschaftsgebäude
5. das Pfarrseelsorgezentrum in Banja Luka - Barlovci: 1 Wohn- und 3 Wirtschaftsgebäude
6. das Pfarrseelsorgezentrum in Kotor Varo¹: 2 Wohngebäude
7. das Pfarrseelsorgezentrum in Vrbanjci (Kotor Varo¹): 2 Wohn- und 3 Wirtschaftsgebäude
8. das Pfarrseelsorgezentrum in Kula¹i (Prnjavor): 1 Wohn- und 1 Wirtschaftsgebäude
9. das Pfarrseelsorgezentrum in Dragalovci (Doboj): 1 Wohn- und 1 Wirtschaftsgebäude
10. das Pfarrseelsorgezentrum in Dolina (Gradi¹ka): 1 Wohn- und 3 Wirtschaftsgebäude
11. das Pfarrseelsorgezentrum in Mahovljani (Lakta¹i): 1 Wohn- und 4 Wirtschaftsgebäude
12. das Pfarrseelsorgezentrum in K. Dubica: 1 Wohn- und 2 Wirtschafts­gebäude
13. das Pfarrseelsorgezentrum in Mrkonjiæ Grad: 1 Wohn- und 1 Wirtschaftsgebäude
Außer diesen Gebäuden befanden oder befinden sich an den genannten Orten noch immer Räumlichkeiten für gottesdienstliche Zwecke (Kirchen) für die katholischen Gläubigen der genannten Pfarreien. Diese Räumlichkeiten sind jetzt für uns bedauerlicherweise völlig unzugänglich!
Obwohl einige dieser Gebäude bereits vor einigen Monaten und einige sogar vor über einem Jahr gewaltsam konfisziert wurden, hat sich bisher noch kein einziger offizieller Vertreter der staatlichen Behörden zu einer Antwort auf unsere mehrfach auf den Weg gebrachten Bitten herabgelassen, in denen wir um eine Möglichkeit ersuchten, die neuentstandene Situation hinsichtlich der wi­derrechtlich konfiszierten kirchlichen Gebäude und des widerrechtlich konfis­zierten Eigentums der katholischen Kirche im Gebiet des Bistums Banja Luka in zivilisierter Weise zu "bestätigen", also eine vertraglich festgelegte Form da­für herbeizuführen.
b) Ohne Grund und Ursache zerstörte kirchliche Wohn- und Wirtschafts­gebäude:
        1. das Franziskanerkloster in Banja Luka - Petriæevac in der Straße Petriæevaèki put: 2 Wohn- und 3 Wirtschaftsgebäude
        2. das Gemeindeseelsorgezentrum in Banja Luka - Presnaèe: 2 Wohn- und 2 Wirtschaftsgebäude
        3. das Gemeindeseelsorgezentrum in Trn (Lakta¹i): 1 Wohn- und 2 Wirt­schaftsgebäude
        4. das Gemeindeseelsorgezentrum in Prijedor: 2 Wohn- und 2 Wirtschafts­gebäude
        5. das Gemeindeschisorgezentrum in ©urkovac (Prijedor): 1 Wohn- und 2 Wirtschaftsgebäude
        6. das Gemeindeseelsorgezentrum in Stara Rijeka (Sanski Most): 1 Wohn- und 2 Wirtschaftsgebäude
        7. das Gemeindeseelsorge Zentrum in Liskovica (Mrkonjiæ Grad): 1 Wohn- und 3 Wirtschaftsgebäude
8        . das Gemeindeseelsorgezentrum in Nova Topola: 1 Wohn- und 1 Wirtschaftsgebäude.
c) Bereits Flüchtlingen serbischer Nationalität zur Verfügung gestellte kirchliche Gebäude:
        1. das Gemeindeseelsorgezentrum der Pfarrei "Pohoda BDM" in Banja Luka, Srpska-Straße (früher Bruder-G.-Martiæ-Straße)
        2. das Kloster der Schwesterngemeinschaft "St. Vinko" - in Banja Luka wirkende Barmherzige Schwestern, in der Srpska-Straße (früher Bruder-G.-Martiæ-Straße)
        3. das Kloster der Schwesterngemeinschaft "Slu¾benice Bezgre¹ne Marije" in der Kajmakèalanska-Straße (früher Goce-Delèev-Straße) in Banja Luka
        4. das Seelsorgezentrum in ©imiæi (Banja Luka)
        5. das Seelsorgezentrum in Ivanjska (Mi¹in Han - Banja Luka)
        6. das Seelsorgezentrum in Stratinska (Banja Luka)
In den zur Verfügung gestellten und in den gewaltsam konfiszierten kirch­lichen Gebäuden können einige Hundert ! Menschen untergebracht werden. Dies ist bereits erfolgt bzw. soll durch die Sozialbehörden der RS erfolgen.
