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AN DIE ÖFFENTLICHEN MEDIEN
ÖFFENTLICHE VERURTEILUNG VON AN DER SERBISCHEN
VOLKSGRUPPE BEGANGENEN VERBRECHEN
Schreiben des Bischofs an die öffentlichen Medien von Banja Luka
(Prot. Nr. Präs. 44/94 vom 18. September 1992)
Über
die örtlichen öffentlichen Medien habe ich von der Ermordung unschuldiger
Zivilisten, bei denen es sich diesmal um Angehörige der serbischen
Volksgruppe handelt, im zum Gemeindegebiet von Kotor Varo¹ gehörenden
Weiler Serdari erfahren.
Ich bin zutiefst empört und verurteile dieses Verbrechen schärfstens,
genauso wie alle anderen ähnlichen Untaten, gleich, von wem und
an wem sie verübt wurden, sei es im Gemeindegebiet von Kotor Varo¹
oder sonstwo!
Die "Menschen", die diese Greueltat verübt haben, haben
sich damit selbst als Unmenschen ausgewiesen!
Für alle diejenigen, die Böses tun, gleich wer sie sind, ist nichts
Gutes zu erhoffen! Früher oder später wird sie sowohl die menschliche
als auch die göttliche Gerechtigkeit ereilen!
Allen leidtragenden Hinterbliebenen drücke ich hiermit mein aufrichtiges
Beileid aus. Ich bete zu Gott, dem Herrn über alle Menschenleben,
der uns Menschen liebt, daß er die Zeit des Bösen, das uns alle
bedroht und unglücklich macht, kürzen und Barmherzigkeit walten
lassen möge!
Erneut appelliere ich an alle Bewaffneten und auch an alle Personen,
die verantwortliche Stellungen bekleiden, und zwar nicht nur au
die der Gemeinde Kotor Varo¹, dem Blutvergießen und der ständigen
Bedrohung der unschuldigen Zivilbevölkerung ein Ende zu setzen
und sich endlich bewußt zu machen, daß in diesem unsinnigen Krieg
alle nur verlieren und daß es für echten und gerechten Frieden und
einträchtiges Zusammenleben unter Nachbarn nirgends, auch nicht
im Gemeindegebiet von Kotor Varo¹, eine Alternative gibt.
IHR MÄCHTIGEN,
BEENDET DEN KRIEG! WIR ALLE BRAUCHEN EINEN GERECHTEN UND DAUERHAFTEN
FRIEDEN!
Übermittelt
an:
- die Fernsehanstalt Banja Luka
- die Rundfunkanstalt Banja Luka
- das Blatt "Glas Srpski" - Banja Luka
- das Sekretariat der BK BiH - Sarajevo
- das Sekretariat der HBK - Zagreb
- die Apostolische Nuntiatur - Belgrad

"WIR
WEISEN IHRE BEHAUPTUNGEN ALS EINE WEITERE BÖSWILLIGE UNTERSTELLUNG
ZURÜCK"
An die Fernsehanstalt Banja Luka gerichteter Protest
(Prot. Nr. 1032/92 vom 12. November 1992)
Geehrte
Empfänger dieses Protestschreibens,
mit großer Verwunderung, aber auch mit Bedauern haben wir die in
Ihren Informationssendungen des gestrigen Tages (d.h. denen vom
11. November d. J.) verbreiteten, völlig unbegründeten Behauptungen
zur Kenntnis genommen, wonach angeblich das Bistum Banja Luka und
der Bischof von Banja Luka den Aufenthalt ausländischer Journalisten
in unserer Stadt mißbräuchlich genutzt und unrichtige Informationen
über den tragischen Tod unseres Geistlichen Ivan Orgie, des Pfarrers
von Ravska, erteilt haben.
Wir weisen diese Behauptungen als eine weitere böswillige Unterstellung
sowohl gegenüber dem Bistum Banja Luka als auch gegenüber dem Bischof
von Banja Luka zurück.
Derartige Behauptungen schaden unseren Friedensbemühungen in dieser
Zeit des allgemeinen Leidens der unschuldigen Menschen dieses Gebiets,
und sie schüren noch zusätzlich Argwohn und vermehren das uns umgebende,
bereits übergroße Unheil.