III. Der katholischen Glaubensgemeinschaft in dieser Region stehen nur noch einige kirchliche Gebäude zur Verfügung; darin sind Geistliche, Ordens­brüder und Ordensschwestern, auch solche, die aus ihren zerstörten Pfarreizentren oder Klöstern vertrieben wurden, untergebracht. Ferner wurde dort jener kleine Teil kirchlicher Gegenstände, die wir aus unseren beschlagnahmten oder ver­nichteten Kirchen und kirchlichen Gebäuden unserer vielen hiesigen Pfarreien retten konnten, gelagert.
In diesen Gebäuden haben wir den übriggebliebenen Rest der Caritas-Bestände unseres Bistums gelagert, nachdem einige unserer Caritas-Lager, die sich in zerstörten kirchlichen Gebäuden (Klöstern und Seelsorgezentren) befun­den hatten, gewaltsam vernichtet worden waren.
IV. Außerdem wurde bei dem Treffen festgestellt, daß die offiziellen Be­hörden das Problem der gewaltsam vertriebenen und der geflüchteten Katholi­ken unserer Pfarreien des Gebiets der Gemeinde Banja Luka und der benachbar­ten Gemeinden nicht positiv gelöst haben! Diese völlig schutzlosen und ob­dachlosen Menschen, die oft mit schweren Verletzungen gewaltsam aus ihren Häusern bzw. Wohnungen gejagt wurden, wenden sich an uns, damit wir ihnen Unterkunft beschaffen. Wie und wo sollen diese Menschen, hier ansässige fried­liche Einwohner und ebenfalls Bürger der RS, untergebracht werden? Wem ob­liegt es, ihnen das Recht auf ihre menschliche Würde, auf Leben und ein Zuhause in ihrer Heimat zu gewährleisten? Diese Menschen waren bis jetzt immer beharrlich bestrebt, mit ihren Nachbarn, und selbstverständlich auch mit den Serben, in Frieden zusammenzuleben, haben ihnen Hilfe geleistet und mit ih­nen das letzte bißchen Essen, Arznei oder Kleidung geteilt!
Wir möchten auch diesen Menschen helfen, aber unsere Möglichkeiten sind beschränkt, wenn es um Unterkunft und Nahrung, Heizung und Kleidung, Betreuung und medizinische Behandlung gehl. Außerdem können wir keine ausreichende Sicherheit bieten, denn auch auf unsere verbliebenen kirchlichen Gebäude sind mehrfach, sogar in der letzten Zeit, bewaffnete Angriffe erfolgt.
Wir wiederholen somit unsere Anliegen, die wir bereits bei dein erwähn­ten Treffen hervorgehoben haben, wie folgt;
1. daß zuerst zwischen Vertretern des Staates und der katholischen Kirche der Status der gewaltsam konfiszierten kirchlichen Gebäude (siehe oben unter a) geregelt wird;
2. daß danach gemeinsam die Möglichkeit einer Unterbringung der drin­gendsten Fälle in den wenigen übriggebliebenen kirchlichen Räumlichkeiten im Männerkloster der Trappisten in Deliba¹ino Selo und im Frauenkloster in Bud¾ak erörtert wird (im Gebäude des Bischöflichen Ordinariats sind bereits viele Vertriebene untergebracht!);
3. daß nach Lösungen hinsichtlich der Unterbringung anderer im Gebiet der Gemeinde Banja Luka und der umliegenden Gemeinden befindlicher Ob­dachloser kroatischer Nationalität (und anderer Gruppen) gesucht wird;
4. daß die Behördenorgane der widerrechtlichen Vertreibung aus Woh­nungen und Häusern und der Bedrohung des Lebens von in diesem Gebiet le­benden Personen kroatischer Nationalität (und Personen andererer Gruppen) energischer Einhalt gebieten.
Wir mochten wie auch bisher allen helfen, aber um anderen helfen zu können, brauchen wir zunächst auch selbst ein Minimum an Schutz und die praktische Möglichkeit, Hilfe zu leisten!
Dürfen wir auf Verständnis und auf Ihre Hilfe hoffen, damit wir auch Ihnen und vielen anderen unserer Mitbürger in dieser sehr schweren Zeit helfen können?
Angesichts Ihres Versprechens hoffe ich auf eine möglichst rasche positi­ve Antwort!
Hochachtungsvoll 

Dr. Franjo Komarica, Bischof van Banja Luka

 Promemoria übermittelt an:
die Zentralstelle für Sozialarbeit - Banja Luka
den Stellvertretenden Präsidenten der RS, Prof. Dr. Nikola Koljeviæ - Banja Luka
das IKRK - Banja Luka
das UNHCR - Banja Luka
die Apostolische Nuntiatur - Sarajevo (Rom)

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DIE HILFE FÜR DIE HIESIGE BEVÖLKERUNG HÄNGT VON IHNEN, DEN POLITIKERN, AB
Schreiben des Bischofs an den Vizepräsidenten der RS, Dr. N. Koljeviæ
(Prot. Nr. Präs. 161/95 vom 04. November 1995)
 

Geehrter Herr Vizepräsident,
ich erlaube mir, Ihnen hiermit eine Kopie meines an den Erzbischof von Zagreb, Franjo Kardinal Kuhariæ, gerichteten Ersuchens zu übermitteln. Ihr Berater und bevollmächtigter Vertreter während Ihres derzeitigen Aufenthalts in den USA, Herr Zdravko Mioèeviæ, halle mich offiziell im Namen der RS gebe­ten, mich an Kardinal Kuhariæ zu wenden, damit dieser bei den Behörden der Republik Kroatien wegen Stromlieferungen vom Wasserkraftwerk "Boèac" in die Region Banja Luka und den weiteren Umkreis derselben interveniert bzw. sich einschallet, damit baldmöglichst ein Treffen und ein Gespräch offizieller Vertreter der RS und der RH über diese Frage und andere aktuelle Fragen orga­nisiert wird.
Dies habe ich also auch sofort getan, obwohl mir, wie auch Ihnen, klar ist, daß wir, die wir Kirchenleute und nicht Politiker sind, keinen großen Ein­fluß auf die Politiker ausüben können, nicht einmal, wenn es um grundlegende Bedürfnisse der Bevölkerung geht. Wir möchten jedoch auf jeden Fall Gutes tun und zu jeder dem Wohlergehen aller dienenden konstruktiven Aktion beitra­gen.
Ich hoffe fest, daß seine Eminenz der Kardinal diese meine Bitte unter­stützen wird, aber von Ihnen, den Politikern, hängt es ab, welche Ergebnisse letztendlich Zustandekommen. Ich möchte sehr, daß es positive Ergebnisse sein werden. Tun daher auch Sie alles, damit sie Zustandekommen!
Hochachtungsvoll 

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Anlage (1)

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DIE DERZEITIGEN BEHÖRDEN DER RS WERDEN DIE VOLLE VERANTWORTUNG FÜR DIE GEWALTSAME ENTFÜHRUNG VON PFARRER MATANOVIÆ ZU TRAGEN HABEN
Schreiben an den Religionsminister der RS, Herrn Dragan Davidoviæ
(Prot. Nr. 755/95 vom 14. November 1995)