Wir fragen uns zusammen mit allen unseren wohlgesinnten Mitbürgern
zu Recht, warum Sie so handeln und wie lange es so weitergehen wird.
Wir hegen die Hoffnung, daß sich auch Ihre Anstalt bald von schädlicher
inhumaner Vormundschaft freimachen wird und daß Ihnen dann endlich
eine objektive Berichterstattung über die katholische Kirche sowohl
in diesem Gebiet als auch ganz allgemein in der Welt möglich ist.
Dr.
Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka
Protestschreiben
übermittelt an:
- die Rundfunkanstalt Banja Luka
- die Redaktion des Blattes "Glas Srpski" - Banja Luka
- den Bürgermeister von Banja Luka. P. Radiæ
- das Informationsministerium der RS - Pale

DIE
ÜBER DEN BISCHOF VON BANJA LUKA UND ÜBER DIE GEISTLICHEN VERBREITETEN
FALSCHEN INFORMATIONEN STEHEN IN VÖLLIGEM WIDERSPRUCH ZUR WAHRHEIT!
Dementi des Bischöflichen Ordinariats in Banja Luka an die Zuständigen
für das Informationsprogramm der Rundfunkanstalt Banja Luka
(Prot. Nr. 947/93 vom 02. April 1993)
Anläßlich
Ihrer jüngsten (von Ihnen in einigen Ihrer Informationssendungen
vom 01. April d. J. zum wiederholten Male - am Ende gar nur als
geschmackloser Aprilscherz ?! - verbreiteten) falschen Berichte
und Unterstellungen gegenüber dem Bischof von Banja Luka und seinen
Geistlichen, wonach diese nach der Sonntagsmesse "mit den Männern
den gleichzeitigen Aufbrach in Richtung Kroatien verabredet"
und so "auf die loyalen Kroaten einen Druck besonderer Art
ausgeübt" haben sollen, damit diese sich für diese Aktion "vorbereiten",
ersuchen wir Sie, im Interesse der Wahrheit und der Objektivität
auch folgende Mitteilung zu veröffentlichen:
DIE ERWÄHNTEN
FALSCHEN INFORMATIONEN STEHEN IN VÖLLIGEM WIDERSPRUCH ZUR WAHRHEIT!
Es steht
Ihnen frei, sich bei äußerst verläßlichen kirchlichen Quellen der
katholischen Kirche dieses Gebiets, d.h. beim Bischöflichen Ordinariat
in Banja Luka, zu informieren, und Sie werden erfahren, daß zu keiner
Zeit ein derartiges, äußerst inhumanes und der Zivilisation spottendes
Szenario eines Weggangs bzw. einer Austreibung oder Ausbürgerung
von uns kroatischen und anderen Katholiken aus unserer Heimatstadt
Banja Luka und diesem unseren gesamten Heimatgebiet in unseren
Köpfen oder in den Köpfen entsprechender anderer Persönlichkeiten
der katholischen Kirche entstanden oder gar vorbereitet worden
ist. Möglicherweise aber entstammt es den Köpfen irgendwelcher anderer,
sicher nicht wohlgesinnter Personen!
Da wir aber Gottes Wort zum Wert und zur Würde eines jeden menschlichen
Wesens beherzigen und danach leben, ist es unsere vornehmliche Aufgabe,
einem jeden unserer menschlichen Brüder hinsichtlich seiner geistlichen
und materiellen Bedürfnisse weitgehendst beizustehen und "zu
gelegener und ungelegener Zeit" (2. Tim 4,2) für die Achtung
seiner fundamentalen Rechte als Bürger und Mensch und somit auch
seines unveräußerlichen Rechtes auf das Leben in seiner Heimstatt
einzutreten!
Wir erlauben uns, Ihnen in diesem Zusammenhang folgende Fragen zu
stellen:
Warum fühlen sich einige von Ihnen, unseren geschätzten Nachbarn
und Mitbürgern, vom Bischof und den Geistlichen und allgemein von
den Angehörigen der katholischen Kirche gestört? Was haben wir
Ihnen hier angetan? Wen von Ihnen haben wir bedroht, und wem von
Ihnen haben wir das Recht auf die Würde seiner Person, auf ein friedliches
Leben und auf eine sichere Zukunft genommen? Warum und auf wessen
Geheiß bewerten Sie uns beharrlich mit Schmutz, wobei Sie zeigen,
was Sie in Ihren Herzen und in Ihren Händen haben?
Wenn es Ihnen wirklich um die Wahrheit über uns hiesige kroatische
und andere Katholiken geht, stellt sich die Frage, warum Sie niemanden
von uns fragen, wie es uns geht, was wir brauchen und was wir möchten,
um es dann "der Stadt und dem Erdkreis" kundzutun?
Ihnen als gläubigen Christen müßte ebenso wie uns die in der Heiligen
Schrift enthaltene, von Gott stammende Wahrheit gut bekannt sein,
nach der wir uns richten müßten: "Von oben offenbart sich mit
Gewißheit der Zorn Gottes über jede Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit
der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit verhindern"
(Rom l, 18). - "Wer Unrecht sät, wird Unglück ernten"
(Spr 22, 8). Und "wer unaufrichtig ist, stürzt ins Unglück"
(Spr 17, 20)!
BISCHÖFLICHES
ORDINARIAT BANJA LUKA
Dementi
übermittelt an:
- Herrn Mag. P. Radiæ, den Bürgermeister von Banja Luka
- das Hauptquartier des l. Krajina-Korps - Banja Luka
- das Informationsministerium der RS - Sarajevo
- die Apostolische Nuntiatur - Belgrad
- das Sekretariat der EK BiH - Sarajevo
- das Sekretariat der HBK - Zagreb

WIE
LANGE NOCH WERDEN SIE INFAME UNWAHRHEITEN ÜBER UNSEREN BISCHOF VERBREITEN?
Dementi des Bischöflichen Ordinariats in Banja Luka an die Redaktion
der Tageszeitung der RS, "Glas Srpski" aus Banja Luka
(Prot. Nr. 948/93 vom 03. April 1993)
In Ihrer
Ausgabe Nr. 6937 vom 02. April 1993 haben Sie aus der Feder des
uns von früher her bekannten Herrn M. M. stammende neueste falsche
Informationen und Unterstellungen gegenüber dem Bischof von Banja
Luka und seinen Geistlichen veröffentlicht, wonach diese angeblich
nach der Sonntagsmesse "mit den Männern den gleichzeitigen
Aufbruch in Richtung Kroatien verabredet" und so "auf
die loyalen Kroaten einen Druck besonderer Art ausgeübt" haben
sollen, damit diese sich für diese Aktion "vorbereiten".
Der Gipfel dieser Unrichtigkeit und sonderbaren vorsätzlichen Täuschung
unserer Öffentlichkeit ist die Behauptung, daß man angeblich sogar
(!) "auch bei der Sonntagsmesse in Banja Luka, der Herr Komarica
beiwohnte (sie!), mit den Männern die Modalitäten der Durchführung
dieses Planes erörtert (sie!)" hat. Dies alles stammt angeblich
aus "gut informierten Kreisen".
Es ist nicht schlimm, wenn jemand seine Unkenntnis über irgendjemand
oder irgendetwas erkennen läßt (im vorliegenden Falle die Unkenntnis
hinsichtlich des Ablaufs der Meßfeier in unseren katholischen Kirchen).
Wenn aber vor einem breiten Publikum über den Inhalt unserer religiösen
Liturgien Behauptungen veröffentlicht werden, die jeder katholische
Gläubige als unverantwortliche Erfindungen und grobe Unwahrheiten
erkennt, ist dies eines ehrbaren Menschen unwürdig, und es ist in
jedem Rechtsstaat eine strafbare Handlung!
Im Zusammenhang mit den genannten Behauptungen Ihres Korrespondenten
ersuchen wir Sie, im Interesse einer wahrheitsgemäßen und objektiven
Berichterstattung an unsere Öffentlichkeit auch unsere Stellungnahme
zu veröffentlichen:
Diese wie auch viele früher veröffentlichte Behauptungen widersprechen
völlig der Wahrheit! In den katholischen Kirchen unseres Bistums
werden weder jetzt noch sonst irgendwann irgendwelche Versammlungen
bezüglich eines Wegzugs der Katholiken abgehalten!