Geehrter Herr Minister,
bei meinem heutigen Gespräch mit Ihrem Mitarbeiter Herrn Turanjanin teilte mir dieser mit, daß Ihr Ministerium ein von dessen Leiter, Herrn Simo Drljaèa, unterzeichnetes offizielles Schriftstück der Zentralstelle der Schutzpo­lizei in Prijedor erhalten habe, in dem versichert wird, daß der mir unterstehen­de Geistliche Tomislav Matanoviæ, der Pfarrer von Prijedor, nach Unterzeich­nung des Abkommens Samaruga-Koljeviæ in der Organisation des Roten Kreu­zes Prijedor, zusammen mit seinen Eltern am 10. Oktober 1995 mit einem Bus von Prijedor in Richtung Tesliæ gefahren ist. In diesem Schriftstück soll es hei­ßen, daß Pfarrer Matanoviæ selbst den Wunsch geäußert hat, die RS zu verlas­sen.
Es ist schon mehr als ein Monat vergangen, seitdem Pfarrer Matanoviæ aus angeblich freien Stücken die RS verlassen hat. Bis jetzt ist er nirgends auf­getaucht, und auch in den Kreisen der katholischen Kirche hat niemand irgend­eine Nachricht zu seiner Person.
Zusätzlich verwirrt uns die vor einigen Tagen abgegebene Versicherung von Herrn Gojko Klièkoviæ, dem Chef des für die Aufnahme und die Unterbrin­gung von Flüchtlingen zuständigen Stabes mit Sitz in Banja Luka (Prijedor), daß er Pfarrer Matanoviæ, der sich in Ljubija befinde, Grüße von dessen Freun­den überbracht habe!
Wir bitten Sie, dafür zu sorgen, daß der Fall des Pfarrers Matanoviæ, der von der offiziellen Polizei der RS aus seiner Pfarrwohnung weggebracht wurde und zu dessen Person mir Ihr Mitarbeiter Herr Turanjanin unzweideutig bestä­tigt hat, daß er sich "an einem sicheren Ort" befinde, einer zusätzlichen Unter­suchung unterzogen wird. Wir haben Grund, an der Wahrheit dieser Behaup­tung zu zweifeln. Es ist unwiderlegbar, daß die derzeitigen Behörden der RS für das bisherige und derzeitige Wohlergehen des gewaltsam in unbekannte Rich­tung weggebrachten Pfarrers Matanoviæ die volle Verantwortung zu tragen haben werden.
Wir möchten nicht, daß der Fall des Pfarrers Matanoviæ zusätzlich unnö­tigerweise eine politische Dimension bekommt. Sie werden aber verstehen, daß wir angesichts dessen, daß wir noch immer auf eine klare Antwort Ihrerseits bezüglich des Schicksals unseres bereits seit langem entführten Pfarrers von Nova Topola, Hochw. Ratko Orgie, warten, nicht über diese neueste Bedrohung eines unserer Geistlichen hinweggehen können.
Hochachtungsvoll 

Dr. Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka

Schreiben übermittelt an:
Prof. Dr. Nikola Koljeviæ, Vizepräsident der RS - Sarajevo (Pale)
Herrn Kresimir Zubak, Vorsitzender des Präsidialrats der HR HB - Mostar
die Apostolische Nuntiatur - Sarajevo
das UNHCR - Banja Luka
das IKRK - Banja Luka
das Sekretariat der BK BiH - Sarajevo

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AN DIE POLITIKER DER "REPUBLIKA SRPSKA"

"WIR KÖNNEN UND DÜRFEN UNS AUF EINE ETHNISCHE SÄUBERUNG UND EINE ANDAUERNDE UNTERDRÜCKUNG FUNDAMENTALER MENSCHENRECHTE, GLEICH, WELCHER GESTALT, NICHT EINLASSEN"

STANDIGE BEDROHUNG UND GROSSE UNGEWISSHEIT FÜR DIE KATHOLIKEN IM GEBIET DER BOSANSKA KRAJINA - WIE LANGE NOCH?