Es steht Ihnen frei, sich bei äußerst verläßlichen kirchlichen Quellen
der katholischen Kirche unseres Gebiets, d.h. beim Bischöflichen
Ordinariat in Banja Luka, zu erkundigen, und Sie werden erfahren,
daß zu keiner Zeit ein derartiges äußerst inhumanes und der Zivilisation
spottendes Szenario eines Weggangs bzw. einer Austreibung oder Ausbürgerung
von uns kroatischen und anderen Katholiken aus unserer Heimatstadt
Banja Luka und unserem Heimatgebiet insgesamt in unseren Köpfen
oder in den Köpfen entsprechender anderer Persönlichkeiten der
katholischen Kirche entstanden oder gar vorbereitet worden ist.
Möglicherweise aber entstammt es den Köpfen irgendwelcher anderer,
sicher nicht wohlgesinnter Personen! Allein die Vorstellung einer
derartigen ethnischen Säuberung, gleich welcher Gestalt, wo und
gegenüber wem, weisen wir entrüstet zurück!
Da wir Gottes Wort zum Wert und zur Würde eines jeden menschlichen
Wesens beherzigen und danach leben, ist es unsere vornehmliche Aufgabe,
einem jeden unserer menschlichen Brüder hinsichtlich seiner geistlichen
und materiellen Bedürfnisse weitgehendst beizustehen und "zu
gelegener und ungelegener Zeit" (2. Tim 4, 2) für die Achtung
seiner fundamentalen Rechte als Bürger und Mensch und somit auch
seines unveräußerlichen Rechtes auf das Leben in seiner jahrhundertealten
Heimat einzutreten!
Wir erlauben uns, Ihnen in diesem Zusammenhang folgende Fragen zu
stellen:
Warum stören wir, der katholische Bischof und die Geistlichen und
allgemein wir alle, die Angehörigen der katholischen Kirche, einige
Ihrer Leute, unserer geschätzten Nachbarn und Mitbürger? Was haben
wir Ihnen hier zuleide getan? Wen von Ihnen haben wir bedroht, und
wem von Ihnen haben wir das Recht auf die Würde seiner Person, auf
ein friedliches Leben und auf eine sichere Zukunft genommen? Warum
und auf wessen Geheiß bewerfen Sie uns beharrlich mit Schmutz,
wobei Sie zeigen, was Sie in Ihren Herzen und Ihren Händen haben?
Wenn es Ihnen wirklich um die Wahrheil über uns hier lebende kroatische
und andere Katholiken geht, stellt sich die Frage, warum Sie niemanden
von uns fragen, wie es uns geht, was wir benötigen und was wir möchten,
um es dann "der Stadt und dem Erdkreis" kundzutun?
Als gläubige Christen müßten Sie ebenso wie wir die in der Heiligen
Schrift niedergelegte, von Gott stammende Wahrheit gut kennen, nach
der wir uns richten müßten: "Von oben offenbart sich mit Gewißheit
der Zorn Gottes über jede Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der
Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit verhindern"
(Rom 1, 18). - "Wer Unrecht sät, wird Unglück ernten"
(Spr 22, 8).
Hochachtungsvoll
BISCHÖFLICHES
ORDINARIAT BANJA LUKA
Dementi
übermittelt an:
1. Herrn Mag. P. Radiæ, den Bürgermeister von Banja Luka
2. das Hauptquartier des 1. Krajina-Korps - Banja Luka
3. das Informationsministerium der RS - Sarajevo (Pale)
4. die Apostolische Nuntiatur - Belgrad
5. das Sekretariat der BK BiH - Sarajevo
6. das Sekretariat der HBK - Zagreb

DIE
NACHRICHTEN DER AGENTUR SRNA RS WIMMELN VON FALSCHINFORMATIONEN!
Dementi des Bischöflichen Ordinariats an die Tageszeitung "Glas
Srpski" in Banja Luka
(Prot. Nr. 306/95 vom 06. Mai 1995)
In der
heutigen Ausgabe Ihrer Zeitung "Glas Srpski" (Nr. 7659
vom 06. und 07. Mai 1995) wurden zwei Nachrichten der Agentur SRNA
aus Sarajevo veröffentlicht, welche, sehr milde ausgedrückt, von
Falschinformationen bzw. willkürlichen Konstruktionen wimmeln, die
wir im Interesse einer objektiven Berichterstattung an die Öffentlichkeit
dementieren möchten. Wir ersuchen Sie, unser Dementi in der nächsten
Ausgabe Ihres Blattes zu veröffentlichen. Unsere Bemerkungen sind
wie folgt:
I. Zu der auf S. 2 veröffentlichten Nachricht unter dem Titel "Das
Religionsministerium der Regierung der Republika Srpska - Der Bischof
wurde nicht verhaftet":
1. In dem vom Bischof von Banja Luka, Msgr. Dr. Franjo Komarica,
an das Religionsministerium der RS gerichtete Schreiben Nr. 303/95
vom 05. Mai d. J. wurde an keiner Stelle die Forderung formuliert,
das "Verschwinden von 16 ehrwürdigen Schwestern aus Nova Topola
aufzuklären". In diesem Schreiben wird lediglich festgestellt,
daß die Ordensschwestern der beiden uralten Kloster Bosanski Aleksandrovac
und Nova Topola gewaltsam entführt worden sind. Es wird darin keinerlei
Anzahl von Ordensschwestern erwähnt!
2. Die Nachricht besagt weiter: "In der gleichen Mitteilung
führt Bischof Komarica an, daß er sich 'persönlich unablässig, und
insbesondere in der letzten Zeit,' in jeder möglichen Art und Weise
für den Schutz der schutzlosen orthodoxen serbischen Bevölkerung
Westslawoniens einsetzt..." Hier handelt es sich nicht um das
gleiche Schreiben, sondern um einen der zahlreichen Appelle, die
der Bischof von Banja Luka in letzter Zeit an internationale humanitäre
Organisationen, nämlich an das UNHCR und das IKRK, sowie an die
öffentlichen Medien gerichtet hat, konkret um sein Schreiben Nr.
299/95 vom 04. Mai d. J., in dem u. a. "der Schutz eines jeden
bedrohten Menschen, gleich, welcher religiösen oder Volksgruppe
er angehört" gefordert wird!
3. Die SRNA führt folgende Erklärung von Minister Davidoviæ an:
"Wir haben dem Bischof mitgeteilt, daß die ehrwürdigen Schwestern
auf eigenes Verlangen in Richtung der Republik Kroatien übergesetzt
worden sind. Wie die Agenturen melden, haben die Schwestern nach
ihrer Ankunft in Zagreb ausgesagt, daß Bischof Komarica verhaftet
worden sei. Dies trifft nicht zu, und die Schwestern konnten auch
nicht über eine solche Information verfügen".
Unser Bischöfliches Ordinariat hat bisher vom Religionsministerium
der RS keinerlei Mitteilung erhalten, aus der hervorgeht, daß die
Schwestern mündlich oder schriftlich irgendein Verlangen geäußert
haben, in Richtung der Republik Kroatien übergesetzt zu werden,
oder daß sie wollten, daß man mit ihnen so verfährt.
Nach unseren Erkenntnissen ist die Nachricht der Verhaftung von
Bischof Komarica zuerst von der Agentur der Republik der Serbischen
Krajina, ISKRA, verbreitet worden, und zwar viel früher, als die
Schwestern überhaupt in Zagreb eintreffen konnten.
4. Laut Meldung der Agentur SRNA hat der Religionsminister D. Davidoviæ
erklärt: "Ich erwarte, daß Bischof Franjo Komarica auch weiterhin
an die kroatischen Behörden appelliert, den Genozid an Serben in
Westslawonien zu verhindern", und er hat "bekräftigt,
daß die Behörden der RS wie auch bisher alles tun werden, damit
für die römisch-katholischen Geistlichen und Gläubigen voller Schutz
gewährleistet ist".
Im Verlauf dieses Krieges hat Bischof Franjo Komarica unzählige
Male seine Stimme für den Schutz "eines jeden bedrohten Menschen,
gleich, zu welcher religiösen oder nationalen Gruppe er gehört",
erhoben, aber seine Hilferufe blieben meistens die Stimme eines
einsamen Rufers in der Wüste. Trotzdem wird er in Erfüllung der
Pflicht, die uns das von ihm verkündete Evangelium Christi auferlegt,
auch weiterhin seine Stimme für den Schutz "eines jeden menschlichen
Lebens ohne Ansehen der Person" erheben. In der Anlage erhallen
Sie die jüngsten Antwortschreiben des Erzbischofs von Zagreb, F.