"MACHEN SIE SICH WENIGSTENS IN ZUKUNFT NICHT SCHULDIG, UNS INS UNGLÜCK GEBRACHT ZU HABEN"

WIEDER MUSS ICH MEINE STIMME ERHEBEN, UM WEGEN AN KATHOLIKEN IN DER GEMEINDE BOSANSKA GRADI©KA ERNEUT VERÜBTER VERBRECHEN ZU PROTESTIEREN

WOLLEN UNSERE ORTHODOXEN BRUDER WIRKLICH DIE KATHOLISCHE KIRCHE IN DIESEM GEBIET AUSROTTEN?

ERGREIFEN SIE WIRKUNGSVOLLERE MASSNAHMEN, DAMIT DIE MORDTATEN AN UNSCHULDIGEN MENSCHEN AUFHÖREN!

SPRENGUNG DER PFARRKIRCHE IN SASINA BEI SANSKI MOST - BEWAFFNETE ÜBERFÄLLE AUF KIRCHLICHE GEBÄUDE IM GEMEINDEGEBIET VON BANJA LUKA

STÄNDIGE BEDROHUNG DES LEBENS UND DES EIGENTUMS DER KATHOLIKEN - NOCH IMMER HERRSCHEN DIE MACHT DER GESETZLOSIGKEIT UND DAS RECHT DES STÄRKEREN!

UNTERNEHMEN SIE ETWAS, DAMIT DEN GEWALTAKTEN GEGEN KATHOLIKEN EIN ENDE GESETZT WIRD!

ZU IHREM SCHREIBEN KANN ICH NUR MEINER VERWUNDERUNG UND MEINEM BEDAUERN AUSDRUCK GEBEN

ICH PROTESTIERE ENERGISCHST WEGEN DES ZULASSENS EINES SCHWEREN VERBRECHENS AN DEN VERBLIEBENEN KATHOLISCHEN ORDENSSCHWESTERN UND IHREM EIGENTUM

ERMÖGLICHEN SIE UNS DEN ZUTRITT ZU UNSEREN KLÖSTERN IN NOVA TOPOLA UND BOSANSKI ALEKSANDROVAC

TRAGISCHE ÜBERFALLE AUF MITARBEITER UND EIGENTUM DER KATHOLISCHEN KIRCHE - FORTFÜHRUNG DER PLANMÄSSIGEN VERNICHTUNG DES BISTUMS BANJA LUKA!

WISSEN SIE, WARUM DAS BISTUM BANJA LUKA IM GEBIET DER RS SYSTEMATISCH VERNICHTET WIRD?

GEWALTSAMER TOD EINES GEISTLICHEN UND EINER NONNE

"GEGEN DIE ANGEHÖRIGEN DER KATHOLISCHEN KIRCHE IST EIN REGELRECHTES POGROM IM GANGE"

AN WEN - VON UNS KIRCHENLEUTEN ABGESEHEN - KÖNNEN SICH DIE KATHOLIKEN VON BANJA LUKA WENDEN, UM SICH VOR GEWALTSAMER DEPORTATION ZU SCHÜTZEN?

DIE DURCH NICHTS GERECHTFERTIGTE, AUF ANORDNUNG AMTLICHER ORGANE ERFOLGENDE, GEGEN DIE KATHOLIKEN DER REGION BANJA LUKA GERICHTETE ETHNISCHE SÄUBERUNG GEHT WEITER

IN DIESEM GEBIET ROTTEN DIE BEHÖRDEN DIE KATHOLISCHE KIRCHE RADIKAL AUS - WARUM?

UNTERBRINGUNG VON VERTRIEBENEN UND FLÜCHTLINGEN IN KIRCHLICHEN RÄUMLICHKEITEN DER RÖMISCH-KATHOLISCHEN KIRCHE IM GEBIET DER RS - WIR MÜSSEN WENIGSTENS EIN MINIMUM AN SCHUTZ HABEN

DIE HILFE FÜR DIE HIESIGE BEVÖLKERUNG HÄNGT VON IHNEN, DEN POLITIKERN, AB

DIE DERZEITIGEN BEHÖRDEN DER RS WERDEN DIE VOLLE VERANTWORTUNG FÜR DIE GEWALTSAME ENTFÜHRUNG VON PFARRER MATANOVIÆ ZU TRAGEN HABEN

 

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