Kardinal Kuhariæ, und des Präsidenten der RH, Herrn F. Tuðman, auf
die Appelle von Bischof Komarica zum Schutz der serbischen Bevölkerung
im Gebiet der RH.
Wir erwarten von den Behörden der RS mit Recht, daß sie alles tun,
damit die innerhalb des Hoheitsgebiets der RS lebenden römisch-katholischen
Geistlichen und Gläubigen geschützt werden. Der Öffentlichkeit des
In- und des Auslands und somit wohl auch der Agentur SRNA ist bekannt,
daß die Mehrheit der römisch-katholischen Gläubigen im Bistum Banja
Luka während dieses ganzen unseligen Krieges ein ausgesprochen friedfertiges
Verhalten an den Tag gelegt hat und eher bereit war, selbst Unheil
zu ertragen, als anderen etwas zuleide zu tun! Leider widerspricht
die unbestreitbare, gewaltsame Entführung der ehrwürdigen Schwestern
aus ihren uralten Klöstern in Bosanski Aleksandrovac und Nova Topola
völlig den Behauptungen des Religionsministers D. Davidoviæ.
5. Die Agentur SNRA führt an, daß "der Leiter der Kanzlei des
Bischöflichen Ordinariats in Banja Luka in einer Erklärung gegenüber
der Agentur SRNA die Meldungen Über eine Entführung von Bischof
Komarica ebenfalls dementiert ..." hat.
Die Journalisten der Agentur SRNA haben sich bis zur Stunde nicht
mit dem Kanzleivorsteher des Bischöflichen Ordinariats in Verbindung
gesetzt, und somit kann derselbe ihnen gegenüber überhaupt keine
Erklärung abgegeben haben!
Im übrigen müssen diejenigen, die die Falsch Informationen in die
Welt gesetzt haben, diese auch dementieren; der "Leiter der
Kanzlei des Bischöflichen Ordinariats" ist mitnichten dazu
verpflichtet!
II. Zu der ebenfalls auf S. 2 veröffentlichten Nachricht unter dem
Titel "Dementi aus dem Bischöflichen Ordinariat - Komarica
am Leben, wohlbehalten und in Sicherheit":
1. Wie bereits obenstehend ausgeführt, hat der Leiter des Bischöflichen
Ordinariats nichts dementiert, denn die Agentur SRNA ist überhaupt
nicht entsprechend an ihn herangetreten.
2. In der gleichen Meldung wird angeführt, daß der Bürgermeister
von Banja Luka, Mag. Predrag Radiæ, erklärt habe, daß "die
Zivil- und die Militärbehörden niemandem, gleich, um wen es sich
handelt, gestatten werden, gegen das Rechtssystem zu verstoßen oder
im religiösen Dienst stehende Personen, gleich, um welches Glaubensbekenntnis
es sich handelt, als Geiseln zu entführen".
Wir danken Herrn Bürgermeister Radiæ für diese klaren Worte, erwarten
aber gleichzeitig auch von den zuständigen Vertretern der örtlichen
Behörden anderer Gemeinden eine ebenso klare und entschiedene Haltung!
Hochachtungsvoll
BISCHÖFLICHES
ORDINARIAT BANJA LUKA:
Mag. Ivica Bo¾inoviæ, Kanzleivorsteher des Bischöflichen Ordinariats
Anlagen (2)

TROTZ
UNSERES KONSEQUENTEN EINTRETENS FÜR ALLE BEDROHTEN UND ENTRECHTETEN
MENSCHEN WIRD UNS SCHWERES UNRECHT ZUGEFÜGT UND WIRD DER BODEN FÜR
NEUES UNHEIL BEREITET
Erklärung des Bischöflichen Ordinariats Banja Luka vor der Öffentlichkeit
anläßlich der am 25. Mai 1995 in Banja Luka veröffentlichten "MITTEILUNG"
der Vereinigung vertriebener Serben aus der ehemaligen jugoslawischen
Republik Kroatien
(Prot. Nr. 374/95 vom 26. Mai 1995)
Geehrte
Damen und Herren,
Sie haben die von deren Vorsitzenden, Dr. Milan Vujnoviæ, unterzeichnete
"Mitteilung" der Vereinigung vertriebener Serben aus der
ehemaligen jugoslawischen Republik Kroatien vom 25. Mai 1995 erhalten
(und veröffentlicht), die "anläßlich des jüngsten Ersuchens
des Bischofs von Banja Luka an den Präsidenten der Republik Kroatien,
mit allen Mitteln die Kroaten in Banja Luka zu schützen", ergangen
ist.
Wir bitten Sie, auch die hiermit anläßlich jener "Mitteilung"
unsererseits abgegebene "Erklärung" zur Kenntnis zu nehmen
(und ebenfalls zu veröffentlichen).
1. Das Bischöfliche Ordinariat in Banja Luka fühlt sich verpflichtet,
sowohl jetzt als auch in Zukunft wie bisher im Rahmen seiner Möglichkeiten
zur Offenbarung und Verbreitung der Wahrheit und zur Erreichung
eines gerechten Friedens für alle Menschen und für alle religiösen
oder sonstigen Gruppen beizutragen.
2. Die in der "Mitteilung" formulierten Behauptungen der
Vereinigung vertriebener Serben aus der ehemaligen jugoslawischen
Republik Kroatien beruhen auf falschen Voraussetzungen und eindeutigem,
fatalem Unwissen bzw. auf Unkenntnis der unverfälschten Wahrheit
hinsichtlich der Lage der Katholiken im Bistum Banja Luka und des
bisherigen Verhallens des Bischofs von Banja Luka in bezug auf die
fundamentalen Menschen- und Bürgerrechte und bürgerlichen Freiheiten
auch der orthodoxen Serben sowohl in BiH als auch in der RH.
3. Aufgrund seiner zahlreichen Gespräche und schriftlichen Eingaben
und seiner Interventionen, die er allein bzw. im Kontakt mit Vertretern
sowohl des serbischen als auch des kroatischen Volkes der RS wie
auch der RH und mit allen zuständigen Persönlichkeiten der politischen
und staatlichen Führungsebene sowie auch den Vertretern der orthodoxen
serbischen Kirche und insbesondere mit Seiner Heiligkeit, dem serbischen
Patriarchen Herrn Pavle, ins Werk setzte, sind die konsequente und
friedfertige Haltung des Bischofs von Banja Luka, Msgr. Dr. Franjo
Komarica, und sein unermüdliches Eintreten für den Schutz aller
bedrohten und entrechteten Menschen ohne Ansehen ihrer religiösen,
nationalen oder ideologischen Unterschiede sehr gut bekannt.
4. Wir bedauern, daß die bisher bei Bedrohungen und bei Akten der
Entrechtung von Serben zu deren Schutz ergangenen zahlreichen Aufrufe
des Bischofs und unseres Bischöflichen Ordinariats von den öffentlichen
Medien sowohl der einen als auch der anderen Seite boykottiert
worden sind. Diese Aufrufe befinden sich in den Archiven unseres
Ordinariats.
5. Wir bedauern in gleichem Maße, daß unsere neuen Mitbürger, die
Mitglieder der "Vereinigung vertriebener Serben aus der ehemaligen
jugoslawischen Republik Kroatien", obwohl sie doch selbst
von Unglück und Ungerechtigkeit betroffen sind und wissen, was
das bedeutet, uns, den alteingesessenen Bürgern dieser Stadt und
dieser Gegend, mit solchen "Mitteilungen" (und all ihren
möglichen negativen Folgen) schweres Unrecht zufügen und den Boden
für neues Unheil bereiten, obwohl wir ihnen in keiner Weise etwas
zuleide getan haben.
6. Als gläubige Kinder Gottes, der unser aller Vater ist, werden
sowohl Bischof Komarica als auch alle Angehörigen des Bistums Banja
Luka auch zukünftig mit Wort und Tat auf Versöhnung und wahren Frieden
und auf Gerechtigkeit und Liebe hinarbeiten. Wir wären glücklich,
wenn wir bei dieser mehr als wichtigen Aufgabe auch die Mitglieder
der "Vereinigung vertriebener Serben aus der ehemaligen jugoslawischen
Republik Kroatien" sowie alle anderen Menschen guten Willens
in unserer Stadt und unserer Gegend an unserer Seite wüßten.
BISCHÖFLICHES
ORDINARIAT BANJA LUKA

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